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Franz Lohmeier feiert seinen 80. Geburtstag: Mit der Kochmütze neben Norbert Blüm

Franz Lohmeier feiert seinen 80. Geburtstag : Mit der Kochmütze neben Norbert Blüm

Vielen Menschen ist Franz Lohmeier von der Godesburg, dem Gasthaus Waldau und vom Schützenhof bekannt. An diesem Samstag feiert er seinen 80. Geburtstag und blickt auf sein ereignisreiches Leben zurück.

Vielen Bonnern und Besuchern von außerhalb ist Familie Lohmeier als Inhaberin des Gasthauses Waldau, der Godesburg und des Schützenhofes bekannt. Ihr Engagement in der gastronomischen Szene reicht aber weit darüber hinaus. An diesem Samstag feiert Franz Lohmeier seinen 80. Geburtstag. Ein großes Fest auf der Godesburg wird es aber nicht geben. Im Gespräch mit dem GA blickt der Wachtberger auf sein ereignisreiches Leben zurück.

Einfach war der Einstieg nicht. Bevor Lohmeier seinen Traumberuf Koch ausüben konnte, musste er sich zunächst ein paar Jahre gedulden. Auf Wunsch seines Vaters absolvierte der in Kempenich aufgewachsene Rheinländer zunächst eine Metzger-Ausbildung bei Wiebel & Ahsenmacher in Andernach. 

„Verlorene Jahre“ während der Ausbidung

Als 15-jähriger habe Lohmeier die Ausbildung noch als „verlorene Jahre“ erlebt. Bei seiner späteren Tätigkeit als Meister-Koch waren seine Kenntnisse aus der Fleischverarbeitung aber sehr hilfreich, wie er betont. Mit 19 Jahren trat der Sohn eines Winzers dann im Kurhaus Bad Neuenahr die Ausbildung als Koch an.

Anschließend zog es den jungen Koch für fünf Jahre in die Ferne. Es folgten Anstellungen in Hotels und Restaurants wie dem Graf Zeppelin in Stuttgart, dem Hotel Le Beau Rivage im schweizerischen Lausanne oder dem Hotel Vier Jahreszeiten in Hamburg. Prominente wie Bundespräsident Theodor Heuss (1884 bis 1963), Bundeskanzler Kurt-Georg Kiesinger (1904 bis 1988) und Schauspieler Heinz Rühmann (1902 bis 1994) seien in den Häusern ein- und ausgegangen, erinnert sich Lohmeier. Und er zeigt ein Bild, auf dem er mit Kochmütze neben dem 2020 verstorbenen, früheren Bundesminister Norbert Blüm zu sehen ist.

Nach einigen Stationen in Deutschland und der Schweiz stieg Lohmeier in den 1960er Jahren in die Großküchen-Gastronomie ein. Der Koch volontierte bei den damals aufstrebenden Großküchen Apetito und Distler und habe dort „wichtige Einblicke“ gewonnen. Sein Weg zum Meisterbrief, den er 1969 erhielt, war damit vorgezeichnet. Geprüft und prämiert wurde Lohmeier hier von Eugen Lacroix, dem bekanntesten Feinkosthersteller seiner Zeit, wie Lohmeier berichtet.

Großes Buffet bei den Burgfestspielen

Anschließend machte er sich selbstständig. Gemeinsam mit seiner Ehefrau Lydia, die er 1967 heiratete, betrieb er in Andernach die Ratsstube. „Ein kleines Restaurant mit 150 Plätzen.“ In dieser Zeit kamen auch seine beiden Kinder Andrea (1968) und Thomas (1971) zur Welt. Bei Burgfestspielen habe Lohmeier mit einem weltläufigen Buffet und großen Butterskulpturen die Besucher begeistert. In einem Dankesschreiben habe der damalige Bürgermeister Lohmeier wissen lassen: „Viele Teilnehmer an dem Empfang äußerten ihre Überraschung über den Umfang und die Qualität des Buffets.“

Auch ein in jener Zeit neues Konzept habe den Lohmeiers viel Lob eingebracht. „1968 holten die ortsansässigen Betriebe bei uns das Essen für ihre Mitarbeiter ab. Das gab es so zuvor noch nicht“, berichtet Lydia Lohmeier. Drei Jahre später übernahm das Ehepaar dann das Hotel Rheinkrone, wo sich Lohmeier in der Küche noch mehr entfalten konnte. 1972 gründete das Ehepaar in Mülheim-Kärlich eine Großküche, die bis zu 4000 Essen täglich auslieferte. Das Unternehmen wuchs, sodass erste Betriebsrestaurants hinzukamen.

Um den Anforderungen des Wachstums weiterhin gerecht zu werden, holte sich Lohmeier mit Norbert Deimel einen Geschäftspartner ins Boot, der eine große Erfahrung in der Systemgastronomie mitgebracht habe. 1974 wurde die Firma Lohmeier und Deimel (L&D) gegründet. Sie hat heute ihren Sitz in der Grafschaft und wurde 2003 an die italienische Firma Camps anteilmäßig verkauft.

20 Jahre Gastronomie in der Beethovenhalle

Anschließend betrieb das Ehepaar Lohmeier das Restaurant Dacapo sowie rund 20 Jahre lang die Gastronomie der Beethovenhalle. Hier spielte auch der Karneval eine große Rolle. „Die Karnevalssitzungen waren immer ausverkauft“, erzählt Lohmeier, der Mitglied im Mööde Senat der Bonner Ehrengarde ist. „Altersbedingt aber nicht mehr so aktiv wie früher“, ergänzt Lohmeier.

Sein Lebensmotto lautet dabei stets: „Keine halben Sachen” und „beim Geschäft müssen immer zwei zufrieden sein, keine Gewinner und keine Verlierer“. In seiner Freizeit hält er sich am liebsten auf Mallorca und in Scharbeutz an der Ostsee auf. Und er verrät: „Ich bin noch voller Ideen und Visionen, und nach der Pandemie geht es mit neuen Projekten weiter.”