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Meckenheim will Hochwasseralarmplan erstellen - Bilanz zur Flut

Flut-Bilanz der Stadtverwaltung : Meckenheim will Hochwasseralarmplan erstellen

Die Meckenheimer Stadtverwaltung zieht eine Teilbilanz zur Beantragung und Ausschüttung von Hochwasser-Soforthilfen und informiert zur Heizungsversorgung. Bei der Diskussion um mobile Hochwasserschutzsysteme sollen künftig die Bürger zum Zug kommen.

508 Anträge auf Soforthilfe des Landes für Betroffene der Flutkatastrophe wurden für Meckenheim gestellt. In 472 Fällen wurden auch Beträge ausgezahlt, davon 424 an Privatpersonen und 48 an Unternehmen und Gewerbetreibende. Insgesamt wurden dabei 1.206.500 Euro ausgeschüttet, 240 000 Euro davon an Gewerbetreibende. Von den rund 2,5 Millionen Euro auf dem Spendenkonto des Rhein-Sieg-Kreises haben 59 Antragsteller aus Meckenheim Geld erhalten, neun weitere mangels Dokumentation oder Unterlagen nicht. Das hat die Stadtverwaltung dem Rat zum Thema „Wiederaufbau und Hochwasserschutz“ mitgeteilt.

Weitere Ausgabe von Heizkörpern geplant

Die Sachstands-Information (Stand 22. Oktober) umfasst auf sechs Seiten viele weitere Details. „Die gesamte Verwaltung ist damit befasst“, stellte Bürgermeister Holger Jung fest. Die rund 40.000 Euro, die auf dem Spendenkonto der Stadt eingegangen waren, sind vollständig ausgezahlt worden. Tatsächlich müssen diese Spenden auf andere Ausgleichszahlungen angerechnet werden, wie der Bürgermeister auf Nachfrage von Ratsfrau Brigitte Kuchta erläuterte. Inzwischen wurden die gemeinsam mit der Stadt Rheinbach beschafften Elektroheizkörper kostenfrei an Haushalte ausgegeben, die nach der Flutkatastrophe keine funktionierende Heizung mehr haben. Ein weiterer Ausgabetermin ist geplant, weil immer noch Anträge beziehungsweise Hinweise auf weiteren Bedarf eingehen.

Wie Bürgermeister Jung versicherte, werden die für die Antragstellungen auf Wiederaufbauhilfen eingerichteten Beratungsbüros auf jeden Fall bis Ende Dezember dieses Jahres bestehen bleiben. Sollte es Probleme bei der Auszahlung geben, so bitte er um entsprechende Information, damit die Verwaltung bei der Bezirksregierung nachfragen könne.

„Wir sind dabei, für den Wiederaufbauplan die Schäden und die einzelnen Maßnahmen mit Kostenschätzungen zu ermitteln“, sagte der Erste Beigeordnete Hans Dieter Wirtz. Inwieweit für die Projektkoordination externe Unterstützung etwa durch Ingenieure und Architekten erforderlich sei, werde geprüft. Dass dies aber notwendig werde, dürfte auf der Hand liegen, so Wirtz. Der Wiederaufbauplan muss dem Rat zur Beschlussfassung vorgelegt werden. Allerdings werde das erst im neuen Jahr möglich sein, prognostizierte er.

Schweizer Firma berät beim Hochwasserschutz

Für die technische Planung und Umsetzung einzelner Bauprojekte in den Schulen, Sporthallen und der Kita Mühlenstraße seien bereits Fach- beziehungsweise Ingenieurbüros angefragt und Dringlichkeitsentscheidungen für den Betrieb der Grundschulen und der Kita getroffen. Eingeschränkt laufen die Heizungsanlagen ebenso wieder wie der Schulbetrieb mit eingeschränktem Raumprogramm. Nach Abstimmung mit den weiterführenden Schulen soll der Sportunterricht in den Hallen am Schul-Campus und in Lüftelberg stattfinden. Dafür sind allerdings Bustransfers notwendig. „Aber es gibt zurzeit keine Busse. Wir arbeiten an einer Lösung“, sagte Jung. Für den Vereinssport gebe es unbürokratische Lösungen, etwa für bestimmte Kurse im alten Ratssaal im Ruhrfeld.

Zum Themenkomplex Gewässer und Hochwasserschutz haben für die Erstellung von Gefahrenkarten erste Begehungen mit Ingenieurbüros stattgefunden, wie der Technische Beigeordnete Heinz-Peter Witt erläuterte. Auch ist die Aufstellung eines Hochwasseralarmplans in Angriff genommen. Wertvolle Infos zu den Möglichkeiten mobiler Hochwasserschutzsysteme habe die Firma Beaver aus der Schweiz geliefert. Geplant sind laut Witt Info-Veranstaltungen für die Bürgerschaft, auch mit dem Info-Mobil des Vereins HochwasserKompetenzCentrum (HKC e.V.).