Bücherflohmarkt am 23. April So heißt der neue Bücherei-Förderverein in Meckenheim

Meckenheim · Mit den Alfterer „Buchstützen“ als Vorbild hat sich in Meckenheim der neue Förderverein für die noch nicht geöffnete Bücherei einen Namen gegeben. Der neue Vorsitzende wäre 2009 fast Oberbürgermeister der Stadt Bonn geworden.

 In den Räumlichkeiten der früheren kirchlich-kommunalen Bücherei öffnet nach aktuellen Planungen im Sommer 2024 die Meckenheimer Zweigstelle des neuen interkommunalen Angebots.

In den Räumlichkeiten der früheren kirchlich-kommunalen Bücherei öffnet nach aktuellen Planungen im Sommer 2024 die Meckenheimer Zweigstelle des neuen interkommunalen Angebots.

Foto: Alexander C. Barth

Geöffnet ist sie noch nicht, aber seit Kurzem gibt es einen offiziellen Förderverein: Die Rede ist von der Meckenheimer Zweigstelle der neuen interkommunalen Bücherei Meckenheim/Alfter. Zur Gründungsversammlung im Rathaus kamen nach Angaben der Verwaltung 34 Bürgerinnen und Bürger, die sich bereiterklärt hatten, das Bildungsangebot zu unterstützen. Bei ihrer ersten formellen Zusammenkunft trafen die Förderer bereits wichtige Entscheidungen. Unter anderem steht nun der Name des Vereins fest: Einstimmig votierten die Mitglieder für „Lesezeichen“, mit einem großen „Z“ in der Eigenschreibweise.

„Wir möchten ein Zeichen setzen für das Lesen“, erläutert Christian Dürig (72). Den früheren Vorsitzenden des Meckenheimer CDU-Stadtverbands, der seit 37 Jahren in der Neuen Mitte lebt, bestimmte die Versammlung einhellig zum ersten Vorsitzenden. Dürig dürfte zudem vielen noch bekannt sein als Bundesgeschäftsführer der CDU (1997-1999) und als CDU-Kandidat bei der Wahl zum Bonner Oberbürgermeister im Jahr 2009, bei der er gut 35 Prozent der Stimmen auf sich versammelte – das Rennen machte damals mit rund 41 Prozent der SPD-Kandidat Jürgen Nimptsch.

Seit der Gründung bereits gewachsen

Im Förderverein werde Parteipolitik keine Rolle spielen, betont Dürig. Von seiner Erfahrung profitieren die „Lesezeichen“ aber schon jetzt: Der gelernte Jurist war über Jahrzehnte bei der Deutschen Post tätig, wo er den Prozess der Privatisierung mit begleitete, unter anderem als Geschäftsführer und Projektleiter. Mit den ersten Fortschritten seines aktuellen Projekts in Meckenheim zeigt sich der frischgebackene Vorsitzende zufrieden. „Die Resonanz ist groß, wir haben jetzt schon um die 45 Mitglieder. Wir hoffen, diesen Schwung beibehalten zu können.“

In Meckenheim hat sich ein Förderverein für die interkommunale Bücherei gegründet, Vorsitzender ist Christian Dürig (10.v.l.). Die „Lesezeichen“ freuen sich bereits über Zuwachs.

In Meckenheim hat sich ein Förderverein für die interkommunale Bücherei gegründet, Vorsitzender ist Christian Dürig (10.v.l.). Die „Lesezeichen“ freuen sich bereits über Zuwachs.

Foto: Stadt Meckenheim/privat

Als Vorbild diene der Alfterer Förderverein „Buchstützen“ – dass die Namensgebung wie aus einem Guss wirkt, ist aber wohl auch Zufall. „Lesezeichen“ sei nur einer von vielen Vorschlägen gewesen, die bei einem offenen Wettbewerb eingereicht worden waren, und von denen drei in der finalen Abstimmung zur Wahl standen, berichtet Dürig. Die beiden Organisationen werden als Schwestervereine die jeweils örtliche Zweigstelle der interkommunalen Bücherei bei ihren Bildungs- und Kulturangeboten unterstützen.

Verein will mit Geld und Öffentlichkeitsarbeit helfen

Als stellvertretende Vorsitzende wurde Mechtild Bartuseck (63) gewählt, die seit 1989 in Meckenheim lebt und bevorzugt Kriminalromane und Lebensgeschichten von Frauen liest. Sechs weitere Mitglieder ergänzen den Vorstand. Die „Lesezeichen“ kündigen an, die Arbeit der Büchereizweigstelle durch Mitgliedsbeiträge, Spenden und Aktionen zu unterstützen und zusätzliche Medien wie Spiele, Hörbücher, Audioboxen, Filme oder Streaming-Angebote zu finanzieren. Auch Öffentlichkeitsarbeit für die Bücherei, nicht zuletzt bei der Zielgruppe Kinder und Jugendliche, betrachtet der Verein als wichtige Aufgabe.

Für ein Logo habe der Verein beim Kunst-Arbeitskreis der Theodor-Heuss-Realschule angefragt, berichtet Dürig. Geplant sei zudem eine Webseite und Präsenz in den sozialen Medien. „Auf Facebook findet man uns schon“, ergänzt der Vorsitzende. Auch ein Instagram-Profil ist bereits angelegt. Er sei zufriedener Nutzer der kirchlich-kommunalen Vorgängerbücherei gewesen und zollt dem langjährigen früheren Leiter Herbert Kalkes Respekt für seine Arbeit. „Ich habe mehrfach erlebt, dass es in Meckenheim Bücher in der Ausleihe gab, die in der Bonner Stadtbücherei noch nicht zu bekommen waren“, nennt er ein Beispiel. Er selbst lese am liebsten Sachbücher, denke bei seinem Engagement aber auch an seinen kleinen Enkel, der bereits ein großer Bilderbuchfan sei.

Wann genau die neue Bücherei öffnen wird, ist noch unklar. Nach Aussage der Gemeinde Alfter peilen die beiden Kommunen derzeit den Sommer an. In jedem Fall will der neue Förderverein zum Welttag des Buches am Dienstag, 23. April, mit einem ersten Event an den Start gehen: Von 15.30 bis 17.30 Uhr laden die „Lesezeichen“ zu einem Bücherflohmarkt vor den Türen der Büchereizweigstelle an der Adolf-Kolping-Straße 4 ein. Wer die Reihen des Fördervereins stärken möchte, bekommt Mitgliedsanträge bei der Infothek im Foyer des Rathauses oder auf Anfrage per E-Mail an lese.zeichen.foerderverein@gmail.com.

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