Traurige Gewissheit Explosion in Meckenheim fordert ein Todesopfer

MECKENHEIM · Am Mittag bestätigten sich die Befürchtungen: Rettungskräfte fanden nach der schweren Gasexplosion in dem Meckenheimer Wohnhaus einen Toten im Keller des Hauses. Die Identität des Mannes war zunächst unklar. Vermutlich handelt es sich aber um den 57 Jahre alten Familienvater, der seit dem Morgen vermisst worden war.

Eine 57-jährige Frau und ihr 18 Jahre alter Sohn, die in dem Haus lebten, erlitten bei dem Unglück schwerste Verletzungen. Die Frau wurde mit dem Rettungshubschrauber in eine Spezialklinik für Brandverletzungen nach Köln-Merheim geflogen, der junge Mann mit dem Rettungswagen in ein Krankenhaus gebracht. Nach Angaben der behandelnden Ärzte befinden sie sich inzwischen außer Lebensgefahr.

Wie die Polizei mitteilt, ereignete sich die Explosion gegen 9.10 Uhr in einem Reihenmittelhaus an der Adendorfer Straße. Große Teile der vorderen Hausfront stürzten bei der Detonation ein, weitere Bereiche waren akut einsturzgefährdet.

Augenzeugen berichteten, es habe am Morgen einen "lauten Knall gegeben. Es hörte sich an, als würde eine Bombe einschlagen", sagte eine Nachbarin. Der Sohn sei durch die Wucht der Explosion auf die Straße geschleudert worden, Rettungskräfte fanden die Mutter im rückwärtigen Teil des Grundstücks. Die Frau sei nicht mehr ansprechbar gewesen und habe künstlich beatmet werden müssen, hieß es.

Die Einsatzkräfte vermuteten, dass sich der zunächst vermisste Familienvater zum Zeitpunkt der Explosion im Keller des Hauses aufhielt. Doch erst am Mittag war das Haus soweit abgesichert, dass Wehrleute im Hausinneren die Suche nach ihm aufnehmen konnten. Auch nach dem Leichenfund durchsuchten Rettungshunde das Gebäude, um definitiv auszuschließen, dass sich weitere Menschen im Haus aufhielten. Offiziell vermisst wurde jedoch niemand mehr.

Die Polizei hatte das Gebiet im Meckenheimer Süden weiträumig abgesperrt, zugleich wurde die Nachbarschaft im Umkreis von 50 Metern evakuiert. Feuerwehr, Polizei, Rettungsdienst und THW waren zeitwweise mit bis zu 210 Einsatzkräften vor Ort. Warum es zu der Gasexplosion kam, war bis zum Nachmittag noch unklar.

Wegen des Dramas in Meckenheim sagte die Bonner Polizei den für Dienstagnachmittag geplanten Karnevalsauftakt mit Prinzenempfang im Polizeipräsidium Ramersdorf ab.

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