Neuer Feierabendmarkt in Meckenheim Die Premiere erfüllt alle Erwartungen

Service | Meckenheim · Der Neue Markt in Meckenheim ist leider eher unbelebt, anstatt gesellschaftliches Zentrum. Ein Feierabendmarkt soll ihn beleben.

Die Premiere des „Neuen Markts man Neuen Markt“ lockte zahlreiche Besucher an.

Die Premiere des „Neuen Markts man Neuen Markt“ lockte zahlreiche Besucher an.

Foto: Chantal Dötsch

Endlich mehr Leben ins Zentrum am Neuen Markt bringen – so lautet das Ziel des neuen Marketingkonzepts der Stadt Meckenheim: So soll in den Sommermonaten das Angebot regionaler und saisonaler Erzeugnisse nach Feierabend kauffreudige Kundschaft auf die Straßen locken. Mit der Premiere am Freitag waren die Beteiligten schon einmal zufrieden. Nicht nur die bunten Stände am Glockenspiel, sondern auch Scharen von Besuchern machten darauf aufmerksam, dass am Neuen Markt etwas Besonderes stattfand.

Obst ist sehr gefragt

Und bei den meisten blieb es nicht nur beim Schauen. Sie sorgten bei den Händlern direkt für ordentlichen Umsatz. So war beispielsweise der Stand des Obsthofs Cremerius sehr gefragt: Neben regionalem Gemüse und Blumen ging dort vor allem Steinobst wie Aprikosen und Beeren über die Ladentheke. „Ich hatte schon das Gefühl, dass am Neuen Markt etwas hingehört, was dann auch bleibt“, so Marcel Cremerius zum Konzept. Deshalb sei er auch direkt von der Idee begeistert gewesen und habe den Eindruck, die Leute seien dankbar für das Angebot. Wenn es weiterhin so laufe, könne er sich den Markt auch dauerhaft vorstellen: „Dann auch gerne öfter und längerfristig. Perspektivisch würden wir im nächsten Jahr nämlich auch gern hier unseren eigenen Wein anbieten.“ Der sei in diesem Jahr leider durch die Frostnächte komplett zerstört worden.

Äußerst zufrieden ist auch der Rheinbacher Imker Michael Czerwinski: „Hier war alles tot. Die brauchen ein Marketing, um die Stadt zu beleben“, sagt er. Den Markt sieht er als guten Anfang, auch von der Organisation der Zeiten am späten Nachmittag: „Berufstätige freuen sich, wenn sie auch mal auf den Markt können.“ Die Kunden würden jedenfalls gern Honig, alkoholische Getränke. Propolis und Pflegeprodukte bei ihm kaufen.

Auffällig ist vor allem das Zentrum des Feierabendmarktes: Tische und Bänke sind voll belegt. Dort sitzen Besucher gesellig beisammen und trinken ein Glas vom Stand „Wein Präsente Willen“. Darunter auch das Paar Astrid und Zikeli Lanzerath.

Gewünscht werden auch Stände mit Käse und Fleisch

„Der Markt ist in der Nähe, und man geht gern dorthin, wo etwas Regionales angeboten wird“, findet Astrid Lenzerath und fährt fort: „Es wäre nicht schlecht, wenn man so etwas öfter hätte.“ Ihr Mann ist gleicher Meinung: „Solange die Geschäfte offen sind, geht das hier. Aber ab neun Uhr abends ist gar nichts mehr los – nirgends kann man noch ein Bier trinken“, fügt ihr Mann hinzu. Sie würden sich noch Stände mit Käse und Fleisch sowie weitere Verkostungsangebote wünschen. Für Letzteres könnte auch Jürgen Willen schon bald sorgen. Er überlege, bei entsprechender Resonanz auch Fingerfood anzubieten. „Da es auch saisonal sein soll, denke ich im Herbst natürlich auch an Federweißen mit Zwiebelkuchen“, so Willen. Bei der Premiere laufe derweil ein feinherber Rosé aus Rheinhessen sowie ein trockener Weißwein aus der Pfalz besonders gut. Für ihn ist eine Veranstaltung wie der Markt überfällig: „Es wird sehr gut angenommen. Das Wetter spielt mit, die Leute flanieren und genießen das Flair“, beobachtet er und meint: „Das ist sehr gelungen, dass seit langem mal wieder etwas stattfindet. Das finde ich sehr lobenswert, auch das Konzept an sich.“

Ein Fokus auf dem Thema Apfel

Das hört Dirk Schwindenhammer, Leiter Stabsstelle Wirtschaftsförderung der Stadt Meckenheim, gern. Eine Vergrößerung ist aber nicht in Planung: „Es soll kein Volksfest werden, sondern etwas qualitativ Hochwertiges, was zum Verweilen einlädt.“ Definitiv laufe aber bereits die Planung für die nächsten Termine. „Und mit Sicherheit werden wir auch das Thema Apfel bespielen“, sagt er.

Besucher wie Barbara Leßenich dürfte das freuen, schließlich hat sie gerade eine Tasche voll mit regionalem Gemüse gekauft: „Ein regionales Angebot finde ich grundsätzlich gut“, sagt sie. Jedoch hoffe sie auf eine gewisse Regelmäßigkeit und weitere kleinere Stände wären für sie auch ein Pluspunkt. Rundum zufrieden sind ist auch eine Altendorferin: „Ein schönes Angebot und Geselligkeit, keine Kirmesatmosphäre. So ein offener Markt ist Erholung“, findet sie.