Bücherstimmen Rheinbach Büchertalk in der „heimlichen Lesehauptstadt Deutschlands“

Rheinbach · Die literarisch-musikalische Lesung „Bücherstimmen“ ist am 26. April in Rheinbach wieder mit bekannten Gästen und Sprechern besetzt. Die beiden Moderatorinnen gewähren einen Einblick in die ausgesuchten Bücher und verraten, worauf sich Zuschauer freuen können.

Eingerahmt von den WDR-Sprechern Regina Münch und Martin Groß, präsentieren Christel Engeland (2.v.r.) und Stephanie Ewald drei der vier Bücher, die besprochen werden

Eingerahmt von den WDR-Sprechern Regina Münch und Martin Groß, präsentieren Christel Engeland (2.v.r.) und Stephanie Ewald drei der vier Bücher, die besprochen werden

Foto: Jan-Oliver Nickel

Mit den „Bücherstimmen“ kehrt der etwas andere Büchertalk mit vier literaturbegeisterten Gästen inklusive ihrer derzeitigen Lieblingsbücher, Livemusik und lokalem Wein in die „heimliche Lesehauptstadt Deutschlands“ zurück. Diesen Titel soll laut Christel Engeland von der Buchhandlung Kayser einst Ex-Bürgermeister Stefan Raetz geprägt haben. Angesichts des aufkommenden literarischen Angebots erscheint er auch nicht ganz ungerechtfertigt. Denn am Freitag, 26. April, 19 Uhr, erwartet die Gäste im Ratssaal des Kulturzentrums Himmeroder Hof nicht nur belletristische Leseinspiration, sondern auch eine professionelle Lesung durch die beiden WDR-Sprecher Martin Groß und Regina Münch.

Anders als in den Vorjahren verraten Engeland und ihre Co-Moderatorin Stephanie Ewald, die gemeinsam durch den Abend führen werden, diesmal auch schon im Voraus einige Details über die sonst so wohlgehütete Literaturpräsentation. Im satirisch-dystopischen Roman „Der Vorweiner“ des deutschen Schriftstellers Bov Bjerg wird es darum gehen, „dass alle Länder aufgrund der Klimakrise überschwemmt wurden“, erzählt Ewald, weshalb um das sogenannte Resteuropa eine riesige Betonmauer errichtet wurde. „Die Bewohner Resteuropas sind aber nicht fähig mehr zu leiden oder Mitleid zu empfinden und zu trauern.“ Aus diesem Grund würden sie darauf umsteigen, Flüchtlinge aus den Gebieten außerhalb der Mauern anzustellen, die ihrer statt an den Gräbern trauerten, beschreibt Ewald die Handlung.

Wo Frauen totgeschwiegen wurden

In Nicole Seiferts „Einige Herren sagten etwas dazu“ wird sich dann alles um die Geschichte der Frauen innerhalb der Gruppe 47 drehen, die im Nachgang oft totgeschwiegen wurden. Die Gruppe 47 fasst die Teilnehmer der Schriftstellertreffen zusammen, zu denen von 1947 bis 1967 der deutsche Schriftsteller Hans Werner Richter einlud. „Wenn sie das Renommee mehren konnten“, seien Autorinnen zu den bekannten Treffen der Gruppe eingeladen worden, so Engeland, doch „wenn sie nicht mehr ins Bild passten oder Konkurrenz waren, dann auch nicht mehr.“

Im Besonderen zeichnen sich die „Bücherstimmen“ durch den Rheinbach-Bezug ihrer Gäste aus. Dieses Jahr werden auf dem roten Sofa im Ratssaal der Schauspieler und Dramaturg Christoph Schlemmer, der in Rheinbach zur Schule ging, Caroline Heise, Leiterin des Glasmuseums, ebenso wie der Rheinbacher Lehrer Torsten Wirtz und Maria Dörrscheidt Platz nehmen, die aus Ensembles wie „Marie & Maria“ bekannt ist. Während die Sprecher Groß und Münch für das Hörerlebnis bei den Lesungen sorgen, gehört die Bühne dazwischen mit Jakobus Solibieda und Malte Ißler zwei Schülern der Musikschule Voreifel. Mit Saxofon und Klavier werden sie eine bunte Mischung aus Pop, lateinamerikanischer Musik und Klassik präsentieren.

Veranstaltet wird das Event vom Verein „Rheinbach liest“ und dem Kulturamt Rheinbach. Kooperationspartner sind die Buchhandlung Kayser und die öffentliche Bücherei St. Martin, bei denen wie im Museumsshop des Glasmuseums auch der Vorverkauf gestartet ist. Der Eintritt kostet regulär zwölf und ermäßigt zehn Euro. Einlass ist am 26. April ab 18.30 Uhr.

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