1. Region
  2. Voreifel & Vorgebirge
  3. Meckenheim

Projekt im Linksrheinischen: Verein will Artenvielfalt am Wegesrand schaffen

Projekt im Linksrheinischen : Verein will Artenvielfalt am Wegesrand schaffen

Der Europäische Tier- und Naturschutzverein will die Streifen um Felder herum (Feldraine) im linksrheinischen Rhein-Sieg-Kreis speziell bepflanzen, um die Artenvielfalt zu fördern. Dazu braucht er die Unterstützung aller sechs Kommunen. Die von Meckenheim ist ihm schon sicher.

Ein ungewöhnliches, aber schlüssiges Artenschutz-Projekt stellte der Europäische Tier- und Naturschutzverein mit Sitz in Much für die sechs linksrheinischen Kommunen im jüngsten Umweltausschuss vor. Die sich wie ein Netz an den landwirtschaftlichen Flächen entlangziehenden Feldraine könnten laut der Vorsitzenden Rita Tondorf der Schlüssel zu mehr Artenschutz sein, sofern der Verein sie im Rahmen des Projekts „Vernetztes Rainland“ mit entsprechender Einsaat gestalten darf. Die Ausschussmitglieder entschieden sich einstimmig für eine Absichtserklärung zur Unterstützung des Vereins.

Im Vorfeld des Ausschusses beschrieb Tondorf konkrete Vorstellungen des Projektablaufs. Projektleiterin Julia Vasbender stellte die Pläne und die mögliche Rolle der Stadt im Gremium vor. „Wir sind seit 20 Jahren im Klimaschutz nicht nur in Europa, sondern auch regional aktiv“, sagte Tondorf.

Durch die Intensivierung der Landwirtschaft sind nicht nur auf den ursprünglich zu bearbeitenden Feldern Lebensräume für Insekten verlorengegangen. Die Realität zeigt laut Tondorf, dass die Feldraine häufig nicht mehr wie ursprünglich vorgesehen als freie Randstreifen der Natur zur Verfügung stehen. Ob die Gründe in verschwundenen oder verschobenen Grenzsteinen liegen oder ob neue, größere landwirtschaftliche Maschinen diesen Raum mitnutzen, stehe nicht im Vordergrund. Stattdessen wolle man auf Kommunikation und Vernetzung setzen, um diese Flächen wieder nutzbar zu machen, betonte Vasbender im Ausschuss.

Am Anfang steht die Vermessung

Weil laut Tondorf bisher nur einige Flächen als mögliches Handlungsfeld identifiziert sind, wird der erste Schritt in in der Arbeit mit Katasterdaten, Drohnenflügen und Vermessungen bestehen. Die Landwirte und Obstbauern sollen von Anfang an involviert sein. Läuft alles wie vorgesehen, könnten die Aktiven schon im nächsten Jahr die Saat für mehr Biodiversität auf den Feldrainen ausbringen.

Rund 2,1 Millionen Euro kostet das auf sechs Jahre angelegte Projekt. Drei Viertel des Betrags könnten laut Vasbender Fördermitteln des Bundesprogramms für Artenvielfalt decken. Das restliche Viertel trägt der Verein. Der Kreis will sich beim Vermessen der Flächen einbringen. Auf die Stadt Meckenheim entfallen keine Kosten, auch eine Mitgliedschaft im Verein ist nicht zwingend notwendig.

Um die Fördergelder zu beantragen, benötigen die Aktiven von den sechs linksrheinischen Rhein-Sieg-Kommunen jeweils eine Absichtserklärung, in der sie ankündigen, das Projekt zu unterstützen. Bisher gibt es den Ansatz, für den Artenschutz diese kommunalen Flächen zu nutzen, nicht. Zur Evaluation arbeitet der Verein bei diesem Projekt mit dem Internationalen Zentrum für nachhaltige Entwicklung der der Hochschule Bonn-Rhein-Siegzusammen, sagte die Projektleiterin.