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Meckenheim: Eltern kritisieren überfüllten Bus für Grundschüler

ÖPNV in Meckenheim : Eltern kritisieren überfüllten Bus für Grundschüler

Im morgendlichen Bus von Lüftelberg nach Meckenheim wird es mitunter so voll, dass Eltern jetzt aktiv geworden sind.

Wenn nicht gerade Ferien sind, wird es im Bus der Linie 750, der um 7.40 Uhr von Lüftelberg nach Meckenheim fährt, mitunter richtig voll. Viele Mädchen und Jungen nutzen die Verbindung für den Weg zur Grundschule. So viele, dass sich Lüftelberger Eltern nun an Ortsvorsteher Daniel Südhof gewandt haben. Ihre Sorge beziehungsweise Kritik: Der Bus ist mitunter völlig überfüllt.

„An normalen Tagen funktioniert es meist noch. Aber auch dann hat nicht mehr jedes Kind einen Sitzplatz“, sagt Tanja Ratz, Mutter einer sechsjährigen Erstklässlerin. „Wenn dann noch schlechtes Wetter hinzukommt, wird es im Bus so chaotisch, dass teilweise sogar die Erst- und Zweitklässler bereits stehen müssen“, ergänzt sie. Sie frage sich, wie die Lage erst im Winter sein werde.

Offener Brief und Unterschriftenliste

Um auf das Problem aufmerksam zu machen, verfasste Ratz einen offenen Brief und initiierte eine Unterschriftensammlung. Beides hat sie nun Südhof übergeben, verbunden mit der Bitte, alles an Stadtverwaltung und Kommunalpolitik weiterzuleiten.

Bei Südhof stieß sie auf offene Ohren. „Ich bin auch Familienvater und erlebe die Situation am Bus ebenfalls oftmals als sehr gedrängt und überfüllt“, sagt er. Auch sei ihm zu Ohren gekommen, dass es schon Fahrten gegeben haben soll, bei denen der Bus so voll war, dass sogar Kinder im abgetrennten Bereich zwischen Klappbarriere und Windschutzscheibe haben stehen müssen. Ob man für diese eine Fahrt einen größeren Bus einsetzen kann oder mittels eines zweiten Fahrzeugs für Entlastung gesorgt wird, müssten nun Verwaltung und Politik prüfen, so Südhof.

Bei der Linie 750 handelt es sich um einen Bus des Unternehmens Regionalverkehr Köln (RVK). Allerdings sieht die RVK aktuell kein Problem. Auf besagter Linie werde ein Bus eines Subunternehmers eingesetzt, sagt RVK-Sprecherin Diana Jerchel. Dieser Bus habe je nach Fahrzeugtyp 30 bis 34 Sitzplätze und 55 bis 60 Stehplätze.

Keinen Anspruch auf einen Sitzplatz

Vor dem Beginn eines Schuljahres klären RVK, Kreisverwaltung und Schulamt per Datenabfrage an den Schulen, mit welcher Anzahl Schülerinnen und Schüler zu rechnen ist. Jerchel: „Diese Zahlen dienen als erste Grundlage zur Planung einzusetzender Busse und Fahrpersonal.“

Gleichwohl habe es kürzlich an zwei Tagen eine Fahrgastzählung auf der betreffenden Fahrt gegeben. „Hier wurde festgehalten, dass insgesamt an den Haltestellen in Lüftelberg 38 beziehungsweise 40 Kinder eingestiegen sind, sodass es keineswegs zu einer Überfüllung oder gar einer kritischen Situation oder eines Verstoßes gegen Sicherheitsvorschriften kam“, so Jerchel. Grundsätzlich gebe es im öffentlichen Nahverkehr (ÖPNV) und auch im Schülerverkehr keinen Anspruch auf einen Sitzplatz, man werde die Lage aber weiter beobachten.

Eine Frage des Geldes

Südhof gibt zu bedenken, ob nicht ein reiner Schulbus – auch Schülerspezialverkehr genannt – praktischer wäre. Ein gesonderter Schulbus, ein größeres Fahrzeug für die reguläre Verbindung oder eine zusätzliche Fahrt: Am Ende ist es wie bei so vielen Dingen eine Frage des Geldes. „Bei einem reinen Schülerspezialverkehr trägt die Stadt die alleinigen Kosten“, erläutert Sascha Bach von der Pressestelle der Stadt Meckenheim auf Anfrage unserer Redaktion. Da die Linie 750 aber eine reguläre Linie ist, werden die Kosten zwischen der Stadt und dem für den ÖPNV in der Region zuständigen Rhein-Sieg-Kreis geteilt.

Der Kostenanteil der Stadt Meckenheim für alle ÖPNV-Angebote auf ihrem Gebiet wird über die sogenannte ÖPNV-Pauschale abgerechnet, die die Kreis-Kommunen jährlich nach Siegburg überweisen müssen. Im Fall Meckenheims sind das laut Bach im Haushaltsjahr 2021 mehr als 880.000 Euro.