1. Region
  2. Voreifel & Vorgebirge
  3. Meckenheim

Bauen in Meckenheim: Projekte rund um den Bahnhof gehen voran

Bauen in Meckenheim : Projekte rund um den Bahnhof gehen voran

Neue Wohnhäuser, Unterführung, Umgehungsstraße: An mehreren Stellen wird gebaut. So sind die Grundstücke im ersten Bauabschnitt des Wohnbaugebiets "Meckenheimer Sonnenseite" alle verkauft. Am Bahnhof soll eine Fußgänger-Unterführung entstehen. Zudem soll es eine Umgehungsstraße um die neuen Wohngebiete geben, die Richtung Rheinbach am Ortsausgang unter den Gleisen hindurchführt und den Baumschulenweg anbindet.

Die ersten Gespräche und eine "Zukunftswerkstatt Bahnhof" gab es schon zur Jahrtausendwende. Bis die ersten Bagger rollten, dauerte es zwar noch 13 Jahre, aber jetzt geht es zügig voran rund um den Meckenheimer Bahnhof. An mehreren Stellen wird gebaut. So sind die Grundstücke im ersten Bauabschnitt des Wohnbaugebiets "Meckenheimer Sonnenseite" alle verkauft.

Am Bahnhof soll eine Fußgänger-Unterführung entstehen. Zudem soll es eine Umgehungsstraße um die neuen Wohngebiete geben, die Richtung Rheinbach am Ortsausgang unter den Gleisen hindurchführt und den Baumschulenweg anbindet.

Die beiden Bahnsteige wurden barrierefrei umgebaut und sind in Betrieb. Bis Ende Juni soll der Hausbahnsteig, der direkt am Bahnhofsgebäude liegt, komplett nutzbar sein. Auch der Auftrag für eine provisorische Fußgängerbrücke hin zum Außenbahnsteig sei erteilt, sagt der Technische Beigeordnete Heinz-Peter Witt.

Ab Ende Juni soll diese den Bahnkunden den Umweg um die Gleise herum ersparen, bis Anfang 2014 dann die geplante Fußgänger- und Radunterführung nutzbar sein wird. Diese soll breiter und offener werden als dies bei der Bahn Standard ist. Derzeit sei man dabei, die Schienen durch eine Unterkonstruktion abzufangen, skizziert Witt den Sachstand.

Erst danach könnten die Erdarbeiten beginnen. Eine Herausforderung seien die Vertragsverhandlungen mit der Bahn gewesen, da die Stadt wegen der breiteren und helleren Unterführung mit 710.000 Euro an den Kosten beteiligt werde. Insgesamt wird das Projekt einschließlich der Unterführung, der Beleuchtung, der Sitzbänke sowie der beiden geplanten Aufzüge rund 4,4 Millionen Euro kosten.

Die sogenannte Eisenbahnkreuzungsvereinbarung ist der Schlüssel zur Unterführung, die von Bonn kommend am Ortsausgang liegt und durch die Autofahrer in die dahinter liegende Nördliche Stadterweiterung gelangen sollen. Diese Vereinbarung habe sich als besonders kompliziert herausgestellt, weil viele Beteiligte mitgewirkt hätten, sagt Witt.

Dazu zählen der Landesbetrieb Straßenbau NRW, der ein Sechstel der Kosten trägt, die Deutsche Bahn, die etwa ein Drittel übernimmt, der Bund, der das zweite Drittel finanziert, sowie die Stadt Meckenheim, die ebenfalls ein Sechstel der Kosten übernimmt, jedoch auf Fördermittel des Landes von rund 60 Prozent des städtischen Anteils von rund 1,6 Millionen Euro hofft. Insgesamt werden für die Autounterführung mit anschließender Umgehungsstraße bis zum Baumschulenweg rund elf Millionen Euro fällig.

Die technische Herausforderung sei es, während des laufenden Betriebes eine Brücke zu bauen, unter der dann die Straße verlaufen wird. Dieses Brückenbauwerk, sprich die Unterführung, soll bis Ende 2014 fertig werden, die sich anschließende Umgehungsstraße 2015. Die Vereinbarung, über die seit mehr als zehn Jahren verhandelt wird, soll noch in diesem Jahr unterzeichnet werden.

Die Umgehungsstraße sei deshalb so wichtig, weil sie den Verkehrskollaps an der Rheinbacher Landstraße und der Bonner Straße verhindern soll, erklärt Witt. Deshalb könne auch der zweite Bauabschnitt auf der Sonnenseite erst umgesetzt werden, wenn die Straße fertig sei.

Wohnbaugebiet "Meckenheimer Sonnenseite"

Alle 85 Grundstücke im ersten Bauabschnitt sind verkauft und das in Rekordzeit: "Auf diesem Gebiet verlief alles schneller als geplant", sagt Witt. Er schätzt, dass auch der Straßenendausbau im nächsten Jahr fertig wird. Wenn die Umgehungsstraße vollendet ist, können weitere rund 130 Wohneinheiten auf vier Hektar Fläche gebaut werden.

Was noch fehlt, ist ein Investor für das geplante Familienzentrum. Witt: "Wir befinden uns in den Bietergesprächen." Die Kita wird nach dem Modell der Öffentlichen Privaten Partnerschaft (ÖPP) gebaut. Witt schätzt, dass in der letzten Ratssitzung vor der Sommerpause der Auftrag an einen der Investoren vergeben werden soll.

Auch die Kita soll 2014 nutzbar sein, sofern wie geplant in diesem Jahr mit dem Bau begonnen wird. In der Nachbarschaft will der Meckenheimer Unternehmer Norbert Schaffrath seniorengerechte Wohnungen sowie einen Pflegedienst ansiedeln.

Mischfläche

Die knapp ein Hektar große Fläche östlich des Bahnhofs ist für Wohnungen und Gewerbe vorgesehen. Dort sitzt die Regionalverkehr Köln GmbH (RVK), die das ehemalige Saatgutlager erweitert hat. In den Erweiterungsbau sind das Straßenverkehrsamt und die Außenstelle des Jugendhilfezentrums des Kreises eingezogen.

Auch das Vereinshaus des arabischen Kulturvereins sowie der Zeugen Jehovas befinden sich auf dem Areal. Was sonst noch dort entstehen könnte, dazu wollte sich Witt nicht äußern: "Wir sind in Gesprächen mit potenziellen Investoren." Ob die Ansiedlung einer Disco noch aktuell ist, wollte Witt weder bestätigen noch dementieren.