Kommentar zum Rechtsruck Auch Streiter für Vielfalt sollten es sich nicht zu einfach machen

Meckenheim · Grenzen zu, Ausländer raus, dann sind alle Probleme gelöst – das ist ein gefährliches Narrativ. Als Streiter für die Vielfalt sollte man es sich aber auch nicht zu einfach machen, findet unser Autor Alexander C. Barth.

 Ein Regenbogen ist ein Symbol für Vielfalt, das in diesen Tagen häufiger zu sehen ist, hier bei einer Kundgebung gegen rechts in Rheinbach,

Ein Regenbogen ist ein Symbol für Vielfalt, das in diesen Tagen häufiger zu sehen ist, hier bei einer Kundgebung gegen rechts in Rheinbach,

Foto: Alexander C. Barth

Aktuelle Entwicklungen können bewirken, dass bestimmte Filme, Texte oder Bühnenstücke eindringlicher wirken, als es zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung der Fall war. Überaus empfehlenswert ist zum Beispiel der deutsche Spielfilm „Contra“ von 2020. Christoph Maria Herbst und die väterlicherseits pakistanisch-stämmige Nilam Farooq stehen sich darin als Hochschulprofessor „Pohl“ und Studienanfängerin „Naima“ gegenüber. Pohl repräsentiert fremdenfeindliche Ansichten der konservativen biodeutschen Oberschicht, Naima und ihre Familie die Schwierigkeit, als sozial schwache Einwanderer aus einer muslimischen Kultur in Deutschland anzukommen. Der Film ist gelungen, weil die beiden Figuren mit konträren Einstellungen aufeinanderprallen und dennoch – so viel darf verraten werden – im Laufe der Handlung Verständnis füreinander entwickeln.