Gespräch am Wochenende Peter Dahlhausen spricht über seine Erfindung "Kettenbausteine"

MECKENHEIM · Viele Erfindungen werden durch Zufall gemacht. In seinem Fall war das anders. Er wollte etwas erfinden. Es sollte etwas sein, das nützlich ist und den Menschen Freude bereitet.

 Zapfen auf der Ober-, Löcher auf der Unterseite: Peter Dahlhausen gewann mit seiner Kettenbaustein-Erfindung den "Toy Award".

Zapfen auf der Ober-, Löcher auf der Unterseite: Peter Dahlhausen gewann mit seiner Kettenbaustein-Erfindung den "Toy Award".

Foto: GA (Repro)

Und es sollte möglichst etwas sein, womit sich ein wenig Geld verdienen ließe. Gesagt, getan: Der gebürtige Meckenheimer Peter Dahlhausen hat ein neues Spielzeug erfunden, die Kettenbausteine. Über Hirn, Holz und Heimat sprach mit ihm Anke Vehmeier.

Wie sind Sie auf die Idee gekommen?
Peter Dahlhausen: Da ich in der Freizeit gerne mit Holz arbeite, lag nichts näher, als etwas aus Holz zu erfinden. Der Gedanke an Holzspielzeug war mir gleich gekommen, und warum nicht Bauklötze? Sie mussten natürlich außergewöhnlich und innovativ sein, wenn man darauf Schutzrechte anmelden wollte.

Was ist das Außergewöhnliche?
Dahlhausen: Es war eine spezielle Beschaffenheit, Funktionalität, oder sonst eine noch nicht dagewesene Eigenschaft erforderlich, die die Holzklötze besonders machen würde. Also stellte ich an die Bausteine eine Reihe von Bedingungen, die, wenn sie alle erfüllt würden, doch etwas Neuartiges ergeben würden. Das Ergebnis waren schließlich diese Kettenbausteine, die, wie ich meine, tatsächlich etwas vollkommen Neues in Bezug auf Bausteine sind.

Was kann man mit den Steinen bauen?
Dahlhausen: Die Möglichkeiten sind sehr vielfältig. Gebäude, Türme, Mauern, aber auch Figuren kann man damit bauen. Der Clou ist, dass man die Gebilde danach noch bewegen und die Bausteine gegeneinander verschieben kann. Das regt die Fantasie besonders an. Durch die Zapfen auf der Ober- und Löcher auf der Unterseite ergibt sich zwischen den Holzbausteinen ein stabiler Verbund, sodass etwa eine Mauer nicht sofort zusammenfällt, wenn man daran stößt.

Wie ist es gelungen, bei einer großen Firma unterzukommen?
Dahlhausen: Ich hatte einige Holzspielzeughersteller kontaktiert. Simba mit seiner Holzspielzeugfirma Heros gehörte zu den Unternehmen, die bereit waren, die Idee mit mir umzusetzen. Und da Simba weltweit in mehr als 30 Ländern vertreten ist und über eine jahrelange Erfahrung im Spielzeuggeschäft verfügt, fiel mir die Wahl nicht schwer.

Mit was haben Sie als Kind am liebsten gespielt?
Dahlhausen: Daran kann ich mich nicht mehr deutlich erinnern. Unter anderem sicher mit Holzbausteinen, aber natürlich auch mit Lego.

Welche Preise haben Sie schon gewonnen?
Dahlhausen: Bisher nur zwei. Auf der Erfindermesse habe ich mit den Kettenbausteinen eine silberne Medaille gewonnen. Weit wichtiger ist dagegen der Toy Award, der international am meisten anerkannte und wichtigste Innovationspreis für Spielzeug. Am 28. Januar erzielten die Kettenbausteine diese Auszeichnung in der Alterskategorie 0 bis 2 Jahre auf der Spielwarenmesse in Nürnberg.

Gibt es weitere Anwendungsgebiete für die Kettenbausteine?
Dahlhausen: Die Bausteine ließen sich aus Beton und in größerem Format gefertigt sehr gut im Außenbereich, etwa für Hochbeeteinfassungen, Begrenzungsmauern oder Hangbefestigungen, verwenden. Man braucht keine Spezialsteine für Ecken, jede Grundform ließe sich mit den Bausteinen problemlos umsetzen, und wenn man nicht zu hoch baut, benötigt man aufgrund des Zapfen-Loch-Verbundsystems nicht einmal Mörtel oder Kleber. Was vor allem den Vorteil hat, dass man immer wieder neu beginnen kann, gefiele einem das Gebaute nicht.

Was verbindet Sie mit Meckenheim?
Dahlhausen: In Meckenheim bin ich aufgewachsen, habe dort die Hälfte meines Lebens verbracht. Dort und in der nahen Umgebung leben meine Mutter, meine Schwester und meine drei Brüder mit ihren Familien. Meine Frau kommt aus Lüftelberg. Glücklicherweise haben auch meine Kinder einen Bezug zu Meckenheim. So wohnt die Freundin einer meiner Söhne in der Burg zu Lüftelberg. Außerdem haben wir sehr gute Freunde dort, die wir eigentlich zu selten sehen.

Was bedeutet Heimat für Sie?
Dahlhausen: Heimat ist für mich da, wo meine frühesten Erinnerungen liegen. Heimat ist natürlich auch da, wo man immer noch Freunde hat, wo die Verwandtschaft wohnt, wo das Elternhaus steht. Aber ist Heimat nicht immer auch da, wo man sich am meisten geborgen fühlte? Und wo man eine glückliche Kindheit verbracht hat? Heimat ist für mich auch die Erinnerung an meinen Vater Helmut, der leider schon im Jahr 2005 verstorben ist. Ihm widme ich meine Erfindung, denn ohne die Vererbung eines kleinen Teils seines Erfindergeistes und handwerklichen Geschicks wäre ich wohl nicht so weit gekommen.

Zur Person

Peter Dahlhausen wurde am 9. März 1964 in Bonn geboren. Er wuchs in Meckenheim auf und machte dort sein Abitur. Dahlhausen absolvierte seine Ausbildung zum Bankkaufmann in Meckenheim, bevor es ihn beruflich zunächst nach Düsseldorf und anschließend nach Luxemburg zog, wo er als Banker tätig ist. Er ist verheiratet, hat drei erwachsene Kinder und wohnt nahe Trier im Weinort Ayl.

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