Bahnhof in Meckenheim Gastronom will eine Million Euro investieren

MECKENHEIM · Klare Vorstellungen hatte die Stadtverwaltung für die zukünftige Nutzung des Meckenheimer alten Bahnhofs: "Etwas, das Leben ins Gebäude bringt, einen Mehrwert für die Stadt und eine Attraktion für die Region bedeutet", fasste Bürgermeister Bert Spilles die drei wesentlichen Merkmale für eine Nutzung zusammen.

Jetzt ist der geeignete Investor gefunden. Gestern stellten der Bürgermeister, die Verantwortlichen der Stadtverwaltung und die zukünftigen Besitzer des Bahnhofs, Gastronom Peter Schemerka (65) und seine Söhne Markus (38) und Peter junior (24), das Konzept für den alten Bahnhof vor.

Nun erwarten das denkmalgeschützte, 1880 errichtete Empfangsgebäude, in dem früher Reisende Fahrkarten lösten, ihr Gepäck aufgaben und auf ihre Züge warteten, kulinarische Jahre.

Das Erdgeschoss soll auf etwa 230 Quadratmetern einen Thekenbereich im heutigen "Bahnhofsstüffje" und ein Restaurant mit gut bürgerlicher Küche in gemütlichem Ambiente beherbergen. Romantische Stimmung soll der Gewölbekeller den Gästen bieten. Auch eine Bierbrauerei, in der obergäriges Bier nach Kölscher Brauart hergestellt werden soll, soll es im Backsteingebäude bald geben. Im Obergeschoss sollen wieder Wohnungen entstehen.

Das besondere Ambiente des Gründerzeitbaus und der bislang nur als Lagerraum genutzte Gewölbekeller hätten ihn begeistert, sagte Schemerka, der auch Inhaber des seit 1998 bestehenden "Brauhaus Rheinbach" ist. Als weitere Vorteile nannte der Gastronom die Lage, die Möglichkeit zur Außengastronomie und die Parkplätze im direkten Umfeld.

Beim Bahnhofsgebäude handele es sich um ein besonders wichtiges Objekt für die Stadt, das einerseits den Ortseingang aus Richtung Westen markiere und andererseits die Verbindung zwischen Altstadt und Neubaugebiet "Meckenheimer Sonnenseite" darstelle, betonte Spilles. Um dessen Entwicklung in der Hand zu haben, hatte der Rat der Stadt im November 2009 den Ankauf des Gebäudes beschlossen. Nach der öffentlichen Ausschreibung im März 2013 hatten sich 21 Interessenten gemeldet, sieben Besichtigungen fanden statt, drei Angebote wurden schließlich unterbreitet.

"Wir haben Punkte vergeben - das Konzept der Familie Schemerka hat Stadtverwaltung und Rat überzeugt", erläuterte der Bürgermeister. "Wir haben uns für Tradition und Qualität entschieden." Erfreulich sei es, dass auch die Meckenheimer Brautradition wieder aufleben soll, so Spilles. Die Stadt veräußere das Gebäude zum gleichen Preis, den sie selbst 2010 an die Bahn gezahlt habe, sagte der Bürgermeister weiter. Das Mindestgebot war in der Ausschreibung auf 240.000 Euro festgesetzt worden. Demnächst sollen die Verträge unterzeichnet werden.

Danach wollen die neuen Besitzer den Bahnhof von oben nach unten instand setzen. Der Umbau wird in enger Abstimmung mit Fachbereichsleiter Gerd Gerres erfolgen, der den Denkmalschutz im Auge behält. Ein Meckenheimer Architekt soll die Bauarbeiten betreuen. Insgesamt rechnet Peter Schemerka mit einem Investitionsvolumen von etwa einer Million Euro. Eröffnung soll baldmöglichst sein. Im Gespräch sei die Familie auch mit den derzeitigen Pächtern des "Bahnhofsstüffje", Annemie Reuter und ihrer Tochter Sandra Breutigam: "Sie würden zu uns passen", stellte Schemerka eine Zusammenarbeit in Aussicht.

Das Bahnhofsumfeld

Die Entwicklung des Bahnhofsgebäudes zu einem attraktiven Gastronomiebetrieb ist nur ein Baustein im städtischen Gesamtkonzept für das Gebiet rund um den Bahnhof. In nördlicher Richtung schließt sich das Neubaugebiet "Meckenheimer Sonnenseite" an, das im zweiten Bauabschnitt bis zu 220 Grundstücke bereitstellen soll. Im Bau befindet sich eine Fußgängerunterführung, die das Neubaugebiet mit der Altstadt verbinden soll. Die Gleisanlagen wurden bereits von der Bahn barrierefrei ausgebaut.

Rheinbacher Haus bleibt

Die Brau-Anlage, die nach den derzeitigen Plänen des Investors in Meckenheim installiert werden soll, wird voraussichtlich aus Rheinbach kommen. Die Rheinbacher Gastronomie wird aber auch weiter von der Familie betrieben werden, versicherte Inhaber Peter Schemerka. Sohn Markus ist seit 2007 Mitinhaber des Familienunternehmens, Sohn Peter seit 2013.

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