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Nachfolger der Meckenheimer Parkpalette: Entscheidung zu neuem Parkhaus verzögert sich

Nachfolger der Meckenheimer Parkpalette : Entscheidung zu neuem Parkhaus verzögert sich

Nach dem Abriss der Parkpalette in Meckenheim vor knapp zwei Jahren waren zwei Standorte für einen Neubau im Gespräch. Da einer von ihnen mit den Plänen für die Schulneubauten kollidiert, hat die Stadt noch immer keine Entscheidung getroffen.

Knapp zwei Jahre ist es her, dass die Parkpalette in Meckenheim abgerissen wurde. In der Folge fanden Bürgermeinungen, Wünsche der Gewerbetreibenden und Planungen der Stadt hinsichtlich des Standorts einer neuen Parkeinrichtung auf Anhieb keinen Konsens – bis heute. Parkplätze sollen am alten Standort in jedem Fall bestehen bleiben, machte der technische Beigeordnete Heinz-Peter Witt nun deutlich.

Bisher gebe es keine Entscheidung zum neuen Standort eines Parkhauses oder einer neuen Parkpalette, sagte Witt. In der letzten Diskussion war es um einen Neubau gegangen, entweder am alten Standort der Parkpalette oder zwischen Neuem Markt und Campus, auf der Seite gegenüber dem Einkaufsbereich jenseits der Königsberger Straße, direkt an der Schule.

„Wir sind uns quer durch die Fraktionen einig, dass Parkplätze am alten Standort bleiben müssen“, sagte Witt nun im Gespräch mit dem General-Anzeiger. Weiter als bis zur Betrachtung der beiden möglichen Standorte für ein Parkhaus in Staffelgeschossbauweise wären die Planungen bisher nicht gediehen.

Durch den geplanten Neubau von zwei von drei Schulen am Campus, dem Konrad-Adenauer-Gymnasium und der Geschwister-Scholl-Hauptschule, sei zurzeit nicht klar, ob die als Alternativstandort genannte Fläche auf dem Grünstreifen zwischen Neuem Markt und der Schule für ein Parkhaus überhaupt noch nutzbar wäre. Weil diese beiden Projekte zusammenhingen, rechnete Witt mit einer tragfähigen Entscheidungsgrundlage bis Ende des Jahres. Bevor anschließend ein neues Parkhaus gebaut werde, sollten die Bürger noch einmal zu Wort kommen, so Witt.

Im Sommer 2019 war der neue Standort auf wenig Gegenliebe gestoßen. Der Gedanke an Einkaufswagen, die Bürger über die Königsberger Straße zu einem Parkhaus gegenüber dem Ladenzentrum anstatt mitten im Einkaufsbereich schieben müssten, behagte manchen Bürgern in einer Bürgerversammlung nicht. Gewerbetreibende fürchteten um ihre Kundschaft, andere sorgten sich um Stau auf der Königsberger Straße durch einen Überweg. Auch die Sorge vor einem Angst-Raum direkt neben der Schule durch das Parkhaus wurde laut. Nicht zuletzt war fraglich, warum man Grünflächen versiegeln sollte, wenn man am alten Standort auf bereits versiegelter Fläche bauen könne.

Was sagen die Gewerbetreibenden heute? Michael Gülden, Geschäftsführer des Schreibwarenfachgeschäfts Bröckers und Gülden, hält den alten Standort der Parkpalette für geeignet. Man merke auch jetzt, dass viele Parkplätze fehlten, sagte er auf Anfrage. Wichtig sei, dass die gleiche Menge an Stellplätzen wiederhergestellt würde. Er wünschte sich, die Verwaltung möge eine „möglichst kostengünstige und praktikable Lösung finden“.

Um die Anzahl der Abstellmöglichkeiten machte sich auch der Geschäftsführer des Hit-Markts, Andreas Bähr, Gedanken. Vor allem eine mögliche Bauzeit von mehreren Monaten am alten Standort während oder direkt nach der aktuellen Krise sieht er sehr kritisch. Die Menschen wollten beim Einkauf seiner Erfahrung nach zentrale Parkplätze. „Das haben wir an den Zahlen in den sechs Wochen gravierend gespürt“, führte er als Beispiel die Zeit des Abrisses der alten Parkpalette an. „Wir leben hier alle von zentralen Parkplätzen“, sagte er über die Läden am Neuen Markt. Wenn am alten Standort gebaut würde, brauchen die Geschäfte zum Überleben laut Bähr möglichst nahgelegene Ausweichmöglichkeiten.

Die Sorge wegen eines möglichen Kundenschwunds, falls ein neues Parkhaus auf der anderen Seite der Königsberger Straße gebaut würde, teilte Gereon Velten vom Schuhhaus Velten nicht. „Wo kann man heute noch direkt ranfahren?“, fragte er sich. Er verfüge im hinteren Bereich seines Ladens über einen Parkplatz für Menschen mit Behinderung, weil er auch orthopädische Schuhe anfertige. Dass der Rest der Kundschaft sich andere Einkaufsmöglichkeiten sucht, hielt er für unwahrscheinlich. „Ehe ich in der Stadt in eine Tiefgarage fahre, dann quer durch die Fußgängerzone noch irgendwohin laufen muss, bin ich schon dreimal hier in ein Parkhaus gleich nebenan gefahren“, argumentierte er.

Auch die Mitarbeiterin eines Bekleidungsgeschäftes wunderte sich über die Diskussion. „Wir haben hier so viele Parkplätze für so eine kleine Einkaufsstraße, wo hat man denn sowas noch?“, beschrieb sie ihren Eindruck von der aktuellen Situation auch ganz ohne zentrales Parkdeck inmitten der Geschäfte am Neuen Markt.