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Verkehr auf der L471: Meckenheimer sorgen sich wegen hoher Anliegerbeiträge

Verkehr auf der L471 : Meckenheimer sorgen sich wegen hoher Anliegerbeiträge

Viele Anwohner von Altendorf-Ersdorf würden es begrüßen, wenn die Verkehrssituation auf der Durchfahrtsstraße entschärft würde. Wie sie die Anliegerbeiträge für mögliche Baumaßnahmen bezahlen sollen, wissen einige jedoch nicht.

Problematisch ist die Verkehrssituation in Altendorf-Ersdorf besonders auf der Durchgangsstraße L471. Darüber besteht im Ort wohl kein Zweifel. Über den Weg zu Lösung des Problems gehen die Meinungen jedoch auseinander. Sicher sei es sinnvoll, an der Gehwegsituation etwas zu verändern, sagt Anwohner Karl-Heinz Probst. Manche von der örtlichen Bürgerinitiative kritisch beurteilten Gefahrenpunkte, wie den engen Gehweg vor seinem Haus, kann er aber nicht nachvollziehen. Zudem sorgt er sich wegen möglicher Straßenbaubeiträge für die Anlieger.

Er habe schon oft gehört, dass die vor seinem Haus auf den Gehweg ragende Treppe ein Hindernis sei, so Probst. Er selbst sei dort aber schon vor 50 Jahren mit dem Kinderwagen vorbeigekommen, und bis vor zwei Jahren habe er seine Frau dreieinhalb Jahre lang im Rollstuhl durch den Ort gefahren, auch an dieser Stelle vorbei.

Die Tatsache, dass sein Haus zwischen zwei Kurven liegt, empfand er dabei als Vorteil. „Die Autos sind hier nicht so schnell. Man muss kurz warten, bis eine Lücke kommt und dann herumfahren“, beschrieb Probst. Selbst wenn sich in dieser Zeit ein Fahrzeug nähere, sei das kein Problem. Die Fahrer müssten nur kurz vom Gas gehen, so der 88-Jährige. Ändern könne er an der Situation wegen der baulichen Voraussetzungen des alten Hofensembles ohnehin nichts.

Rentner weiß nicht, wie er Anliegerbeitrag bezahlen soll

Wie man die Bürgersteige auf der Höhe seines Hofes an der Rheinbacher Straße, wie die L471 in dem Bereich heißt, verändern will, ohne den Abschnitt auf seiner Seite an der Treppe noch enger zu machen, kann Probst nicht nachvollziehen, er vertraue aber auf die Planer. Sorge bereiteten ihm hingegen die auf ihn zukommenden Anliegerbeiträge. „Mein Grundstück ist auf der Straßenseite knapp 30 Meter lang“, sagte der Senior. „Ich bin Rentner. Ich weiß noch nicht, wie viel das werden wird und wie ich das bezahlen soll.“

Trotzdem sei es sinnvoll, an der Verkehrssituation zugunsten der Fußgänger etwas zu ändern, meint Probst. Schon der Wegfall der Parkplätze auf der Höhe seines Grundstücks sei ein Gewinn gewesen, allerdings wünschte er sich für das zugehörige Halteverbotsschild einen günstigeren Platz. Seiner Einschätzung nach nähmen die Menschen das oberhalb in der Kurve angebrachte Halteverbotsschild nicht immer wahr.

Pläne der Stadt Meckenheim noch nicht optimal

Ersdorfs Ortsvorsteher Ferdinand Koll hatte bereits im Meckenheimer Stadtentwicklungsausschuss um Lösungen gebeten, die die „Kosten nicht unnötig in die Höhe treiben“. In der Planung befänden sich Pflasterungen, die unnötig tief in den Boden vor den Häusern eingriffen, sagt Koll. Weil die Gebäude teilweise aus den Anfängen des 20. Jahrhunderts stammen oder gar noch deutlich älter sind, sorge sich mancher Besitzer sein Gebäude, wenn tief gegraben werde.

„Außerdem kommt man auf den gepflasterten Wegen nicht so gut mit einem Rollator zurecht“, berichtet Koll von den Sorgen eines Anliegers. Gehwegplatten anstatt kleinteiligem Pflaster könnten laut Koll die Probleme lösen: Die Variante wäre preiswerter, man müsste nicht so tief an der Gründung der Häuser eingreifen und Rollator-Nutzer kämen besser zurecht.

Eine große Mehrheit der Bürger befürworte einen Umbau, so Koll. So werde der Verkehr durch bauliche Maßnahmen gebremst. Ob die Menschen einer ohnehin hier rechtlich nicht möglichen Tempo-30-Anordnung immer Folge leisten würden, stünde auf einem anderen Blatt. Eine solche Anordnung hatte ein Anwohner ins Spiel gebracht.