72-Stunden-Aktion in Altendorf-Ersdorf Schützenjugend verschönert den Pfarrhof in Ersdorf

Meckenheim-Altendorf/Ersdorf · 72 Stunden Einsatz für andere: An dieser Aktion beteiligten sich die Jugendlichen der St. Sebastianus Schützen. Trotz Regen und Hagel verschönerten sie den Kirchplatz in Ersdorf - und hatten auch noch Spaß dabei. Was das Gesicht einer Madonnenfigur damit zu hat - und warum ein Schuppen zweimal gestrichen wurde:

 Voller Einsatz im Beet: Die Schützenjugend von Altendorf-Ersdorf bringt den Pfarrgarten auf Vordermann.

Voller Einsatz im Beet: Die Schützenjugend von Altendorf-Ersdorf bringt den Pfarrgarten auf Vordermann.

Foto: Christian Klein

An einem Tisch hat sich eine Flachwitze-Gruppe gebildet, irgendwas mit „Presslufthammer“ ist von dort zu hören. Vor dem Buffet droht gerade Benjamin (12 Jahre) sein Taschengeld bei einer Gedächtniswette gegen seinen Vater Christian Klein zu verzocken. So erholt sich die Jungschützen der Sankt Sebastianus-Bruderschaft Altendorf-Ersdorf von einem anstrengenden Tag. Sie freuen sich auf einen Filmabend und die anschließende Übernachtung im Pfarrheim von Sankt Jakobus der Ältere.

Neue Beete für den Kirchgarten

Den gemütlichen Abend haben sich die Kinder und Jugendlichen redlich verdient. Denn die Schützenjugend hat im Rahmen der bundesweiten 72-Stunden-Aktion des Bundes der katholischen Jugend (BDKJ) seit Donnerstagnachmittag den Pfarrhof der katholischen Kirche in Ersdorf trotz Wind, Kälte und Hagel auf Vordermann gebracht. Die meisten hatten dafür am Freitag sogar Schulfrei bekommen, einige verbrachten drei Nächte im Pfarrsaal auf Isomatten. Und immer war die Stimmung gut.

„Wir haben den Kirchengarten umgestaltet“, erzählt Tom (12). „Wir haben Bänke und Figuren gestrichen und bemalt und ein kleines Beet angelegt.“ Er verweist damit auf eine Ecke unter einem Nadelbaum im Garten. Die ist jetzt mit Rindenmulch bedeckt, mit runden Trittplatten ausgelegt und um eine schicke Holzbank erweitert, die von Spenden angeschafft werden konnte. Die alten Biertische und -bänke hat die Truppe abgeschliffen und bunt angestrichen. Das sieht schick aus und hält hoffentlich noch eine Weile.

Sichtschutz für die Mülltonnen

„Außerdem haben wir eine Mülltonnenüberdachung gebaut“, berichtet Benjamin weiter. Allerdings nur für zwei Tonnen, die übrigen sechs stehen weiterhin frei – Überdachungen für alle, das hätte den Rahmen gesprengt. Zumindest wurde aber ein Sichtschutz aufgerichtet, damit man diese Tonnen nicht mehr so gut vom Pfarrsaal aus sehen kann. Die Projektteilnehmer kümmerten sich auch um die Madonnenfigur im Garten, deren Gesicht schon grün angelaufen war. Sie schleiften die grüne Schicht ab und strichen die Figur neu an.

Daneben entfernten sie viel Unkraut, sorgten dafür, dass abgesackte Bodenplatten wieder auf gleicher Höhe liegen, bastelten dekorative Beetstecker und eine Wimpelkette, die im Pfarrheim hängt. Besonders viel Arbeit machten sich die Teilnehmer damit, die Wand eines Schuppens zu streichen. Das machten sie einmal, dann reinigten sie die Bodenplatten davor mit einem Hochdruckreiniger und spritzten dabei viel Dreck auf die frische Farbe. „Dann durften wir die Wand nochmal streichen“, erzählte Jugendleiter Christian Klein. Übung macht den Meister.

Engagement kommt gut an

Es war nicht der erste Einsatz der Schützenjugend bei einer 72-Stunden-Aktion. Sie machten schon 2009 (Renovierung eines Kindergartens), 2013 (Bau von Bücherschränken) und 2019 (unter anderem Sammeln von PET-Deckeln für Polio-Impfungen) mit. Und schon 2003 renovierten sie beim Projekt „Rheinpower - Katholische Jugend in Aktion“ des Rhein-Sieg-Kreises. Da haben sie viel für das Kinderheim Dr. Dawo in Rheinbach geleistet. Soziales Engagement und Gemeinschaftsgefühl: Das kommt bei der Jugend in Altendorf-Ersdorf gut an. Nur wenige vergleichbare Schützenvereinen haben eine Nachwuchsabteilung mit rund 20 Kindern. Und die werden sicher gerne wieder bei der BDKJ-Aktion mitmachen.

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