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Neue Leitungen: Mit dem Bagger an die Leitungen

Neue Leitungen : Mit dem Bagger an die Leitungen

Nach dem Wechsel des Wasserversorgers von den Stadtwerken Bonn zum gemeindeeigenen Versorger Enewa gleichen Arbeiter Höhenuntschiede in Niederbachem und Ließem aus.

Nach einem Einigungs- und Schlichtungsverfahren im Vorfeld war der Weg in diesem Jahr frei für den angekündigten Wechsel der Wasserversorgung von den Stadtwerken Bonn zum gemeindeeigenen Versorger Enewa. Betroffen sind rund 4200 Einwohner in Niederbachem, einem Ort mit recht großen Höhenunterschieden. Eben diese sind der Grund für die kürzlich begonnen Baumaßnahmen am Kesselsfeldweg. Auch zwischen Ließem und Niederbachem beginnen in dieser Woche vorbereitende Bauarbeiten.

„Das Wasser kommt ab dem Wechsel aus einer anderen Richtung, nämlich aus Wachtberg. Damit ändern sich auch die Höhenverhältnisse, die zu überwinden sind“, erklärte der Geschäftsführer der Enewa, Kai Birkner. Damit der Wasserdruck in den Haushalten bestimmte notwendige Werte nicht über- oder unterschreitet, würden technische Anlagen für einen Druckausgleich benötigt, so Birkner. Niederbachem ist allerdings alles andere als flach. Deshalb müsse das Wasser in einigen Bereichen mit mehr Druck aufwärts gepumpt, in anderen Bereichen hingegen mit weniger Druck abwärts geleitet werden. „Deshalb brauchen wir im Prinzip zwei Anlagen. Eine zur Druckerhöhung und eine zum Verringern“, schloss der Geschäftsführer.

Gebaut werden sollen diese Anlagen auf einer Wiese oberhalb des Kesselsfeldwegs in Niederbachem. Dort rückte in der vergangenen Woche ein Team des Hoch- und Tiefbauunternehmens Otto aus Dernau mit Absperrungen, Bagger und einem Schneidgerät für den Asphalt an. Damit das Wasser von den Druckausgleichsanlagen in das bestehende Netz fließen kann, bauen Arbeiter entlang des Wirtschaftswegs zwischen den Häusern Nummer 38a und 40 eine neue Leitung bis zum bestehenden Anschluss. „Wir fangen oben an und schließen am Ende die neue Leitung an einem Schieber in der Straße an“, erklärte einer der Mitarbeiter. Weil während der Arbeiten immer wieder mit schwerem Gerät rangiert, transportiert und gearbeitet wird, gibt es für den Kesselsfeldweg tagsüber eine Vollsperrung. Die Arbeiten sollen innerhalb von vier Wochen abgeschlossen sein.

Für die Niederbachemer ergeben sich gleich mehrere Vorteile durch die Änderungen. Nun besteht nämlich, wie für den Rest von Wachtberg schon seit Jahren, die Möglichkeit, die vollständige Versorgung aus einer Hand zu bekommen. „Sie haben dann für Gas, Wasser und Strom nur einen Ansprechpartner“, so Birkner. Außerdem mache sich das Angebot des neuen Versorgers im Portemonnaie des Kunden im Durchschnitt mit dreistelligen Beträgen bemerkbar, sagte der Geschäftsführer.

In Ließem sollen ab dieser Woche die Bagger des Unternehmens Rick aus Burgbrohl rollen. „Hier bauen wir eine Redundanzleitung“, sagte Birkner. Die sei notwendig, um die Wasserversorgung auch bei unerwarteten Ereignissen möglichst sicherzustellen. In der Rodderbergstraße beginnend werden die Arbeiten in Abschnitten rund 1800 Meter über Wirtschaftswege und den Langenbergsweg bis zur Kreuzung Gereonstraße/Austraße ausgeführt. Im Dezember dieses Jahres will man hier fertig sein. „Wenn der genaue Termin feststeht, werden wir die Bürger informieren“, sagte Birkner. „Wir wollen vermeiden, dass die Menschen sich Sorgen machen, wenn sich das Wasser bei der Umschaltung kurz eintrübt.“ Die Quelle des Wassers ist bei beiden Unternehmen übrigens die gleiche: der Wahnbachtalsperrenverband in Siegburg.