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Annerkennung für das Ehrenamt: Ein Kärtchen als Würdigung

Annerkennung für das Ehrenamt : Ein Kärtchen als Würdigung

Im Meckenheimer Ratssaal wurden die ersten Ehrenamtskarten überreicht. Engagierte erhalten damit unter anderem Vergünstigungen in ganz NRW – zum Beispiel in Museen und in Schwimmbädern.

Im Dezember des vergangenen Jahres sprachen sich die Ratsmitglieder einstimmig für die Einführung der Ehrenamtskarte in Meckenheim aus. Zum 1. März führte die Stadt die Anerkennung im Scheckkartenformat ein. Nach einer pandemiebedingten Verzögerung übergab Bürgermeister Holger Jung nun die ersten Karten mitsamt Urkunden und Ehrennadeln an die ersten fünf Bürger der Stadt.

Unter anderen Umständen hätte er gerne alle Antragsteller für eine Übergabe in den Ratssaal eingeladen, sagte Jung. Weil das wegen der Infektionsgefahr zurzeit nicht möglich sei, habe er Menschen eingeladen, die mit ihrer Arbeit einen Querschnitt der ehrenamtlichen Tätigkeit der Stadt vertreten. Gekommen waren Marianne Mickley vom Kaleidoskop, dem Verein für Nachbarschaftshilfe, Sandra Schüller, Trainerin bei der Stadtgarde, Stefanie Kolzem, Trainerin beim SV Rot Weiß Merl, Adina Klein vom Pfadfinderstamm Swabidua Meckenheim und ein Mitarbeiter der Tafel Rheinbach-Meckenheim, Horst Westermann. Als Anerkennung der Arbeit der Menschen, die sich in ihrer Freizeit ehrenamtlich überdurchschnittlich für das Gemeinwohl einsetzen, ist die Karte gedacht. Einen Antrag können diejenigen stellen, die mehr als fünf Stunden pro Woche oder mehr als 250 Stunden im Jahr ehrenamtlich arbeiten.

Finanzielle Vorteile mit der Ehrenamtskarte

Mit dem praktischen Kärtchen genießen die Inhaber zukünftig Vorteile in zurzeit 23 Partnerunternehmen in der Apfelstadt. Rund 4800 Vergünstigungen warten NRW-weit auf die Nutzer. Boni gibt es unter anderem in Ausstellungen und Museen, bei Dienstleistungen, in Schwimmbädern und an Badeseen, aber auch bei Versicherungen, Banken, Veranstaltungen oder Weiterbildungen. In Meckenheim winken den gesellschaftlich Engagierten mit der Karte bei vielen teilnehmenden Betrieben zehn Prozent Rabatt, Gutscheine, kleine Präsente oder kostenfreier Zugang zu Veranstaltungen. Zu finden sind die Unternehmen auf der Homepage der Stadt im Bürgerinfosystem unter Anliegen, Ehrenamtskarte.

Für Westermann (66) waren die finanziellen Vorteile jedoch nicht der Grund für seinen Ehrenamtskartenantrag. Ihm war die Würdigung seiner Arbeit wichtiger. Im Ruhestand hat er eine Tätigkeit gesucht, „die mir Befriedigung bringt, anderen etwas nützt und bei der ich auch körperlich etwas tun muss“, sagte er. So kümmert er sich in den Vormittagsstunden um das Einsammeln von Lebensmitteln, am Nachmittag unterstützt er bei der Ausgabe an die Klienten. Auch Mickley freute sich über die Würdigung ihrer mehr als 30 Jahre währenden Arbeit in der Kleiderstube im Keller der Katholischen Grundschule. Adina Klein freute sich ebenfalls über die Würdigung und hatte die erste Nutzung gleich vor Augen: „Im Hallenbad, wenn es denn wieder geöffnet hat“, sagte sie. Das kann sie nun zum Sondertarif für 2,30 Euro nutzen.