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Meckenheimer Partnerschaft mit Gemeinde in Afrika: Perspektiven für Ghana schaffen

Meckenheimer Partnerschaft mit Gemeinde in Afrika : Perspektiven für Ghana schaffen

Seit 30 Jahren engagieren sich Meckenheimer in der Partnerschaft zur Gemeinde Sankt Paul in Kumasi. Eine Delegation aus der Apfelstadt reiste für zwei Wochen nach Ghana und berichtete nun von ihren Erlebnissen.

Etwa zwei Wochen lang besuchten im Juli Angelika und Thomas Herwartz vom Partnerschaftsausschuss sowie der Vorsitzende des Pfarrgemeinderats der Pfarreiengemeinschaft Meckenheim, Martin Barth, die Partnergemeinde Sankt Paul in Kumasi/Ghana. Am Sonntag berichteten sie im Pfarrsaal von Sankt Johannes vor etwa 40 Interessierten unter dem Motto „Auf dem Weg aus der Armut begleiten“ von ihren Eindrücken und Erlebnissen. Auch zahlreiche Fotos und Filmaufnahmen hatten die Afrika-Reisenden mitgebracht.

In diesem Jahr feiere die Partnerschaft zwischen den Gemeinden in Meckenheim und Kumasi ihr 30-jähriges Bestehen, erläuterte der Vorstandssprecher des Partnerschaftsausschusses Ernst Schmied bei der Begrüßung der Gäste, darunter auch Michael Firmenich von der Togohilfe Rheinbach, mit der ein reger Austausch bestehe. Die Partnerschaft, die einst zwischen Sankt Paul in Kumasi und Sankt Johannes der Täufer in Meckenheim geschlossen worden war, werde inzwischen von der gesamten Pfarreiengemeinschaft Meckenheim getragen, erläuterte Schmied.

Besonders die Bildungsprojekte in Kumasi, die von hier aus finanziell unterstützt werden, hat die Meckenheimer Delegation in den Fokus der Ausführungen gerückt und Bilder „netter, wissbegieriger Kinder und stolzer Lehrerinnen“ gezeigt. 5.000 Euro pro Jahr fließen in den Ausbildungsfonds für Familien, die ihre Kinder ohne dieses Geld nicht zur Schule schicken könnten. Lob von Thomas Herwartz gab es für die Dokumentation über die Verwendung der Mittel. Geld aus der Sternsingeraktion der Merler Sankt-Michael-Gemeinde fließe auch in den Computerraum der Senior Highschool von Sankt Paul, berichtete Barth. Es sei entscheidend für die Schüler, den Anschluss an neue Technologien zu gewinnen, betonte er.

Überall herzlich aufgenommen worden

Schlecht sei die Ausstattung der berufsbildenden Einrichtungen vor Ort, meinte Herwartz. Es sei keine Ausrüstung für die Schüler vorhanden. Der praktische Teil der Ausbildung sei daher schwierig. Vor allem die Sauberkeit und Pünktlichkeit in Deutschland habe bei ehemaligen Meckenheim-Besuchern nachhaltig Eindruck hinterlassen, berichteten Barth und die Eheleute Herwartz von einem Treffen mit alten Bekannten. Unterschiede gebe es vor allem auch in den Gottesdiensten hier und dort. „Um sechs geht die Sonne auf, um halb sieben findet der Gottesdienst statt und die Kirche ist voll“, zeigten sich die Afrika-Reisenden beeindruckt.

Überall seien sie herzlich aufgenommen worden, auch bei Erzbischof Gabriel Anokye und Alt-Erzbischof Peter Sapong. Herwartz berichtete vom Kontakt zu einer engagierten Frauengruppe, die sich für soziale Projekte und politische Bildung einsetze und über die „Green Ladies“, die ehrenamtlich eine Gesundheitsvorsorge wie Blutdruckkontrolle und Seh- und Hörtests für die Gemeindemitglieder übernehme.

Ein persönliches Highlight für die drei Meckenheimer war, dass sie beim Empfang des Asantehene, des Königs der Aschanti-Region, dabei sein durften. Dessen Unterkönig Amakonhene konnten sie zudem bei einer Gerichtsverhandlung zuschauen. Auch vom Besuch des Marktes in Kumasi und eines Schmetterlingsparks waren sie begeistert. Danke sagten sie insbesondere ihren „hervorragenden Gastgebern“ von der Partnergemeinde Sankt Paul in Kumasi.