1. Region
  2. Voreifel & Vorgebirge
  3. Meckenheim

Gigabit-Ausbau: Glasfaser fehlt an vielen Stellen in Meckenheim

Gigabit-Ausbau : Glasfaser fehlt an vielen Stellen in Meckenheim

Die Stadt Meckenheim will ihre Einwohner mit schnellem Internet versorgen. Experten berechneten nun, dass der flächendeckende Ausbau je nach Modell 16 bis 30 Millionen Euro kostet. Auch am 5G-Netz will die Verwaltung arbeiten.

Die Stadt Meckenheim will den Gigatbitausbau möglichst flächendeckend vorantreiben. Vor rund zwei Jahren hatte die Stadt dazu einen Analyseauftrag an die Tüv Rheinland Consulting GmbH als marktführendes Beratungsunternehmen für Kommunen und Länder in diesem Bereich gegeben. Im Ausschuss für Wirtschaftsförderung und Tourismus informierte Projektleiter Thomas Erdmann über die Ergebnisse: Der Ausbau könnte, je nach Modell, 16 bis 30 Millionen Euro kosten.

Pandemiebedingt hatte die Verwaltung das Thema in den vergangenen Ausschüssen immer wieder verschoben. Der strategischen Planung für die Kosten und Investitionsplanungen liegen Daten der Telekommunikationsunternehmen zugrunde.

Bisher sind laut Erdmann etwa 95 Prozent der Haushalte mit mindestens 30 Megabit pro Sekunde angeschlossen. Nur etwa zwei Prozent der Haushalte verfügten zum Zeitpunkt der Studie über eine Gigabitversorgung, also eine Downloadgeschwindigkeit von 1000 Megabit pro Sekunde. Davon lag einer vorgestellten Skizze zufolge der größte Teil im Industriegebiet.

Nur drei Prozent haben vollständige Glasfaserversorgung

Stadtweit kommt das Internet über verschiedene technische Strukturen in die Haushalte. In knapp zwei Dritteln der Verbrauchsstellen laufen die Daten über kombinierte Fiberglas-Coax-Leitungen (kurz HFC) ein. Dabei werden die Daten zunächst über Glasfaserleitungen des Kabelfernsehnetzes bis in die Nähe der Haushalte übertragen. An den Endpunkten der Glasfasern werden die optischen Signale dann in elektrische umgewandelt, die über Koaxialkabel aus Kupfer in die einzelnen Haushalte geführt werden. In weiteren 34 Prozent der Fälle versorgen die Anbieter ihre Kunder über ein eigenes Glasfasernetz bis zum Bordstein („Fiber to the Curb“, FTTC). Bis ins Gebäude schafft es die schnelle Glasfaser nur in etwa drei Prozent der Fälle („Fiber to the Building“, FTTB).

Berücksichtigt man die bereits bestehenden technischen Anschlüsse, müssten 16,6 Millionen Euro fließen, um alle Haushalte vollständig an ein Gigabitnetz anzuschließen. Gut 30 Millionen wären es, wenn man alle Haushalte unabhängig von bestehender Technik berücksichtigt. Dann verteilten sich die Kosten allerdings auf mehr Abnehmer, sodass die Kosten je Haushalt mit 4025 Euro etwa 2300 Euro niedriger wären.

Den Großteil der Investition verschlingt der Tiefbau für 81 oder 136 Kilometer Leitungen, je nach bevorzugter Lösung, so Erdmann. Zudem empfahl er beim Bau eine beinahe ausfallsichere Ringstruktur im Leitungssystem.

Was ist mit dem 5G-Ausbau?

Im Mobilfunkbereich könnten Lücken mit neun weiteren Funkmasten geschlossen werden, führte Erdmann aus. Sogenannte Small Cells würden das Mobilfunknetz für die 5G-Technik zusätzlich verstärken. Mögliche Standorte für die physikalisch kleinen Einheiten wären laut Projektleiter Straßenbeleuchtungsmasten. Von dort aus rechnete er mit einer Reichweite von etwa 100 bis 200 Metern.

Ein 5G-Funkmast schlüge mit knapp 59.000 Euro zu Buche. Erdmann empfahl der Stadt, den Breitbandausbau zu koordinieren und den eigenwirtschaftlichen Glasfaserausbau des Telekommunikationsanbieters bn:t zu unterstützen. Für eine Ausbauförderung abgelegener Liegenschaften sei eine Zusammenarbeit auf Kreisebene denkbar.