Vor der Europawahl Flashmob am Meckenheimer Gymnasium: Aufstehen und Krachmachen für die Demokratie

Meckenheim · Am Konrad-Adenauer-Gymnasium in Meckenheim drehte sich in der „Woche der Demokratie“ alles um die anstehende Europawahl. Beim Finale mit Flashmob sprachen die Jugendlichen darüber, was ihnen die Demokratie bedeutet.

 Die ganze Schule für die Demokratie: So startete der Flashmop am Konrad-Adenauer-Gymnasium in Meckenheim.

Die ganze Schule für die Demokratie: So startete der Flashmop am Konrad-Adenauer-Gymnasium in Meckenheim.

Foto: Petra Reuter

Die großen Buchstaben auf dem Schulhof des Meckenheimer Konrad-Adenauer-Gymnasiums deuteten an, um was es ging: „Demokratie“ stand da. Gegen Mittag setzten sich alle Schüler des Gymnasiums in diese Markierungen. Und dann ging es los: Zum Song „Steh auf, mach laut“ von den Höhnern machten die Jugendlichen genau das: Aufstehen und reichlich Krach. Es war ihr Flashmob zur Europawahl, durchgeführt im Rahmen der bundesweiten Aktion „#IchStehAuf“. Und zugleich war es ein Höhepunkt der „Woche der Demokratie“ der Schule.

Schüler fordern Zivilcourage, Gleichberechtigung und Respekt

Tanz und Musik waren nicht alles: Schüler verlasen auch Statements zur Demokratie. Ein Schüler warnte vor der „Gefahr, dass wir Demokratie als selbstverständlich ansehen, denn das ist sie nicht“. Eine Schülerin hob das „Engagement für jeden Einzelnen“ hervor, eine andere forderte Zivilcourage ein, es ging um Respekt, Gleichberechtigung und Inklusion.

Seit Montag hatten die Jugendlichen sich mit Demokratie und dem, was dazugehört, auseinandergesetzt. Sie gestalteten eine Ausstellung zum Thema Diskriminierung im (Schul-)Alltag sowie eine „Wand des Grundgesetzes“. Auf Plakaten notierten sie, warum sie wählen gehen, was für sie Demokratie bedeutet und wo sie sich schon mal demokratisch engagiert haben. Am Donnerstag organisierte die Schule außerdem eine Juniorwahl, für die die Schüler sogar eine Wahlaufforderung erhalten hatten. Das Ergebnis wird laut Schulleiter Dirk Bahrouz jedoch erst am Sonntagabend auf der Homepage des Gymnasiums veröffentlicht. Im Anschluss standen Bürgermeister Holger Jung und der Landtagsabgeordnete Jonathan Grundwald für Gespräche bereit.

Direkter Meinungsaustausch statt Anonymität

Für alle ab 16 Jahren war das eine Art Testlauf, denn am Sonntag dürfen sie richtig wählen gehen. Sie mussten sich also konkret Gedanken darüber machen, welche Partei für ihr Verständnis die Demokratie am besten repräsentiert. „Demokratie ist für mich etwas, das mit sehr Vielem zu tun hat“, sagte Anna (16). „Es ist eine Entscheidung für Zusammenhalt, Respekt, Zivilcourage und ein friedliches Miteinander.“ Für Valeska (16) ist Demokratie eine Sache, „die den Zusammenhalt ermöglicht, weil sie jeden miteinbezieht und jeder mitentscheiden kann“.

Manchmal, sagte sie, erlebe sie an ihrer Schule auch Diskriminierung: „Das sind leichte Späße oder Bemerkungen.“ Anna findet es schade, „dass die Debattenkultur verloren geht“. Vor allem im Internet würden viele ihre extremen Meinungen aus der Anonymität heraus äußern. Sie würde sich mehr direkten Meinungsaustausch wünschen. Was vor Ort wohl klappt. „Diese Schule ist da auf jeden Fall auf einem guten Weg“, sagt die 16-Jährige. Zum Beispiel könne man das Wahlpflichtfach „Erinnern und Haltung zeigen“ belegen und dort den Unterricht in einem bestimmten Maß mitgestalten.

Auch die Jüngsten der Schule machten bei der Aktionswoche mit. Ole (11) aus der Klasse 5d hatte eine klare Vorstellung davon, wie Demokratie sein sollte: „Das bedeutet für mich, dass es eine Meinungsfreiheit gibt, dass man selbst entscheiden darf, was man anzieht, und dass jeder in Deutschland leben darf.“ Er würde auch wählen gehen, aber das wird erst bei der nächsten Wahl in fünf Jahren möglich sein.

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