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Unterschriftenaktion in Meckenheim: Lüftelberger setzen Zeichen gegen Hass und Hetze

Unterschriftenaktion in Meckenheim : Lüftelberger setzen Zeichen gegen Hass und Hetze

In Lüftelberg verteilt ein Unbekannter Aufkleber und Briefe, in denen er die Corona-Maßnahmen mit dem Dritten Reich vergleicht. Mit einer Unterschriftenaktion wollte Ortsvorsteher Daniel Südhof ein Zeichen dagegen setzen. Schon bis Donnerstagabend beteiligten sich Hunderte Lüftelberger daran.

Überrascht, zugleich überwältigt zeigte sich Ortsvorsteher Daniel Südhof bei der Unterschriftenaktion „Lüftelberger Vereine und Privatpersonen gegen Hass und Hetze“. Auf etwa 100 Unterschriften hatte er gehofft. Zwanzig Minuten vor dem offiziellen Beginn der Aktion hatten bereits 120 Menschen ihren Namenszug unter das Dokument gegen Hass und Hetze gesetzt. Damit nicht genug, bildete sich gegen 18 Uhr eine coronagerechte immer länger werdende Schlange derer, die sich solidarisch erklären wollten. Mehr als 290 wurden es bis zum Abend, inklusive der Unterschrift des Bürgermeisters, früherer Ortsvorsteher und Ratsmitglieder.

Seit rund zwei Wochen klebt ein Unbekannter Hetzzettel an öffentliche Orte wie dem Fahrplan der Bushaltestelle und wirft Flugblätter in die Briefkästen. Im Duktus des dritten Reiches las man dort Sätze wie „Gespritzte, Genmanipulierte haben ab sofort in der Öffentlichkeit einen gelben Stern sichtbar an der Kleidung zu tragen“ oder „Diese Corona-Impfung tötet“. Südhof organisierte daraufhin die Unterschriftenaktion. „Man kann unterschiedlicher Meinung sein“, fand er. In diesem Falle sei es jedoch eine Frage der Wortwahl und der Art und Weise, die Meinung kundzutun, sagte er.

Die Vorsitzende des Lüftelberger Karnevalsvereins Rebecca Simon unterschrieb in Abstimmung mit dem Vorstand für ihren Verein. Ihres Wissens nach beteiligten sich so gut wie alle örtlichen Vereine an der Aktion. Einige Mitglieder wollten es sich laut der Vorsitzenden nicht nehmen lassen, zusätzlich persönlich zu unterschreiben. „Grenzen müssen aufgezeigt werden“, sagte Simon.

Durch einen WDR-Bericht auf die Aktion aufmerksam geworden, hatten sich auch Bettina und Hans-Erwin Muermann aus Merl auf den Weg nach Lüftelberg gemacht. „Das kennen wir aus den anderen Ortsteilen nicht“, sagte Bettina Muermann. Sie wollte hier unterstützen und „in einem solchen Fall sofort ein Zeichen setzen“. Ihr Mann erklärte: „Wenn Leute rechstlastig dummes Zeug machen, muss man dagegen aufstehen und dagegenhalten.“