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Meckenheim-Lüftelberg : Mutmaßliche Entführung: Frau und Sohn aufgetaucht

Mutmaßliche Entführung in Lüftelberg : Vermisste Frau und Sohn melden sich aus dem Kosovo

Die vermisste 34-jährige Frau und ihr dreijähriger Sohn haben sich gemeldet. Der spektakuläre Fall aus Meckenheim-Lüftelberg hat eine überraschende Wende genommen. Die Ermittlungen dauern aber an.

Die vermisste 34-jährige Frau und ihr dreijähriger Sohn haben sich aus dem Kosovo gemeldet. Wie die Bonner Polizei am Dienstagnachmittag mitteilte, wurden die beiden bereits am Montag durch die örtliche Polizei im Kosovo angetroffen. Dabei hätten sich keine Hinweise auf eine aktuelle Gefährdung oder Verletzungen der beiden ergeben.

Wie berichtet, hatte es am vergangenen Donnerstag einen Großeinsatz der Polizei in Lüftelberg gegeben, dem Wohnort von Frau und Kind. Nach Zeugenangaben sollen sie dort gegen ihren Willen in ein Auto gezogen worden sein. Gegenüber der örtlichen Polizei habe die Frau aber angegeben, dass sie sich freiwillig im Kosovo aufhalte, so die Bonner Polizei. Damit hätten sich Aussagen der 34-Jährigen bestätigt, die sich nach Angaben der Polizei bereits am vergangenen Freitagnachmittag telefonisch gemeldet hatte.

Telefonat und Videoanruf

In diesem Telefonat sowie einem anschließenden Videoanruf habe sie gegenüber zwei Kriminalbeamtinnen der Bonner Polizei Angaben zu ihrem aktuellen Aufenthaltsort im Kosovo gemacht. Sie hielte sich dort freiwillig bei einem Familienangehörigen auf. Im Rahmen der internationalen Ermittlungen, in die auch das Bundeskriminalamt eingebunden war, seien die Angaben durch die örtliche Polizeibehörde überprüft und bestätigt worden, hieß es am Mittwoch weiter.

Ungeachtet dessen, werden die Ermittlungen von Polizei und der Staatsanwaltschaft Bonn wegen des Verdachts der Freiheitsberaubung weitergeführt. Wie berichtet, hatten sich die Ermittlungen zunächst auf den von der Frau getrennt lebenden 39-jährigen Ehemann konzentriert. Dieser war noch am vergangenen Donnerstag an seiner Wohnanschrift in Ratingen vorläufig festgenommen worden. Er konnte am Freitagnachmittag das Polizeipräsidium wieder verlassen.

Glaubhafter Zeugenbericht

„Der Tatverdacht gegen den Mann hat sich nicht erhärtet“, sagte Frank Piontek von der Pressestelle der Bonner Polizei dem General-Anzeiger. Die Ermittlungen gegen den Mann sowie gegen weitere Personen, zu denen es konkrete Hinweise gab, dauerten aber noch an, führte Piontek aus.

Alarmiert worden war die Polizei am vergangenen Donnerstag durch eine Zeugenmeldung. Die Person habe, so Piontek, glaubhaft berichtet, dass die 34-jährige Frau und ihr dreijähriger Sohn in ein Auto gezerrt worden seien.

Daraufhin war die Polizei mit einem Großaufgebot in den 1300-Einwohner-Ort Lüftelberg ausgerückt. Straßen wurden abgesperrt, auch ein Hubschrauber war im Einsatz.