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Bürgermeisterwahl: Banken und Wolf gehen in Stichwahl in Rheinbach

Bürgermeisterwahl : Banken und Wolf gehen in Stichwahl in Rheinbach

Der Kandidat von SPD, UWG, Grünen und FDP, Ludger Banken, sowie der CDU-Bewerber Oliver Wolf lieferten sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen in Rheinbach. Die CDU bleibt trotz kürzlicher Querelen die stärkste Partei.

Ein Kopf-an-Kopf-Rennen liefern sich Ludger Banken und Oliver Wolf: Der Kandidat von SPD, UWG, Grünen und FDP und der Bewerber der CDU machen an diesem besonderen Wahlabend die Sache unter sich aus: Besonders ist dieser Sonntag, da zum ersten Mal nach 21 Jahren ein Wechsel bevorsteht: Amtsinhaber Stefan Raetz (CDU) hatte im November vergangenen Jahres seinen überraschenden Rücktritt von der Spitzenkandidatur als Bürgermeisterbewerber erklärt.

Und noch ein Detail ist besonders: Zwar liegen Banken und Wolf knapp beieinander. Allerdings gewinnt Banken im Laufe des Abends einen Wahlbezirk nach dem anderen für sich. Nach elf von 22 Bezirken hat der Münsterländer 46,67 Prozent der Stimmen für sich auf seiner Seite, der Unternehmer aus Hilberath 40,54 Prozent. Der dritte Bewerber im Bunde, der Unabhängige Thomas Spitz, hat zu diesem Zeitpunkt 12,73 Prozent der Stimmen auf seiner Seite. Alles läuft auf eine Stichwahl hinaus. „Wir wollten immer einen Wechsel“, sagt SPD-Fraktionschefin Martina Koch. „Schön wäre noch, wenn es gleich an diesem Abend klappen könnte“, so die Sozialdemokratin.

Nach und nach fahren die Wahlvorstände vor dem Rathaus vor, um die blauen Kästen mit den gezählten Stimmen abzugeben. Manche Überraschung haben sie mit im Gepäck: So holt Sozialdemokrat Georg Wilmers seinen Innenstadt-Wahlkreis mit 48,55 Prozent der Stimmen gegen Karin Schulze (CDU), die 29,9 Prozent holt.

Nur 20 Personen bei Wahlparty

Besonders an diesem Abend ist auch die sogenannte Wahlparty. Nur 20 Personen dürfen sich coronabedingt gleichzeitig im Foyer des Rathauses aufhalten. Die schauen zwar gebannt auf die bunten Balken, Partystimmung mag aber nicht so richtig aufkommen. Auch nicht bei CDU-Bürgermeisterkandidat Oliver Wolf. Der erklärt gegen 21 Uhr, den Ausgang der Wahl nicht im Rathaus verfolgen zu wollen. Er bleibt bei der Zusammenkunft der CDU im Waldhotel.

Seine Partei wiederum bleibt trotz der Querelen der vergangenen Monate die stärkste Kraft im Stadtrat. Die CDU holt nach 21 von 22 ausgezählten Bezirken 35,25 Prozent nach 45,6 Prozent anno 2014. Rang zwei erringt die SPD mit 22,74 Prozent. Starke Gewinne fährt die UWG ein, die nach 9,46 Prozent im Jahr 2014, dieses Mal 17,26 Prozent holt. Ebenso ein deutliches Plus verbuchen die Grünen, die 16,24 Prozent der Stimmen erringen – vor sechs Jahren waren es noch 8,69 Prozent. Die FDP hält ihr Resultat mit 7,20 Prozent.

Banken zeigt sich siegessicher

Ein mehr als beachtliches Ergebnis fährt Carolin Beckers (23) von den Grünen in ihrem Innenstadtwahlbezirk ein: Sie unterliegt mit 32,53 Prozent nur knapp CDU-Bewerber Thomas Burke, der 37,61 Prozent holt. Besonders ist auch: Dagmar Specht holt im Bezirk Flerzheim 2 das Direktmandat für die UWG, welches sie sich vor sechs Jahren noch für die CDU sicherte. Aus der war sie aber im Juni dieses Jahres ausgetreten. Um 22.30 Uhr steht fest, dass auch Kalle Kerstholt in Merzbach das Direktmandat für die SPD holt.

Gegen 21.27 Uhr erscheint Luger Banken im Rathaus. Auch der mögliche künftige Verwaltungschef muss sich vor dem Eintritt ins Foyer der Verwaltungszentrale zuerst in die Corona-Liste eintragen. „Ich hätte auf die Stichwahl lieber verzichtet. Aber ich bin sehr zufrieden und sehr dankbar für dieses Ergebnis“, sagt Banken zu einem Zeitpunkt, da noch vier von 22 Wahlbezirken auszuzählen sind. „Ich bin sehr guter Dinge, dass mein Balken in zwei Wochen noch höher ausfallen wird, denn ich weiß eine breite Mehrheit im Rat an meiner Seite“, so Banken. Am Ende, es ist 22.56 Uhr, liegt Banken mit 47,76 Prozent vor Wolf mit 39,80 und Thomas Spitz mit 12,44 Prozent