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Nachbericht Bonner SC nach dem Spiel gegen Münster

BSC gegen Münster : Ruf nach dem Video-Assistenten

Der Videobeweis in allen Spielklassen? Spieler und Trainerstab des Fußball-Regionalligisten Bonner SC würden sich den Video Assistant Referee (VAR) spätestens nach der 1:2-Niederlage vom vergangenen Freitagabend gegen Preußen Münster auch in Liga vier wünschen. Dann nämlich hätte der Treffer von Alexander Tackie Sai in der 44. Minute beim Stand von 0:1 sicherlich gezählt.

Videoaufnahmen beweisen, dass der Bonner Stürmer nicht im Abseits stand – nicht beim Schussversuch von Nils Teixeira und auch nicht beim Torschuss selbst, denn der Ball wurde von einem Münsteraner Abwehrspieler vor Sais Füße abgefälscht. „Es war ein reguläres Tor“, sagte BSC-Cheftrainer Björn Joppe. „Wenn der Treffer gezählt hätte, wäre es wohl ein anderes Spiel geworden.“

Aktuell ist der VAR in den unteren Spielklassen allenfalls eine Utopie. Aber kein Ding der Unmöglichkeit. Im November 2020 hatte die Fifa das Konzept „VAR light“ vorgestellt. Dieses Konzept soll „erschwinglichere VAR-Systeme ermöglichen“, hieß es seinerzeit beim Fußball-Weltverband. Dabei ließen sich die bereits in den Stadien der Regionalliga West installierten automatischen 180-Grad-Kameras in die Technik einbinden. Auf den Plätzen könnte eine „Review-Area“ mit Bildschirm am Spielfeldrand entstehen. Dabei soll es insbesondere um eine mögliche semi-automatische Überprüfung von Abseitsstellungen gehen. Bis es allerdings so weit ist, werden noch viele Fahnen der Schiedsrichter-Assistenten in die Höhe schnellen und Spieler händeringend versuchen, die Unparteiischen von ihrer Entscheidung abzubringen.

BSC-Coach Joppe konnte sowohl mit der Fehlentscheidung als auch mit der Niederlage leben. Nicolai Remberg (8.) sowie Henok Teklab (67.) hatten vor der stattlichen Kulisse von 1545 Zuschauern im Sportpark den verdienten Sieg für Preußen Münster unter Dach und Fach gebracht. Sekunden vor dem Abpfiff markierte Serhat-Semih Güler das 1:2. Ein ebenfalls nicht unumstrittenes Tor, denn Güler hatte Preußens Innenverteidiger Marcel Hoffmeier zuvor recht rustikal vom Ball getrennt.

„Aus unserer Sicht haben wir ein sehr gutes Spiel gemacht“, fand Joppe hinterher. Der Applaus der anwesenden BSC-Anhänger bei der erstmals seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie abgehaltenen Pressekonferenz gab dem 42-Jährigen recht. Dass seine Mannschaft in der Offensive so gut wie gar nicht stattfand, lag für Joppe in erster Linie an der Qualität des Gegners. „Münster war reifer als zum Beispiel Rot-Weiss Essen. Preußen spielt auf einem anderen Niveau. Wir hatten einen guten Tag. Aber Münster leider auch.“

Die gute Leistung seiner Spieler machte Joppe vor allem an deren Abwehrarbeit fest. „Natürlich hatte Münster mehr Ballbesitz, spielte aber dafür wenig klare Chancen heraus.“ Eine Analyse, die Gästetrainer Sascha Hildmann nicht unbedingt teilen wollte. „In der zweiten Halbzeit habe ich nur uns spielen sehen. Einziger Kritikpunkt ist, dass wir früher mit 2:0 hätten führen müssen.“

Das entscheidende zweite Tor der Gäste nahm Joppe auf seine Kappe. „Ich habe Rudolf González gerade eine Anweisung gegeben, als Münster den Angriff inszenierte.“ Entscheidender in dieser Szene war allerdings das Missverständnis zwischen Lars Holtkamp und Abwehrchef Leander Goralski.

Auswirkungen auf die Tabelle hatte die neunte Saisonniederlage kaum. Außer, dass der FC Wegberg-Beeck dem BSC dank des 2:1-Erfolgs in Lotte punktemäßig auf die Pelle rückte. Am kommenden Samstag treffen die punktgleichen Kontrahenten Wegberg-Beeck und BSC im direkten Duell aufeinander. Davor steht am Mittwoch die erste Runde im Verbandspokal beim Mittelrheinligisten FC Pesch auf dem Plan. Ein Spiel, das Joppe nicht unbedingt in den Kram passt. „Wir spielen auf Kunstrasen und haben einige angeschlagene Spieler. Nichtsdestotrotz wollen wir eine Runde weiterkommen. Aber für uns steht der Abstiegskampf klar an erster Stelle.“