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Swist bei Meckenheim: Hitze sorgt für Fischsterben

Bach läuft trocken : Hitze sorgt für Fischsterben in der Swist bei Meckenheim

Die Swist bei Flerzheim ist ausgetrocknet. Der Bachlauf ist nur noch an einigen trockenen Steinen zwischen Gras und Gestrüpp zu erkennen. Die örtliche Gruppe des Naturschutzbundes wird aktiv.

Die Trockenheit und die Hitze machen Menschen, Tieren  und Pflanzen zu schaffen. Während wir bei Temperaturen um 37 Grad mächtig schwitzen, ist die Swist bei Flerzheim ausgetrocknet. Der Verlauf ist nur noch an einigen trockenen Steinen zwischen Gras und Gestrüpp zu erkennen. Wasser fließt im Bach keines mehr.

Phillip Lindner, der dort mit seinem Hund spazieren ging, entdeckte die ersten verendeten Fische. Die kleinen Mulden, in denen sich Tiere und Restwasser sammelten, trocknen aus. Um darauf aufmerksam zu machen, hat sich der Jugendliche an den General-Anzeiger gewandt. „Ich hoffe, dass es ins Bewusstsein kommt“, beschreibt der Lüftelberger seine Motivation. Der 16-Jährige beobachtet die Trockenzeiten schon länger. „Das war in den letzten zwei Jahren auch so, aber nicht so stark.“ Er fragt auch, ob nicht etwas für Tiere und Bach getan werden könnte.

Das Phänomen kennt der Erftverband, der für die Unterhaltung des Baches zuständig ist. In außergewöhnlich niederschlagsarmen Sommern könne die Swist oberhalb von Flerzheim natürlicherweise trockenfallen, heißt es auf Anfrage.

April, Mai und Juli seien wieder sehr trocken gewesen

Erst kurz hinter Flerzheim fließt sie wieder – weil dort gereinigtes Abwasser einer Kläranlage eingespeist wird. Nach einem Winterhalbjahr mit überdurchschnittlich hohen Niederschlägen seien die Monate April, Mai und Juli auch in diesem Jahr wieder sehr trocken gewesen. Allerdings führten die meisten Gewässer im Einzugsgebiet der Erft etwas mehr Wasser als im Rekordsommer 2018.

Im Meckenheimer Raum hat zudem die örtliche Gruppe des Naturschutzbundes ein Auge auf die Swist. Unter anderem pflegen die Aktiven dort Feuchtwiesen. Übermäßig besorgt ist Michael Ginster als Sprecher für Meckenheim derzeit aber nicht. Aus seiner Sicht habe die Swist zwar „historisch wenig Wasser“, für die Natur sei das aber eine Phase, die Flora und Fauna ertragen könnten.

„Alle Gewässer leben mit diesen Phasen“, sagt Ginster, „das ist für die Bäche nicht untypisch. Sogar die Feuchtwiesen brauchen hin und wieder trockene Phasen.“ Dann leide zwar die Vegetation, sie erhole sich aber auch wieder. Entscheidend für die Wiesen seien ohnehin nicht das Wasser der Swist, sondern der Grundwasserstand und Wasser, das aus den umliegenden Flächen abfließe.

Dass die aktuelle Trockenphase für die Fische im Bach ein Problem ist, sieht Ginster allerdings auch. Nur könnten Privatpersonen da wenig tun. Der Vorschlag, die Fische vorübergehend in ein Aquarium umzusiedeln, sei beispielsweise wenig tauglich. Sie bräuchten die speziellen Bedingungen der Swist, die sich anderswo nicht wiederholen ließen. Auch der Versuch, die ohnehin gestressten Tiere einzufangen, würde nur schaden. „Die würden das nicht überleben“, befürchtet Ginster. Ganz abgesehen davon, dass es artenschutzrechtlich verboten ist, die Fische zu entnehmen.

Laut Erftverband könnten Fische, die wegen des gesunkenen Wasserspiegels festsitzen, allerdings eingefangen und in Gewässerabschnitte unterhalb mit sicherer Wasserführung wieder eingesetzt werden. Vergleichbare Aktionen würden immer wieder durchgeführt, wenn die Probleme rechtzeitig bekannt würden. Da sei man über Hinweise von Bürgern dankbar.

Ansonsten können Anwohner wenig tun, um den Wasserstand der Swist zu erhöhen. Die Wassermulden aufzufüllen, sei nicht möglich, weil dazu dauerhaft eine große Menge Wasser benötigt werde. Eingeleitetes Wasser versickere direkt oder fließe ab. Wichtiger sei es, auf Wasser­entnahme beispielsweise zur Gartenbewässerung oder für die Landwirtschaft zu verzichten.