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Stadt bekommt vier Bilder: Weil-Werke kommen ins neue Rathaus

Stadt bekommt vier Bilder : Weil-Werke kommen ins neue Rathaus

Vier Werke des renommierten Meckenheimer Malers Manfred Weil befinden sich seit Mittwoch im Besitz der Stadt Meckenheim. Bislang war Helena Cornelia Thimme Eigentümerin der Bilder.

Doch wie die 73 Jahre alte Meckenheimerin bei der offiziellen Übergabe ihrer Geschenke an Bürgermeister Bert Spilles berichtete, habe sie sich, nachdem ihr Mann im vergangenen Jahr verstorben ist und das Haus für sie allein zu groß sei, zum Umzug entschlossen. Nicht all ihr Hab und Gut passe in die neue Wohnung, verriet die aus den Niederlanden stammende pensionierte Übersetzerin. Weil sie selber 40 Jahre lang in Meckenheim zu Hause gewesen sei und sich hier sehr wohl gefühlt habe und weil auch Manfred Weil hier lebe, habe sie sich zur Schenkung entschlossen.

"Ich freue mich, dass die Bilder nun gut untergebracht sind", sagte sie. Sie habe Manfred Weil als Teilnehmerin eines seiner Ölmalkurse bei der Bonner Volkshochschule kennen gelernt, erzählte Thimme. "Er ist ein großer Künstler und guter Lehrer. Ich habe viel von ihm gelernt", so das Urteil der Hobbymalerin, die bis heute gern zum Pinsel greift. Als Weil auf Anregung der damaligen hiesigen Volkshochschulleiterin Erika Meyer zu Drewer Kurse in Meckenheim anbot, sei ihm gemeinsam mit dem "harten Kern" der Gruppe gefolgt. Eines der Werke, das sie der Stadt übergeben hat, ein Ölbild in Grautönen, habe Weil während einer Unterrichtsstunde gemalt, erinnerte sich Thimme.

Die anderen Bilder, ein signierter Druck, ein Aquarell und eine für Weil typische Frauenzeichnungen, habe sie bei Ausstellungen oder in seinem Atelier erworben. Auch nachdem Weil keine Kurse mehr anbot, habe sie freundschaftlichen Kontakt zu seiner Familie gepflegt. Seinen Dank und seine Freude über die "sehr tolle Geste" brachte Bürgermeister Spilles zum Ausdruck. Weil sei nicht nur ein bedeutender Maler gewesen, sondern auch ein besonderer Mensch mit einer bewegenden Lebensgeschichte, der als Jude vom Naziregime verfolgt worden war, den Holocaust überlebt habe und sich seinen Humor und seine positive Lebenseinstellung bewahrt habe, waren sich Thimme und Spilles einig.

Der 94-Jährige habe ein Drittel seines Lebens in Meckenheim verbracht. "Wo besser als bei der Stadt sind die Bilder aufgehoben", stellte Spilles fest. Im geplanten neuen Rathaus, dessen Architektur er bereits kenne, gebe es viele schöne Möglichkeiten, sie zu präsentieren, "so dass sie auch gesehen werden". Neben den vier Originalbildern hat Thimme auch Ausstellungskataloge und Bücher von und über den Meckenheimer Maler an Stadtarchivarin Ingrid Sönnert übergeben.