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Ausbildung zum Organisten: Regionalkantor Bernhard Blitsch hatte bislang 20 Schüler

Ausbildung zum Organisten : Regionalkantor Bernhard Blitsch hatte bislang 20 Schüler

Wer beim Orgelunterricht in der Kirche Sankt Jakobus in Meckenheim-Ersdorf erwartete, einen kompletten Durchlauf des "Concerto del Sign" von Antonio Vivaldi zu hören, wäre enttäuscht gewesen. Stattdessen ringen Schülerin und Lehrer an der zweimanualigen Orgel um jeden Ton.

Akribisch genau wird Note für Note des barocken Stückes erarbeitet. "An dieser Stelle würde ich eine hellere Registrierung empfehlen. Hier kann der Fingersatz noch gewechselt werden", sagt Bernhard Blitsch, Seelsorgebereichsmusiker im Pfarrverband Meckenheim. Manuela Haupthoff macht sich Eintragungen in ihre Noten und wiederholt geduldig jede Passage.

Die 34-Jährige durchläuft seit Beginn des Jahres eine zweijährige C-Ausbildung zur Kirchenmusikerin. Jeden Donnerstag hat sie Orgelunterricht bei Blitsch. Als Regionalkantor im Rhein-Sieg-Kreis ist er zum einen zuständig für den Instrumentalunterricht, zum anderen Ansprechpartner für die Ausbildung zum Organisten im Nebenberuf.

An jedem Samstagnachmittag werden in den Räumen der Musikhochschule in Köln weitere Fächer von Dozenten unterrichtet. "Von der Gehörbildung über Gesangsunterricht bis hin zu Musik- und Orgelgeschichte bietet die Ausbildung das volle Programm. Aber das ist gut mit meinem Beruf als Hausfrau und Mutter von zwei Kindern zu vereinbaren", sagt Haupthoff.

Einmal in der Woche hospitiert sie zusätzlich bei Organist Michael Bailer in der "Capella nova" in Buschhoven, um Chorpraxis zu bekommen.

Als Sechsjährige begann die Odendorferin mit dem Klavierspiel und brachte es bis zum Landeswettbewerb für "Jugend musiziert". 15 Jahre lang ließ sie danach die Tasten ruhen, bis sie in der Vorbereitung auf die Aufnahmeprüfung die Liebe zum Musizieren wieder entdeckte.

"Eine enge kirchliche Gebundenheit oder eine theologische Vorbildung wird für diese Ausbildung nicht vorausgesetzt und hat mir die Entscheidung erleichtert", erzählt sie.

Auch Blitsch berichtet von Einsteigern aus ganz unterschiedlichen Berufen. "Ich bin stolz darauf, in meinen Jahren hier in Meckenheim 20 Menschen die Faszination der Kirchenmusik nahe gebracht und sie erfolgreich für den Beruf des Organisten im Nebenberuf mit ausgebildet zu haben", erzählt er.

Und schon widmen sich Schülerin und Lehrer wieder dem Concerto. "Das ist die schwerste Stelle, hier können Sie mehr Akzente setzen." Blitsch lässt nicht die kleinste Ungenauigkeit durchgehen. "Über die verschiedenen Möglichkeiten der Interpretation setzen wir uns auseinander, aber in technischen Fragen habe ich das Sagen. Da bin ich stur", erklärt er seine Arbeit.

Der Schülerin ist es recht. Sie freut sich aber auch schon auf die nächsten Stunden in der Hochschule.

Mehr über die Ausbildung zum Kirchenmusiker im Nebenberuf auf www.Kirchenmusik-rhein-sieg.de