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Intiative „Meckenheim hilft“: Viel Platz auf 16 000 Quadratmetern am neuen Standort

Intiative „Meckenheim hilft“ : Viel Platz auf 16 000 Quadratmetern am neuen Standort

Die Initiative „Meckenheim hilft“ ist an einen neuen Standort gezogen. Dort ist reichlich Platz für Spenden, nicht nur aus dem eigenen Lager.

Die Katastrophenhilfe „Meckenheim hilft“, die Unwetteropfer aus der Region mit vielen lebenswichtigen Artikel versorgt (der GA berichtete), hat eine neue Adresse. Die von den beiden SPD-Kommunalpolitiken Stefan Pohl und Brigitte Kuchta gegründete Initiative, die sich als „absolut überparteilich und unpolitisch“ versteht, ist umgezogen: Von den Räumen an der Straße Hambuch 18 im Industriepark Kottenforst in eine nicht weit entfernte, leerstehende Logistikhalle an der Buschstraße 13, ebenfalls im Industriepark.

Eigentümer der 16 000 Quadratmeter großen Halle sei die Firma Meckenheimer Bioenergie (MBE), die hier ein Bioenergiekraftwerk bauen wolle, berichtet Stefan Pohl. Die MBE habe „Meckenheim hilft“ aber nun sehr kooperativ und unentgeldlich die Nutzung von rund einem Drittel der Halle ermöglich.

Der neue Ort ist ein Segen für das stark gewachsene Lager

Dank eines Tipps aus den Reihen der Lüftelberger Feuerwehr, die vor einigen Wochen selbst Hilfsgüter vorbeigebracht hatte, wurden Pohl und Kuchta auf die Halle der MBE aufmerksam. Für Pohl ist das einen Segen, weil die Initiative „Meckenheim hilft“ seit ihrer Gründung Mitte Juli stark gewachsen ist - und entsprechend viel Platz braucht.

Das Einsatzziel der Initiative ist klar: „Wir wollen weiterhin da was tun, wo keine Gefahr im Verzug ist, wo wir aber sehen, dass offizielle Einsatzkräfte an ihre Grenzen kommen“, bringt es Pohl auf den Punkt. Von der Puppenwiege bis zum Mountainbike, von der Hühnersuppe bis zur Babywindel, vom Bett bis zum Herd: Fast alles, was zur Bewältigung des täglichen Bedarfs gebraucht wird, finden Unwetteropfer aus der Region in den Hochregalen des neuen Standortes. Im Bedarfs- oder Notfall liefere die Initiative sogar die benötigte Ware an Bedürftige im Katastrophengebiet etwa an der Ahr, sagt Kuchta.

Der Bedarf der Flutopfer hat sich geändert

Fast täglich komme neue Ware von Spendern dazu, berichtet Pohl, „mitunter ganze LKW-Ladungen“. Daher seien die alten Büroräume am Hambuch schnell zu klein geworden. Das habe vor allem auch mit einem geänderten Bedarf der Flutopfer zu tun gehabt: „Kurz nach der Katastrophe wurden vorrangig kleinere Dinge gebraucht, neben Lebensmitteln  vor allem Getränke, Handschuhe, Gummistiefel, Besen, Schippen, Eimer, alles was zum Reinigen und  Säubern benötigt wird“, erklärt Brigitte Kuchta. „Inzwischen geht die Nachfrage in Richtung von Inventar wie Möbeln und weiße Ware.“ Auch Bekleidung stehe im Fokus.

Hinzu kommt aber noch eine weitere Entwicklung: Es landet auch immer mehr Ware aus den umliegenden Kommunen in Meckenheim, die dann von den rund 30 ehrenamtlichen Helfern der Initiative gesichtet und sortiert wird. „In den ersten Tagen nach der Flutkatastrophe hatte man viele Spendengüter in Turnhallen und Schulen deponiert“, erklärt Pohl. Doch mit dem beginnenden Schuljahr hätten die Kommune diese Gebäude wieder für den regulären Schulbetrieb gebraucht - also mussten die Hilfsgüter woanders gelagert werden.

Vor dem Winter sind Heizungen gefragt

Für Kuchta ist das neue, geräumige Domizil ein Segen, weil nach wie vor Hilfe gebraucht werde: „Viele Betroffene müssen sich jetzt darauf einrichten, dass sie auf längere Zeit kein Zuhause mehr haben werden.“ Darum würden jetzt vor dem Winter auch Heizgeräte nachgefragt. Pohl geht davon aus. dass seine Initiative noch bis Anfang kommenden Jahres von Nöten ist.

In dem Zusammenhang bitten die Initiatoren potenzielle Spender nur einwandfreie und saubere Ware in Meckenheim abzugeben: „Wir haben schon containerweise Hilfsgüter wegschmeißen müssen, weil man die einfach keinem mehr anbieten konnte.“

Geöffnet ist „Meckenheim hilft“ montags und samstags von 10 bis 18 Uhr sowie donnerstags von 14 bis 18 Uhr.