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Meckenheimer Protestanten diskutieren, wie es nun weitergeht.

Kirchenschließung in Meckenheim : Zwei von drei Gemeindezentren sind nicht zu halten

Die evangelische Gemeinde Meckenheim muss schrumpfen und zwei Gemeindezentren aufgeben. Die Mitglieder besprachen nun, ob das noch zu verhindern ist und welche Chancen sich ergeben.

Seit dem Frühjahr ist klar: Die evangelische Kirche Meckenheim wird angesichts deutlicher Haushaltsdefizite zwei ihrer drei Gemeindezentren schließen. Welche Anforderungen das verbleibende Zentrum erfüllen muss, welche Möglichkeiten sich damit bieten, welche Nachteile, aber auch Vorteile sich aus den Veränderungen ergeben, diskutierten die Gemeindemitglieder nun in ihrer jüngsten Versammlung. Dabei hatten nicht nur die Kritiker das Wort.

An dem seit vier Jahren unter dem Strich stehenden Minus von 70 000 bis 90 000 Euro gibt es kein Rütteln. Der bereits elf Jahre alten Empfehlung aus einer Strukturanalyse, Gemeindezentren zu schließen, wird die Kirche wohl oder übel folgen müssen. „Fünf grobe Pläne liegen in der näheren Betrachtung“, sagte Pfarrerin Franziska Hageloch im Nachgang der Sitzung. Ob schließlich Sanierungs-, Umbau- und Erweiterungspläne des einen oder andern Kirchenzentrums, Abriss einzelner Gebäude oder Neubau eines großen Kirchenraums in die endgültige Entscheidung einfließen, wolle man erst im Herbst fixieren.

Die preiswerteste Lösung muss nicht die beste sein

Die Kosten der jeweiligen Pläne liegen nach Schätzungen von Laien zwischen 100 000 Euro und vier Millionen Euro. Professionelle Gutachten sollen diese Zahlen konkretisieren, wenn die Entscheidung gefallen ist, so die Pfarrerin. Dabei muss die preiswerteste Lösung nicht die beste sein: „Wir wollen die bestehenden Angebote erhalten und in einem Gemeindezentrum zusammenführen.“ Einfach wird das nicht, weil die Bedürfnisse unterschiedlichster Personengruppen berücksichtigt werden sollen.

Ein großer Kirchraum soll möglichst viel Platz für Gottesdienst und anderen Veranstaltungen bieten. Ein Außenbereich für die Sommerkirche, vielleicht mit Lagerfeuerandacht oder Weinprobe, steht ebenfalls im Fokus. Zusätzlich werden mittelgroße und kleinere, möglichst multifunktionale Räume benötigt. „Beispielsweise ein Raum mit persönlicher Atmosphäre für Jugendtreffen, in dem sich aber auch der Seniorenkreis am nächsten Tag wohlfühlen kann“, beschrieb die Pfarrerin die vielen Facetten der Abwägungen. Auch Krabbelgruppen und kleine Andachten benötigten Platz, dazu kommen Büros und Lagerräume.

Eine Spendensammlung würde die Schließung nicht verhindern

Mathias Mölleken habe von einem Stück weit Trauerarbeit gesprochen, wenn zwei der drei Zentren wegfallen, zitierte Hageloch den Superintendenten. Und bestätigte: „Das wird sicherlich auch so sein.“ Die Meckenheimer schätzen das Gemeindeleben, die Veranstaltungen und die Nähe der Kirche zu ihrem Wohnort. Eben jene dann fehlende räumlich Nähe, die zwangsläufig einen Großteil der Gemeinde betreffen wird, monieren Kritiker der Pläne. Einige Anwesende wollten zur Rettung der Zentren Spenden akquirieren oder wenigstens nur eines der drei Zentren schließen. Diese Möglichkeiten kommen laut der Pfarrerin jedoch nicht in Betracht. Die Kirche müsse nicht nur für die nächsten fünf bis zehn Jahre, sondern langfristig zukunftsfähig aufgestellt werden.

Laut Hageloch gibt es aber auch positive Stimmen: „Das Zusammenwachsen der Gemeinden wird vielfach als Vorteil gesehen.“ So lernten sich die drei verschiedenen Gemeindeabschnitte besser kennen und könnten von Synergieeffekten profitieren, brachte sie die Argumentationen für die Zusammenlegung  auf den Punkt.

Die endgültige Entscheidung fällt im September

Über die Verwendung der verbleibenden Gebäude werde später entschieden. Entsprechend der Vorgaben der Synode ist eine weitere Nutzung vorgesehen, die den Werten und Zielen der Kirche nicht entgegensteht. Ein Verkauf oder eine Vermietung an einen Rockerclub werde es beispielsweise eher nicht geben, nannte ein Hageloch als Beispiel.

Die endgültige Entscheidung des Presbyteriums ist für die Gemeindeversammlung am 26. September im Anschluss an den Gottesdienst vorgesehen. Erst dann steht der Standort des zukünftig einzigen evangelischen Kirchenzentrums fest: an der Christuskirche, der Arche oder der Friedenskirche.