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20 Jahre AK Heimat in Heimerzheim: Erinnerungen festhalten, Interessantes weitergeben

20 Jahre AK Heimat in Heimerzheim : Erinnerungen festhalten, Interessantes weitergeben

Seit 20 Jahren widmet sich der Arbeitskreis Heimat der Aufgabe, historische Dokumente zusammenzutragen und zu erhalten. Inzwischen hat der AK ein Archiv mit über 2000 alten privaten Fotos aufgebaut, gibt den "Heimatboten" heraus und hat schon mehrere Bücher aufgelegt.

Ubi bene, ibi patria – Wo es dir gut geht, da ist die Heimat. So zitierte Bürgermeisterin Petra Kalkbrenner die Definition des Begriffes Heimat durch den römischen Dichter Pacuvius im dritten Jahrhundert nach Christus. Heimat sei der Ort, zu dem man soziale Beziehungen hat, so die Bürgermeisterin bei der Feier des 20. Geburtstags des Arbeitskreises Heimat (AK) im Heimerzheimer „Ortsausschuss für Heimat- und Kulturpflege“. Von Gerta Bauer und Christa Alef in ihrer Einführung auch bezeichnet als „der Club, der seit Längerem in der Vergangenheit unseres Ortes herumwühlt“.

Seit 20 Jahren widmet sich der AK Heimat der Aufgabe, historische Dokumente und Requisiten aus Privatbeständen zusammenzutragen, zur Erinnerung an das, was früher war, um Wichtiges davon festzuhalten und Interessantes weiterzugeben. Denn wenn auch „große Geschichte“ auf andere Weise festgehalten wird, wären Geschichte und Geschichten des Ortes in all ihren Facetten unwiederbringlich verloren, wenn sich der AK Heimat ihrer nicht annehmen würde, dankte die Bürgermeisterin für deren Engagement.

In seinem Rückblick erinnerte Hermann Schlagheck als AK-Gründungsmitglied an den Ursprung. Der Ortsausschuss für Heimat- und Kulturpflege (OHK) habe Seniorennachmittage, Dorfreinigungsaktionen oder Rosenmontagsbiwaks durchgeführt. Das aber habe einigen Aktiven nicht mehr ausgereicht. So kam es 1996 zur Gründung des AK Heimat innerhalb des OHK. 1998 wurde der erste Jahreskalender mit alten Ansichten des Ortes herausgegeben.

Der AK Heimat hat inzwischen ein Archiv mit über 2000 alten privaten Fotos aufgebaut. Historische Führungen wie in Burg Kriegshoven oder dem Burgpark von Burg Heimerzheim erwiesen sich als Magneten für Interessierte. Seit 2005 gibt der AK Heimat den „Heimatboten“ heraus, als „Brückenschlag zwischen Jung und Alt, zwischen Neu- und Altbürgern“, so Schlagheck. In den inzwischen 27 Ausgaben berichten Heimerzheimer für Heimerzheimer von früher, zum Beispiel über Herbstferien, die früher „Eapelsferie“ waren, in denen die Kinder bei der Kartoffelernte helfen mussten, oder über die verschiedenen Bräuche zu verschiedenen Zeiten, wie zu Karneval oder im Mai. Aber auch zu den Schicksalen von Gefallenen der beiden Weltkriege. Zu den Büchern, die der AK Heimat herausgegeben hat, gehören „Heimerzheim im Wandel der Zeiten“, „Heimerzheim 1933-1945“ und „Heimerzheim 1945-1969“.

In einer Ausstellung im Pfarrzentrum zeigten die zwölf Aktiven des AK Heimat Gegenstände aus Alltag und Landwirtschaft, wie eine alte Zinkwanne mit einem Zink-waschbrett, eine landwirtschaftliche Waage mit Gewichten, gefüllte Einmachgläser, Geschirr, Hand-Kaffeemühlen oder Rübenmuser.

Ein Film erinnerte an den „Leuchtenden Adventskalender“, der im vergangenen Jahr in Zusammenarbeit mit der Swistbachschule durchgeführt worden war. Dieses Projekt will der AK Heimat in der diesjährigen Adventszeit mit Privat- und Geschäftsleuten veranstalten, die dann jeden Abend an einem anderen Gebäude ein „leuchtendes Fenster“ gestalten, dessen Öffnung gemeinsam bei Kakao und Plätzchen besucht werden kann. Das Finale soll am 6. Januar eine Abschlussfeier mit allen Beteiligten im Pfarrzentrum bilden. Auch gebe es im AK Heimat zurzeit erste Überlegungen für eine Krippenausstellung im nächsten Jahr, so Schlagheck.