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Über 100 Menschen protestieren in Meckenheim für mehr Solidarität in der Pandemie

Demonstration in Meckenheim : „Spaziergänge“ und Menschenkette: Meckenheimer demonstrieren wegen Corona

Die SPD in Meckenheim hat zu einer Menschenkette um das Rathaus aufgerufen. Damit wollen die Sozialdemokraten ein Zeichen für mehr Solidarität in der Corona-Pandemie setzen. Wie die Demonstration verlief.

Wenn keine Pandemie wäre, würden sie sich gegenseitig die Hände halten. Da aber nun einmal das Corona-Virus grassiert, spannen die Teilnehmer der Menschenkette um das Meckenheimer Rathaus jeweils einen mitgebrachten Schal zwischen sich, um den Sicherheitsabstand zu markieren. 120 Menschen haben sich laut Veranstalter auf dem kalten und dunklen Meckenheimer Rathausplatz eingefunden, um ein Zeichen für mehr Solidarität in der Corona-Pandemie zu setzen.

Wie die Meckenheimer Querdenker die Polizei austricksen

Zu der Menschenkette um das Rathaus aufgerufen hatte die Meckenheimer SPD. „Wir wollten ein Zeichen setzen, für die Solidarität untereinander, insbesondere mit  Pflegekräften. Es gibt so viele Menschen, die seit Beginn der Pandemie quasi durcharbeiten“, sagte Vorsitzender Stefan Pohl, der als Versammlungsleiter fungierte. Pohl war mit der Größe der Veranstaltung zufrieden: „Wenn man bedenkt, wie kurzfristig das Ganze organisiert wurde, ist es beachtlich, dass so viele Menschen gekommen sind“; so der SPD-Mann. Die Sozialdemokraten hatten am vorvergangenen Wochenende zu der Versammlung aufgerufen.

Insbesondere habe es ihn gefreut, dass sich Vertreter aller Meckenheimer Ratsparteien und „sehr viele normale Bürger“ an der Menschenkette beteiligt haben. Zusätzlich zur Menschenkette gab es noch eine Konkurenzveranstaltung in Meckenheim. Dort fand gleichzeitig ein sogenannter „Spaziergang“ statt, bei dem unangemeldet gegen die Impfung und die Corona-Maßnahmen protestiert wurde.

Die Menschenkette schafft es das Meckenheimer Rathaus zu umspannen

Die unangemeldete Versammlung mit laut Polizei etwa 80 Teilnehmern fand gleichzeitig in Meckenheim statt. Diese hatte in den vergangenen Wochen noch mehr als hundert Teilnehmer gehabt. Beide Demonstrationen verliefen friedlich. Bei der unangemeldeten Demonstration verzeichneten die Einsatzkräfte jedoch eine Strafanzeige, weil sich kein Versammlungsleiter auftreiben ließ, um eine Nachmeldung zu ermöglichen. Ob jemand für diesen Bruch des Versammlungsrechtes bestraft wird, ist ungewiss. Schließlich konnte die Polizei ja keinen Organisator ausmachen. Und dass sich noch jemand meldet, ist  unwahrscheinlich – schließlich droht ihm bis zu einem Jahr Freiheitsstrafe.

Was die Menschenkette anging, so schaffte diese es, das gesamte Rathaus zu umspannen. Sie konnte sogar weite Teile des Rathausplatzes mit einspannen. „Es ist ein richtig gutes Gefühl, dass so eine Menge an Menschen gekommen sind, um ein Zeichen für die Impfung und die Solidarität mit Pflegekräften zu setzen“, sagt Teilnehmerin und SPD-Frau Anett Borell de Verney.