Prozessauftakt In Meckenheim gefasste Automatensprenger vor Gericht

In Bonn stehen derzeit zwei Männer vor Gericht, weil sie nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft einen oder mehrere Geldautomaten in der Region sprengen wollten.

In Meckenheim gefasste Automatensprenger vor Gericht​
Foto: picture alliance/dpa/Britta Pedersen

Wenn es denn stimmt, was die Bonner Staatsanwaltschaft in Ihrer Anklage skizziert hat, dann wäre die geplante Tat kein einmaliger Ausrutscher: In der Nacht vom 22. auf den 23. März 2022 gerieten zwei 24 und 26 Jahre alte Männer aus den Niederlanden und ein 36-jähriger Franzose in Meckenheim in eine Polizeikontrolle. Beamte entdeckten im Kofferraum ihres Fahrzeugs drei verkabelte Sprengstoffpakete, wie sie oft zur Sprengung von Geldautomaten eingesetzt werden.

Das 26-jährige niederländische Mitglied des Trios wurde bereits im Februar 2023 vor dem Landgericht Osnabrück wegen einer Automatensprengung zu viereinhalb Jahren Gefängnis verurteilt. Aktuell muss sich der Mann gemeinsam mit seinen damaligen Mitfahrern aus der Fahrt durchs Vorgebirge wegen der Vorbereitung eines weiteren Coups verantworten.

Angeklagter fehlt bei Prozessauftakt

Statt drei saßen am ersten Prozesstag allerdings nur zwei Männer auf der Anklagebank im Saal 0.15 des Bonner Landgerichts. Der 24-jährige Niederländer war nicht erschienen. Um dennoch weiter verhandeln zu können, trennten die Richter der 7. Großen Strafkammer sein Verfahren ab. Die Anwälte der beiden übrigen Angeklagten versuchten dann im Rahmen eines Rechtsgesprächs auszuloten, auf welche Strafen sich ihre Mandanten im Falle eines Geständnisses einrichten müssten.

Nach übereinstimmender Meinung von Gericht und Staatsanwaltschaft darf der 36-jährige Franzose mit einer bewährungsfähigen Strafe von maximal zwei Jahren rechnen. Für seinen bereits rechtskräftig verurteilten Mandanten wünscht sich dessen Anwalt Ingmar Rosentreter eine Gesamtfreiheitsstrafe, die nur moderat über das bereits verhängte Strafmaß hinausgeht.

Polizei stoppte verdächtigen Wagen in Meckenheim

Die Angeklagten sollen sich bereits Anfang 2022 mit weiteren Tätern zusammengeschlossen haben, um Geldautomaten in Deutschland zu sprengen. An jenem Märzabend 2023 soll der flüchtige 24-Jährige in Bergheim zwei Nummernschilder geklaut und an seinem Wagen angebracht haben. Zu dritt fuhr man dann weiter nach Meckenheim, wo die Polizei den Wagen anhielt.

Neben den Sprengstoffpaketen entdeckten die Beamten auch noch acht gefüllte Benzinkanister, ein GPS Steuergerät, Stirnlampen, drei Sturmhauben, drei Schraubendreher, ein Brecheisen, schwarze Faltentaschen sowie zwei Funkgeräte und Handschuhe im Kofferraum des Fahrzeugs. Die drei Männer hatten nach der Kontrolle vergeblich versucht, zu Fuß zu flüchten. Die Kammer will nun bis Ende Mai ein Urteil verkünden.

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