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Volkshochschule: Karl Hempel und Karola Koglin sagen Adieu

Volkshochschule : Karl Hempel und Karola Koglin sagen Adieu

Der Kapitän verlässt das Schiff nicht bevor es nach stürmischen Zeiten wieder in ruhigeres Fahrwasser geraten ist. So gesehen trifft es sich gut, dass Karl Hempel, Chef der Volkshochschule (VHS) Meckenheim, Rheinbach, Swisttal und Wachtberg, sowie seine Stellvertreterin Karola Koglin jetzt zum 31. August in den Ruhestand gehen.

Denn stürmisch waren die zurückliegenden Monate für die Bildungsinstitution mit Sitz in Rheinbach etwa, als in der Gemeinde Swisttal eine hitzige Debatte darüber entbrannte, ob die Kommune aus Kostengründen aus der Musikschule der VHS austreten soll. Zwischenzeitlich hat der Rat beschlossen, dass vorerst alles beim Alten bleibt.

"Ich würde es sehr bedauern, wenn Swisttal herausgeht", sagt Hempel im Gespräch mit dem General-Anzeiger. Solch ein Schritt sei "nicht im Sinne der Schüler", meint der renommierte Konzertpianist.

Hempel zweifelt daran, dass eine Kommune durch einen Ausstieg Einsparungen erzielen kann. Schließlich müsste das Personal der Musikschule anteilig übernommen werden. "Ich würde mir wünschen, dass Swisttal weiter im Verbund bleibt", sagt der Mann, der vor 35 Jahren als Klavierpädagoge und Fachbereichsleiter an der Rheinbacher Musikschule seinen Dienst antrat. Sieben Jahre später übernahm er die Leitung der Musikschule, 2010 übernahm er außerdem die Leitung der Volkshochschule.

Wie seine Stellvertreterin Karola Koglin hofft Hempel inständig darauf, dass sich eines nicht so fernen Tages der Traum eines eigenen "Hauses der Bildung" für VHS und Musikschule realisieren lässt. Den Hinweis auf klamme Kassen der Kommune lassen beide nicht gelten. "Das könnte auch eine Finanzierungsgesellschaft stemmen", meint Hempel.

Ein Problem für die VHS sei die von der Zweckverbandsversammlung beschlossene, von einer Prüfkommission vorgeschlagene Erhöhung der Gebühren um einen Euro pro Stunde. "Das macht für manche Angebote ein Plus von bis zu 40 Prozent aus." Die Folge: Die Anmeldezahlen fürs aktuelle VHS-Semester fallen enttäuschend aus. "Wir haben derzeit etwa 300 Anmeldungen weniger."

Immer schwieriger werde es für die VHS Räume für die vielfältigen Angebote für Musik, Sport, Sprachen oder anderes zu finden. "Die Raumprobleme sind so schlimm wie noch nie", bekundet Koglin. Beispiel: So stehen etwa Lernorte in der neuen Rheinbacher Gesamtschule für die VHS nicht mehr zur Verfügung. Hempel und Koglin hoffen, dass die Bildungsangebote der VHS nicht auf dem Altar der Etatkontrolle geopfert werden.

Ab 1. September ist Adrian Grüter neuer VHS-Direktor, Barbara Hausmanns Vizeleiterin. "Neue Besen kehren gut", findet die scheidende VHS-Spitze für zwei Städte und zwei Gemeinden.

Für die Zeit des Ruhestands möchte Koglin eine neue Sprache lernen: Kölsch. Und Hempel will sich wieder verstärkt der Wunderwelt der Klänge widmen und auch mehr Konzerte geben. Und: "Ich spaziere jeden Tag von Merzbach nach Rheinbach und gucke hier nach dem Rechten", sagt er und lacht wie ein Schelm.