Verkehrswende So reagiert die Politik in Meckenheim auf das neue Mobilitätskonzept

Meckenheim · Die Meckenheimer Politik reagiert insgesamt positiv auf das fertige Mobilitätskonzept. Manche Aspekte bedürfen jedoch einer Erläuterung.

Mehr Mobilstationen wie hier an der Haltestelle Industriepark sind eine von vielen Ideen aus dem Mobilitätskonzept.

Mehr Mobilstationen wie hier an der Haltestelle Industriepark sind eine von vielen Ideen aus dem Mobilitätskonzept.

Foto: Alexander C. Barth

Am Dienstag präsentiert die Meckenheimer Stadtverwaltung zusammen mit externen Fachleuten das neue Mobilitätskonzept bei einem Online-Infoabend. Vertreter des Stadtrats haben sich damit Ende vergangener Woche bereits befasst, in einer rund fünfstündigen Sondersitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung und Verkehr. Im Detail gab es ebenso Lob wie Kritik, unterm Strich stieß das Konzept in der Kommunalpolitik aber auf Akzeptanz.

Als schwer vermittelbar erwies sich erneut die Unverbindlichkeit des Konzepts, das keine konkreten planerischen Vorgaben macht, sondern im Grunde eine fachlich fundierte Ideensammlung darstellt. Für eine längere Diskussion sorgte etwa eine Karte, die das Meckenheimer Straßennetz in gelbe, hellgrüne und dunkelgrüne Bereiche unterteilt. Die Idee: Auf den gelb markierten Straßen dürfen Autofahrer schneller unterwegs sein, Radwege sollen soweit wie möglich vom motorisierten Verkehr getrennt bleiben. Auf den grünen Routen ist Tempo 30 oder weniger angesagt, so dass sich Auto- und Radfahrer, teilweise auch Fußgänger, den Verkehrsraum mit akzeptablen Risiken teilen können. Während die dunkelgrünen Strecken besonders für Kinder, Senioren und ungeübte Radfahrer zu empfehlen sind, eignen sich die hellgrünen besser für E-Bikes und Rennräder, mit denen man gern mal mit etwas mehr Tempo durch die Stadt flitzt.

Zunächst nur eine Richtschnur

Anstoß nahmen manche Ratsmitglieder an bestimmten Kreuzungen oder Stellen, an denen der jeweilige Ansatz nicht passe, weil etwa diese Hecke zurückgeschnitten oder jene Markierung ergänzt werden müsse. Kritik auf dieser Ebene ging ebenso am Anspruch des Konzepts vorbei wie die Annahme, bei den farblich markierten Netzarten handle es sich um Vorschriften, die im Alltag für die Bürger viel zu kompliziert seien. Die anwesenden Fachleute und Vertreter der Verwaltung stellten noch einmal klar, dass das Konzept eine Richtschnur für die Stadt- und Verkehrsplanung der nächsten Jahre sein solle. Bevor irgendwo Bagger anrückten, würden Entscheidungen den üblichen Weg durch die Gremien gehen und auch die Bürger weiter einbezogen werden, betonte der Technische Beigeordnete, Heinz-Peter Witt.

„Jeder kann frei entscheiden, welches Netz er nutzt“, erklärte David Philipps vom beauftragten Planungsbüro VIA zur Karte mit den verschiedenfarbigen Routen. Diese diene dazu, den Ansatz zu veranschaulichen und einen Vorschlag zu unterbreiten, im Detail sei damit nichts in Stein gemeißelt.

Konflikte vermeiden

Deutlich wurde auch, dass die Verantwortlichen des Konzepts den Blick bei manchen Aspekten stärker als die Kommunalpolitik in die Zukunft richten. So wunderten sich etwa Brigitte Kuchta (SPD) und Christian Dickmann (CDU) über Aussagen in den Unterlagen, die auf Vermeidung von Konflikten zwischen Radfahrern und Fußgängern abzielen. In Meckenheim gebe es solche Probleme nicht, so die Einschätzung der Ratsmitglieder. Peter Gwisada (VIA) erklärte daraufhin: „Wir haben die Aufgabe, perspektivisch zu denken.“ In vielen Städten würden schon jetzt mehr als 50 Prozent aller Unfälle zwischen Radfahrern und Fußgängern stattfinden, und der Anteil steige.

Die vielen weiteren Ideen, etwa zur Umgestaltung des Bahnhofareals, verfolgte die Politik mit Interesse und vielen Anmerkungen. Sitzungsleiterin Sabrina Gutsche (CDU) brachte den nächsten Schritt auf den Punkt: „Wir sind jetzt gespannt auf die Reaktion der Bürger.“

Wer die Präsentation am Dienstag, ab 18 Uhr, via Zoom verfolgen möchte, erhält einen Zugangslink nach Anmeldung per E-Mail an die städtische Mobilitätsmanagerin unter liena.humke@meckenheim.de. Die Teilnahme ist über den Web-Browser auch ohne Herunterladen und Installieren der Zoom-Software möglich.

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