1. Region
  2. Voreifel & Vorgebirge
  3. Meckenheim

Bolzplatz an der Marienburger Straße: Fliegende Bälle ärgern die Nachbarn

Bolzplatz an der Marienburger Straße : Fliegende Bälle ärgern die Nachbarn

Anschaulicher ging es kaum: Mit einer Computer-Animation und Fußball unterm Arm präsentierte Günther Wyrwoll den Mitgliedern des Hauptausschusses, worum es in seiner Bürgerbeschwerde ging. Er beantragte, dass der Bolzplatz in seiner Nachbarschaft wieder mit einem Netz als Abdeckung bespannt werde, so wie es auch ursprünglich gewesen sei. Sein Ansinnen wurde einstimmig in den Bauausschuss verwiesen.

Vor etwa fünf Jahren sei das Netz über dem Bolzplatz hinter der Kita "Rappelkiste" entfernt worden und damit der Ärger für die Bewohner an der Marienburger Straße programmiert gewesen, schilderte Wyrwoll. Wegen der unzureichenden Absicherung seien Bälle auf der Giermaarstraße und in privaten Gärten gelandet, hätten Dachfenster und Dachziegel zerstört und somit für Ärger gesorgt. Jugendliche hätten sich selbst gefährdet, meinte Wyrwoll, indem sie auf dem seiner Meinung nach nutzlosen Drahtumlauf in etwa vier Metern Höhe balanciert hätten. Wyrwoll hat dies auch selbst getestet und ist hinaufgestiegen, wie er mit Fotos demonstrierte.

Die Erhöhung des Zauns um zwei Meter zu den Häusern hin führe lediglich dazu, dass zwar das erste Haus gesichert sei, die Immobilien dahinter jedoch weiterhin Zielscheibe für Fehlschüsse der Kicker blieben, führte er weiter aus. So sei auch ein schwerer Lederball neben seinem Enkelkind aufgeschlagen, das im Garten gespielt habe. "Wir gehen davon aus, dass das Netz als Dach des Bolzplatzes ursprünglich auch Teil der Baugenehmigung war und fordern, ein solches wieder anzubringen", erklärte Wyrwoll zu seinem Antrag, den drei weitere Anwohner unterzeichnet haben. Wenn die Stadt Bolzplätze baue, sei sie auch verpflichtet, diese sachgemäß zu unterhalten. Dazu zähle auch die Erneuerung des Netzes zur Abdeckung.

Wie der Technische Beigeordnete Heinz-Peter Witt erläuterte, sei das Netz am Bolzplatz in der Vergangenheit von Jugendlichen als Trampolin genutzt worden, was zu gefährlich sei. Zudem sei es über diesem Bolzplatz besonders häufig zerstört worden. Deshalb habe man es schließlich abgenommen und dafür den Zaun zu den Häusern hin erhöht. Den Umlauf, den die Jugendlichen zum Balancieren nutzten, könne man eventuell abmontieren. Er sei gebaut worden, damit man von außen nicht auf das Netz steigen könne, so Witt.

Die Ausschussmitglieder waren sich einig, dass das Anliegen der Bürger berechtigt sei und forderten die Verwaltung auf, im Bauausschuss unterschiedliche Lösungsmöglichkeiten vorzustellen. Vizebürgermeisterin Heidi Wiens (SPD) erinnerte an das Bolzplatzkonzept, und dass man an den Plätzen Schilder aufstellen solle, dass diese nur bis zum Alter von 14 Jahren genutzt werden dürften.