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Burg Lüftelberg: Wasserzufuhr für Burggraben in Meckenheim gesichert

Burg Lüftelberg : Wasserzufuhr für Burggraben in Meckenheim gesichert

Dramatische Szenen spielten sich im August 2020 im Wassergraben der Burg Lüftelberg ab. Der Pegel war auf abschnittweise nur noch 30 Zentimeter gesunken. Deutlich zu wenig für die dort lebenden Karpfen und für die dauerhafte Standfestigkeit der Burg.

Durch Pflegearbeiten am Eisbach sowie am Mühlenbach hat die Stadt Meckenheim den Weg für das Wasser in Richtung Graben der Burg Lüftelberg wieder freigemacht. Meckenheims Bürgermeister Holger Jung sah sich gemeinsam mit den Burgherren Carl-Hubertus und Andrea von Jordans das Ergebnis der Maßnahme an. Jetzt liegt der Wasserpegel wieder bei etwa einem Meter.

„Dennoch könnte der Burggraben noch gut 20 bis 30 Millionen Liter vertragen“, sagte der Burgherr. Seit dem letzten Regen sei der Wasserspiegel wieder um 20 Zentimeter gesunken. Trotzdem ist er froh, dass zumindest im Moment noch genug Wasser vorhanden ist. „Als wir aus dem Fenster geschaut haben, haben sich die Fische im viel zu flachen Wasser gewunden“, erinnerte sich Andrea von Jordans an die lange Trockenphase im vergangenen Jahr. Seinerzeit sei der Graben zum größten Teil nur noch eine Schlickgrube gewesen. Die Tiere litten und verendeten teilweise wegen des Wassermangels und der zu hohen Temperatur im viel zu flachen Wasser.

Der Eisbach ist wieder frei

„Auf einer Länge von rund 800 Metern haben wir den Durchfluss vom Eisbach her wieder freigemacht“, berichtete Michaela Kempf vom Fachbereich Verkehr und Grünflächen. Im Laufe der Jahre war der lange ungenutzte Wasserweg zugewachsen, Unrat hatte sich angesammelt. Etwa vier Wochen lang hatten sich städtische Mitarbeiter um eine Lösung des Wasserproblems an der Burg Lüftelberg bemüht. „Mit Erfolg“, fand Bürgermeister Holger Jung. „Das historische Ensemble der Burg Lüftelberg ist ein Wahrzeichen unserer Stadt.“ Der Erhalt der Burganlagen liege im Interesse der gesamten Stadt.

 Der Burggraben führt aktuell wieder mehr Wasser für die Fische und die Statik der Burg.
Der Burggraben führt aktuell wieder mehr Wasser für die Fische und die Statik der Burg. Foto: Petra Reuter

Weitgehend unbekannt war zuvor, dass mit dem Sinken des Wasserspiegels auch der Erhalt der Burg selbst gefährdet war. „Die Tonanteile im Untergrund trocknen aus und können die Gründung der Burg gefährden“, beschrieb Carl-Hubertus von Jordans das Risiko für die Statik des Gemäuers.

Problematisch sehen die Burgbesitzer trotz der „Ersten-Hilfe-Maßnahme“ der Stadt die zu erwartenden geringen Wassermengen im Sommer. Der kleine Wasserweg zur Burg, teils als Mühlengraben, teils als Mühlenbach bezeichnet, wurde bis vor rund 35 Jahren von der Swist und dem Eisbach gespeist. Durch die Maßnahmen der Stadt bekommt der Burggraben jetzt immerhin wieder Wasser aus dem kleinen Eisbach, nicht aber aus der größeren Swist. Vor gut 30 Jahren habe man ohne Rücksicht auf den Denkmalschutzstatus des Burgensembles die Wasserrechte für die Burg entzogen, sagte Carl-Hubertus von Jordans.

Wasser aus der Swist würde helfen

Als man das Wasserrecht entzogen habe, habe man den damaligen Besitzer, seinen Onkel, darauf verwiesen, das Wasser aus dem eigenen Brunnen zu nutzen. Der Brunnen sei aber in den vergangenen Jahren ausgetrocknet, sagte Andrea von Jordans.

Deshalb bemühen sich die Eheleute nach wie vor um eine Lösung, die auch in langen Trockenphasen ihren Tieren das Überleben und der denkmalgeschützten Burg den Bestand sichern. Eine sicherere Lösung für das Problem wäre laut Carl-Hubertus von Jordans, wie vor dem Entzug der Wasserrechte das Wasser der Swist zusätzlich nutzen zu dürfen.