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Schießerei in Meckenheim: Schießsportverein will sich auflösen

Nach Schießerei in Meckenheim : Schießsportverein des Täters will sich auflösen

Nach der Schießerei Ende November in Meckenheim will sich der Verein des Schützen auflösen. Ungeachtet davon bekommt er Post vom Bonner Amtsgericht.

Nach der Schießerei in Meckenheim will sich der Schießsportverein des Täters nach Angaben der Bonner Polizei auflösen. Die Signale seien eindeutig, sagte Polizeisprecher Robert Scholten dem General-Anzeiger.

Ihm zufolge liegt der Bonner Behörde eine entsprechende E-Mail der übrigen Vereinsmitglieder vor, in der eine Vereinsauflösung für das erste Quartal 2021 anvisiert wird. Offen ist, wann und wie eine dafür notwendige Mitgliederversammlung aufgrund der Corona-Situation stattfinden kann.

Wie berichtet, war Ende November 2020 ein 44-Jähriger um sich schießend durch Meckenheim gezogen. Er hatte Häuser und Autos getroffen sowie einen Polizisten an der Hand verletzt. Wie durch ein Wunder wurden keine anderen Personen in der ansonsten ruhigen Wohngegend verletzt.

Meldung ans Amtsgericht erforderlich

Letztlich tötete sich der Mann bei einem Schusswechsel mit einem Spezialeinsatzkommando (SEK) selbst. Das Motiv für die Tat liegt den Ermittlungen nach im privaten Bereich. Nach der Tat war bekannt geworden, dass der 44-Jährige Gründungsmitglied und Vorsitzender eines Sportschützenvereins war, der im Januar 2019 in das Vereinsregister beim Amtsgericht Bonn eingetragen wurde.

Apropos Amtsgericht: Von diesem hat der übrige Vereinsvorstand jetzt Post erhalten. Schließlich muss auch in einem solchen Fall alles seinen geregelten Gang gehen.

So ist laut Amtsgerichtsdirektorin Birgit Niepmann „das Ausscheiden des ersten Vorsitzenden“ noch nicht dem Vereinsregister mitgeteilt worden. „Der Verein hat nach der Praxis des hiesigen Registergerichts vier bis sechs Wochen Zeit für die Anmeldung“, führte Niepmann weiter aus.

Die Mitteilung werde im konkreten Fall bis Ende Februar erwartet, ansonsten könne ein Zwangsgeld angedroht und gegebenenfalls festgesetzt werden. Ob der Schießsportverein dann noch existiert, ist offen.

Tatwaffen liegen noch beim LKA

Bereits kurz nach der Tat hatte die Polizei mitgeteilt, dass die Vereinsmitglieder ihre Waffen an einen Waffenhändler abgegeben haben. Auch die Waffen des 44-Jährigen seien auf Wunsch der Angehörigen zur Veräußerung abgegeben worden, sagte Scholten jetzt.

Ausgenommen davon seien die konkreten Tatwaffen, so Scholten weiter. Diese seien weiterhin beim Landeskriminalamt sichergestellt. Was mit den Waffen letztlich passiere, entscheide die Staatsanwaltschaft.