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Drogenprozess am Landgericht Bonn: 38-Jähriger muss wegen zwei Kilogramm Kokain für vier Jahre Haft

Drogenprozess am Landgericht Bonn : 38-Jähriger muss wegen zwei Kilogramm Kokain für vier Jahre Haft

Ein 38-jähriger Kurier fuhr im Dezember 2019 mit Drogen in seinem Pkw auf die Raststätte Peppenhoven und wurde bei einer Routinekontrolle von der Polizei erwischt. Nun muss er vier Jahre ins Gefängnis.

Ein 38 Jahre alter Mann muss für vier Jahre ins Gefängnis. Der Mann war am 17. Dezember vergangenen Jahres bei einer Routinekontrolle an der Raststätte Peppenhoven mit zwei Kilogramm Kokain in seinem Wagen erwischt worden. Die dritte große Strafkammer unter dem Vorsitz von Isabel Köhne verurteilte den Angeklagten am Freitag in Bonn wegen unerlaubter Einfuhr von Betäubungsmitteln in nicht unerheblicher Menge sowie Beihilfe zum Drogenhandel.

Immer wieder ziehen die Zoll-Kontrolleuren an der Raststätte vor den Toren Rheinbachs Kurierfahrer aus dem Verkehr. Wie auch in diesem Fall kommen die meisten von ihnen aus den nahen Niederlanden. Offenbar erschien den Beamten das Fahrzeug mit slowenischen Nummernschildern verdächtig. Sie stoppten den Wagen auf der Fahrt gen Süden und wurden bei der fälligen Kontrolle fündig.

Unter dem Beifahrersitz fanden die Zollfahnder einen gut versteckten Zugang zu einer abgetrennten Kammer im Benzintank des Wagens. Exakt 2006 Gramm Kokain waren dort professionell verpackt untergebracht. Der Fund mit einem Wirkstoffgehalt von mindestens 1641 Gramm Kokainhydrochlorid dürfte auf dem Markt rund 100.000 Euro einbringen, schätzte die Richterin.

Die Namen der Hintermänner verschweigt der Verurteilte

So regelmäßig den Fahndern Kuriere ins Netz gehen, so regelmäßig bleiben allerdings auch die Hintermänner unbehelligt. Auch in diesem Fall: Er habe 1000 Euro Schulden gehabt und seine Gläubiger hätten ihm angeboten, den Betrag mit dem Kokaintransport von Rotterdam aus „abzuarbeiten“, hatte der Kurier vor Gericht ausgesagt. Um wen es sich bei den Auftraggebern handele, könne er nicht verraten. Seine Frau lebt mit seinem Sohn und einer während seiner Untersuchungshaft geborenen Tochter in seinem serbischen Heimatstädtchen. Mit Rücksicht auf seine Familie, die er sonst in Gefahr wähne, dürfe er zu den Hintermännern des Drogentransports nichts sagen.