LVR-Auszeichnung für ehrenamtliches Engagement Rheinlandtaler fürs Stadtmuseum Meckenheim: So reagiert der Verein

Meckenheim · Bei der Verleihung der begehrten Auszeichnung durch den LVR gab es viel Anerkennung. Wem die gebührt und was die beiden Vereinsvorsitzenden bei ihrem Engagement motiviert.

Dieter Ohm (l.), Vorsitzender des Vereins Meckenheimer Stadtmuseum und Kulturforum, und sein Stellvertreter Rolf Engelhardt freuen sich über die Verleihung des Rheinlandtalers.

Dieter Ohm (l.), Vorsitzender des Vereins Meckenheimer Stadtmuseum und Kulturforum, und sein Stellvertreter Rolf Engelhardt freuen sich über die Verleihung des Rheinlandtalers.

Foto: Alexander C. Barth

Einer nahm den Preis entgegen, die Anerkennung gilt vielen: Der Verein Meckenheimer Stadtmuseum und Kulturforum hat am Montag bei einer gut besuchten Feierstunde im Herrenhaus Burg Altendorf den Rheinlandtaler verliehen bekommen. Wie berichtet, würdigt der Landschaftsverband Rheinland mit seiner Auszeichnung das Engagement des Vereins, der ehrenamtlich die Dauerausstellung zur 7000-jährigen Besiedlungsgeschichte von Meckenheim und Umgebung betreut. „Sie haben sich diese Auszeichnung verdient“, sagte Landrat Sebastian Schuster in seiner Ansprache. Er sei „sehr stolz“, dass das Ehrenamt im Rhein-Sieg-Kreis „so groß und so vielfältig ist“.

Jürgen Wilhelm, stellvertretender Vorsitzender der Landschaftsversammlung Rheinland, betonte in seiner Laudatio, es sei „der Beharrlichkeit und dem ausdauernden Engagement“ der Vereinsmitglieder zu verdanken, dass die Ausstellung seit 2013 „das Wachstum und den Wandel“ Meckenheims eindrücklich vermittle. Die interaktiven Angebote wie Kurse zum historischen Töpfern und zur Schmuckherstellung hob Wilhelm dabei ebenso hervor wie die persönlichen Verdienste von Dieter Ohm, der den Verein seit 2017 als Vorsitzender leitet.

Lebendig und begreifbar

„Sie empfangen nicht nur jeden Sonntag Besucher hier im Museum und erläutern mit Enthusiasmus und einem großen Wissensschatz die Historie, sondern Sie tragen die Geschichte und Geschichten auch in die Meckenheimer Schulen und Kindergärten“, lobte Wilhelm weiter. Durch mitgebrachte Exponate und historische Anekdoten würden die Inhalte begreifbar und lebendig dargestellt.

 Mit verschiedenen Schautafeln, Modellen und Exponaten veranschaulicht die Dauerausstellung die 7000-jährige Besiedlungsgeschichte der Stadt Meckenheim.

Mit verschiedenen Schautafeln, Modellen und Exponaten veranschaulicht die Dauerausstellung die 7000-jährige Besiedlungsgeschichte der Stadt Meckenheim.

Foto: Alexander C. Barth

Als „weise und hervorragende Entscheidung“ bezeichnete Bürgermeister Holger Jung in seinem Grußwort die Verleihung des Rheinlandtalers an den Meckenheimer Verein. Das Herrenhaus sei durch die Dauerausstellung eine wahre „Schatzkammer unserer Stadt“. Die Ehrenamtlichen würden sich auch durch aufschlussreiche Vorträge und „überaus zahlreiche Kunstausstellungen“ unter der Regie des Vereins „vorbildlich“ einbringen. Das Stadtmuseum sei „ein absoluter Gewinn“ für Meckenheim. Jung würdigte auch die Leistungen früherer Vereinsmitglieder, die teilweise inzwischen verstorben sind.

Es kommen fast immer Besucher

Ohm selbst nahm den Preis stellvertretend für die 60 aktiven Mitglieder und Förderer entgegen, wie er betonte. „Diese Auszeichnung erfüllt uns mit Stolz und Dankbarkeit zugleich“, sagte er. Die Anerkennung gebühre vor allem den Menschen, „die bereit sind, hier sonntags sechs Stunden zu verbringen, auch wenn mal kein Besucher kommt“. Letzteres sei „zum Glück selten.“

Zur Frage des GA, was ihn bei seinem Ehrenamt motiviere, sagte Ohm (73), für ihn sei es selbstverständlich, sich in der Gesellschaft einzubringen: „Sich nur hinsetzen und über Dinge schimpfen ist nicht mein Ding“. Dennoch würde wohl auch er selbst die Lust verlieren, wenn er nicht die Erfahrung machen würde, dass „etwas zurückkommt und andere bereit sind, unsere Ideen mitzutragen“. In die gleiche Kerbe schlug sein Stellvertreter Rolf Engelhardt (71). Es sei motivierend, wenn „wir bei Lesungen und Kunstausstellungen viele Besucher haben und man merkt: Die Leute, die kommen, finden das gut.“

Gefragt nach einer persönlichen Empfehlung für Besucher nennt Ohm die großformatigen Luftaufnahmen im Treppenhaus, die die rasante Stadtentwicklung nach dem Zweiten Weltkrieg dokumentiert. Die Reihe sei kürzlich um eine Fotografie von 1960 ergänzt worden, auf der die Häuser sehr gut zu erkennen seien. Engelhardts Tipp zielt auf die Ausstellungsinhalte zum Thema Hexenverfolgung ab, die gerade besonders gefragt seien. Der Verein plant dazu auch eine Veranstaltung (siehe Infokasten) sowie eine Publikation.

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