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Urlaub in Corona-Zeiten: Reise-Experten ärgern sich über die Politik

Urlaub in Pandemie-Zeiten : Reise-Experten aus der Region ärgern sich über die Corona-Politik

Inhaber von Reisebüros aus der Voreifel und dem Vorgebirge blicken mit gemischten Gefühlen auf Ostern und den Sommer. Für bestimmte Corona-Regelungen haben sie kein Verständnis.

Über Ostern nach Mallorca, aber kein Urlaub innerhalb Deutschlands? Und wie sicher ist eine Ferienreise im Sommer? Über diese und andere Fragen diskutieren nicht nur Politiker, Erholungssuchende und Mediziner. Auch die Reise-Branche blickt mit einer Mischung aus Verunsicherung und Ärger in die Zukunft. Das zeigt auch eine kleine Abfrage des General-Anzeigers unter Reise-Experten im Vorgebirge und der Voreifel.

Für die Meckenheimer Reisebüro-Inhaber Wolfgang und Petra Kröger sind die Verkäufe für Ostern und für spätere Urlaubszeiten überschaubar. Nur jeweils zwei Buchungen nach Mallorca und für eine Kreuzfahrt seien bei ihr abgeschlossen worden, berichtet Petra Kröger. Dafür seien aber von 2020 auf 2021 verlegte Reisen zum zweiten Mal verschoben worden. Die Meckenheimerin ist wütend auf die Entscheidung der Politik, touristische Reisen innerhalbs Deutschland zu verbieten und ins Ausland zu erschweren.

Sichere Bedingungen durch Tests und AHA-Regeln

Die Bedingungen seien durch Tests, Abstandsregeln und Hygienemaßnahem mehr als sicher.  Die Menschen würden durch Politik und Öffentlichkeit systematisch verunsichert, meint Kröger. So hätten etwa die Teilnehmer an besagter Kreuzfahrt überhaupt keine Kontakte zu Außenstehenden. Beim Flug und im Bus seien sie immer unter sich. „Die Kabinen auf den Schiffen werden täglich zweimal gereinigt und desinfiziert“, so Kröger. Die aktuelle Mallorca-Debatte kann sie nicht nachvollziehen. „Flogen früher 100 Maschinen nach Palma, so sind es jetzt drei – also wesentlich weniger Leute. Außerdem sind viele Hotels geschlossen. Von einem Run kann überhaupt keine Rede sein“, so Kröger.

Als Humbug bezeichnet auch Maria Allnoch vom Alfterer Reisebüro die Diskussion um volle Reiseflieger nach Mallorca. Vier Buchungen auf die Insel hat sie abgeschlossen, aber nicht für Ostern, sondern für einen späteren Zeitpunkt. „Durch das Steigen der Infektionszahlen halten sich die Leute zurück“, meint Allnoch.

Verunsicherung bei potenziellen Kunden hat auch eine Mitarbeiterin eines Reisebüros in Bornheim festgestellt. Die Leute seien aktuell bei Buchungen verhalten, nur eine Reise habe sie kürzlich nach Gran Canaria verkauft. Für den Sommer seien aber schon mehr Reisen gebucht worden. Als favorisierte Urlaubsziele nannte sie die Länder am Mittelmeer – allen voran Griechenland und Spanien.

Flexible Stornierungsmöglichkeiten für die Kunden

„Für den Sommerurlaub sind die Kunden optimistischer. Hinzu kommen die Flexipakete der Veranstalter, die die Leute motivieren, sich auf eine Buchung einzulassen. Da können sie nämlich noch 14 Tage beziehungsweise drei Wochen vor Reisebeginn kostenlos stornieren und erhalten das gezahlte Geld umgehend zurück“, so die Reise-Expertin.

Zufrieden mit ihren Abschlüssen ist Alexandra Hencke aus Bornheim-Merten. Ob Malediven, Mallorca, Kanaren, Türkei, Balearen, Kroatien oder Griechenland: Die meisten der verkauften Reisen sollen im Mai und Sommer stattfinden. „Eine Firma hat für die ganze Belegschaft ein längeres Wochenende im Mai auf Mallorca gebucht. Der Chef wollte seinen Mitarbeitern etwas Gutes tun“, berichtet Hencke.

In Gesprächen mit ihren Kunden weist sie immer wieder darauf hin, dass  Studien zufolge gerade Pauschalreisen keine Hotspots für Infektionen seien. Dazu komme, dass die Hotels zum Beispiel auf Mallorca nur zu 60 bis 70 Prozent belegt seien. „Man kann die Abstandsregeln einhalten und es werden Masken ausgegeben. Bei gutem Wetter hält man sich sowieso draußen auf.“