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Kinderbuch der Meckenheimer Stadtarchivarin Ingrid Sönnert

Debütroman von Ingrid Sönnert : „Niki, Lisa und das schwarze Loch“: Ehemalige Meckenheimer Stadtarchivarin schreibt historisches Kinderbuch

Zwischen Fantasie und Historik: Autorin Ingrid Sönnert stellt ihr erstes Kinderbuch vor. Niki und Lisa begeben sich darin auf eine spannende Zeitreise ins Jahr 1646. Und mit Geschichte kennt sich die ehemalige Stadtarchivarin aus.

Kinder können eine ganze Menge, zeigt Ingrid Sönnert in „Niki, Lisa und das schwarze Loch“. Ihr Kinderbuch erzählt die fantastische Geschichte der neunjährigen Lisa und des zehnjährigen Niki, die in einer alten Mühle in Raesfeld ein schwarzes Loch entdecken. Unbeabsichtigt fallen sie hinein und begeben sich auf eine Zeitreise ins Jahr 1646. Sie erleben den Bau des Schlosses Raesfeld, den Dreißigjährigen Krieg, lernen ein Mädchen namens Elsken kennen und verhindern gemeinsam mit ihr die Entführung des Schlossherren Alexander von Velen.

Erfahrung als Sachbuchautorin

„Ich wollte schon immer ein Kinderbuch schreiben“, sagt Sönnert. Die ehemalige Meckenheimer Stadtarchivarin hat schon einige Sachbücher geschrieben – doch bisher weder einen Roman noch ein Kinderbuch. Sie habe beim Schreiben von ihrer Erfahrung profitiert. Denn die Autorin ist gelernte Erzieherin, hat in einem Kinderheim und einer Außenwohngruppe gearbeitet. Dadurch sei es ihr erst möglich gewesen, sich in das Alter der Hauptfiguren hineinzuversetzen und ihre Handlungen dementsprechend zu beschreiben.

Auch historisch hat die 68-Jährige viel Vorwissen: Sie studierte Geschichte sowie Volkskunde und beschäftigte sich intensiv mit dem Dreißigjährigen Krieg im West-Münsterland. „Bei mir spielt immer Geschichte mit“, erklärt die Historikerin. Darum habe es sich angeboten, in ihrem Werk historisches Wissen ebenso wie pädagogische Erfahrungen einzubinden. „Ich wollte schon immer einen Roman schreiben, aber hatte während meiner Arbeit als Stadtarchivarin keine Zeit dafür“, erinnert sich Ingrid Sönnert. 2019, mit dem Eintritt in den Ruhestand, konnte sie dann ihr lang ersehntes Projekt angehen.

Drei Jahre kreativer Prozess

Von der Idee bis zur Veröffentlichung des Buches am 17. September sei es ein langer und lehrreicher Weg gewesen, erzählt die 68-Jährige. Denn sie hat neben dem Schreiben ein Fernstudium zu Kinderliteratur und Romanschreiben absolviert, ist an die Orte gereist, an denen die Handlung ihres Buches spielt, hat selbst zahlreiche Kinderbücher gelesen und schließlich Verlage kontaktiert.

Das Buch, das nun für 14,90 Euro erhältlich ist, sei vor allem für Kinder zwischen sieben und zwölf Jahren geeignet, empfiehlt die Verfasserin. Sie wolle mit der Geschichte die Fantasie von jungen Menschen anregen und sie neugierig machen auf vergangene Zeiten.

Eine aktuelle Botschaft

Die Historikerin ist zufrieden: „Für mein erstes Werk dieser Art ist es eine runde Sache.“ Ein Buch zu schreiben, sei wie ein Bild zu malen oder ein Stück zu komponieren – man könne immer weiter daran arbeiten, aber irgendwann müsse man sagen „jetzt ist es fertig“.

Sönnert möchte ihren Leserinnen und Lesern neben dem historischen Wissen auch eine aktuelle Botschaft vermitteln: „Die Welt ändert sich und nichts bleibt, wie es ist.“ Insbesondere für Kinder sei es wichtig, das zu verstehen und zu wissen, dass sie die Möglichkeit haben, Dinge zu bewirken und selber mitzugestalten – ebenso wie Niki, Lisa und Elsken.