Gesamtschule Rheinbach Bis Donnerstag wurden 105 Anmeldungen gezählt

RHEINBACH · Da werden in Rheinbach viele Eltern erleichtert aufatmen: Zum nächsten Schuljahr kann die Gesamtschule an den Start gehen.

Im Gebäude der Hauptschule in Rheinbach wird die neue Gesamtschule starten.

Im Gebäude der Hauptschule in Rheinbach wird die neue Gesamtschule starten.

Foto: Henry

Das Anmeldeverfahren für das Gemeinschaftsprojekt der Stadt Rheinbach und der Gemeinde Alfter endet zwar erst heute um Punkt 12 Uhr, aber bereits gestern wurden nach Informationen des General-Anzeigers 105 Anmeldungen (93 aus Rheinbach, zwölf aus Alfter) gezählt. Hinzu kommen noch 25 auswärtige Anmeldungen, die aber nicht mitzählen. 100 Anmeldungen aus Rheinbach und Alfter hätten bereits für die Schulgründung ausgereicht.

Unter dieser Bedingung hatte die Bezirksregierung in Köln die Genehmigung für die Einrichtung der neuen Schule erteilt. Ebenfalls Bestandteil der Genehmigung: Mit dem Anlaufen der Gesamtschule im Gebäude der Hauptschule werden an der Hauptschule und an der Realschule keine Eingangsklassen mehr gebildet - sie laufen aus. Die jetzigen Schüler beider Schulen können ihre schulische Laufbahn aber wie geplant fortsetzen. Sollten es die Schülerzahlen aus Alfter hergeben, ist in den nächsten Jahren die Gründung einer Gesamtschul-Dependance im Gebäude der Hauptschule in Oedekoven denkbar. So haben es jedenfalls die Räte in Rheinbach und Alfter beschlossen.

Stefan Ludwig, Leiter der Gesamtschule Beuel und von der Bezirksregierung Köln eingesetzter Leiter des Anmeldeverfahrens in Rheinbach, wird voraussichtlich heute die endgültige Zahl der Anmeldungen feststellen und sie der Bezirksregierung mitteilen. Die Bezirksregierung wird dann kurzfristig einen kommissarischen Schulleiter bestellen, der die organisatorischen Voraussetzungen für die neue Gesamtschule schaffen soll. Die Stellen für das Lehrerkollegium werden laut Bezirksregierung durch Versetzungen und Neuausschreibungen besetzt.

Der Rheinbacher Bürgermeister Stefan Raetz und sein Amtskollege Rolf Schumacher aus Alfter wollten sich gestern mit dem Hinweis auf das noch laufende Anmeldeverfahren nicht zu dem Thema Gesamtschule äußern.

Unter dem Eindruck der sinkenden Schülerzahlen an der Hauptschule hatte sich der Rheinbacher Stadtrat bereits 2012 einstimmig für eine Gesamtschule ausgesprochen. Im Februar 2013 kamen jedoch nicht genügend Anmeldungen zusammen. Jetzt, im vom Gesetzgeber ermöglichten Zusammenspiel mit Alfter, wo die Hauptschule ebenfalls keine Zukunft hat, klappte es. Die Bemühungen zur Gründung einer Gesamtschule wurden bekämpft von der Initiative "Schulvielfalt in Rheinbach" um Andreas Hillgruber, die eine Sekundarschule (Haupt- und Realschule unter einem Dach) favorisierte.

Der schwierige Weg zur Gesamtschule in Rheinbach:

  • Februar 2012: In Alfter kommen nur 89 Anmeldungen zustande, in Rheinbach nur 83. Beide Vorhaben, Gesamtschulen zum Schuljahr 2012/13 einzurichten, scheitern.
  • Dezember 2012: Alfter sucht nach Mitstreitern für eine gemeinsame Gesamtschule, Bornheim und Bonn wollen jedoch keine Gesamtschuldependance in Alfter. Eine Kooperation mit Rheinbach schließt Alfters Bürgermeister Rolf Schumacher aus.
  • März 2013: Nachdem Alfter den Antrag auf Prüfung einer Kreisgesamtschule gestellt hat, wollen mehrere Kommunen diese Option nun miteinander diskutieren, darunter auch die Stadt Rheinbach.
  • Juli 2013: Bei einem Treffen der sechs linksrheinischen Bürgermeister mit dem Schuldezernenten des Kreises und Vertretern der Schulaufsicht wird eine Kreisgesamtschule abgelehnt. Ein gemeinsamer Schulentwicklungsplan für Alfter und Rheinbach soll aufgestellt werden.
  • 10./13. Dezember 2013: Die Räte in Alfter und Rheinbach stimmen für eine gemeinsame Gesamtschule mit Standort in Rheinbach. Angestrebt wird ein zusätzlicher Standort in Oedekoven, sollten ab dem Schuljahr 2015/16 mehr als sechs Züge erreicht werden.
  • 9. Januar 2014: Die Kooperationsvereinbarung zur Errichtung einer integrierten Gesamtschule der Stadt Rheinbach und der Gemeinde Alfter wird von beiden Bürgermeistern unterzeichnet.
  • 7. Februar 2014: Das Anmeldeverfahren beginnt.
  • 13. Februar 2014: Das Anmeldeverfahren wird um eine Woche verlängert.
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