Ein Abend mit Kästner "LiteraTon" trug Gedichte, Prosa und Chansons vor

MECKENHEIM · Sein amüsantes und doch nachdenklich stimmendes Programm "Erich Kästner: "... was nicht in euern Lesebüchern steht" präsentierte das Trio "LiteraTon" in der Meckenheimer Friedenskirche.

 Bernhard Lückge (v.l.), Stephan Lindemeier und Doris Meyer sind das Trio "LiteraTon".

Bernhard Lückge (v.l.), Stephan Lindemeier und Doris Meyer sind das Trio "LiteraTon".

Foto: Wolfgang Henry

Mit großem schauspielerischem Können rezitierte Doris Meyer die Texte des Autors, die sie gemeinsam mit Bariton Stephan Lindemeier und dem Pianisten Bernhard Lückge ausgesucht und einstudiert hatte. Die Gedichte, Prosatexte, Chansons und Szenen trug Meyer im Dialog mit Lindemeier und Lückge vor, so dass es stets einen lebendigen Erzählfluss gab, der die Zuhörer in seinen Bann zog.

Einigen ist Kästner nur als Kinderbuchautor bekannt. Die drei Künstler jedoch sind begeisterte Leser von Kästners gesellschaftskritischer und satirischer Literatur. "Mit unserem Programm wollen wir den Leuten den Erich Kästner für Erwachsene nahebringen", erklärte Meyer.

Im ersten Teil des Abends ging es um die Kindheit und das Bewahren von Kindheitserinnerungen. Lindemeier sang dazu "Man müsste wieder 16 Jahre sein" aus dem "Hymnus auf die Zeitgenossen" mit Texten von Kästner in der Vertonung von Edmund Nick. Der zweite Teil des Abends thematisierte Beziehungen und Gesellschaftskritik. Das Trio widmete sich auch Texten, in denen Kästner die Borniertheit des Nationalsozialismus kritisiert.

Die Schwächen und Eitelkeiten seiner Zeitgenossen deckt der Satiriker Kästner schonungslos auf. Dabei brachten die Texte, die keineswegs an Aktualität verloren haben, das Publikum trotz des bitterbösen Inhalts zum Lachen. "Nur bleibt es einem bei Kästner oft im Hals stecken. Kästner war Satiriker durch und durch", sagte Lindemeier.

Meistgelesen
Neueste Artikel
Zum Thema
Aus dem Ressort