Bürgerenergie-Genossenschaft Voreifel Gemeinsames Engagement für Öko-Energie aus der Region für die Region

Rheinbach · Die Energiewende stockt auf bundespolitischer Ebene. Daher nehmen engagierte Bürger die Sache selbst in die Hand. Die neu gegründete Bürgerenergie-Genossenschaft Voreifel will zwischen Ahrweiler und Bornheim dafür sorgen, dass in der Region grüne Energie für den Eigenbedarf erzeugt wird.

 Solaranlagen auf städtischen Gebäuden: Nur eine der Ideen, die die neue Bürgerenergie-Genossenschaft Voreifel auf den Weg bringen will. (Symbolbild)

Solaranlagen auf städtischen Gebäuden: Nur eine der Ideen, die die neue Bürgerenergie-Genossenschaft Voreifel auf den Weg bringen will. (Symbolbild)

Foto: dpa/Julian Stratenschulte

Wie kann man die Energiewende nur vorantreiben? Im Zweifel auf eigene Faust, dachten sich vier engagierte Bürger und gehen unkonventionelle Wege: Die Gründung der Bürgerenergie-Genossenschaft Voreifel soll der Startschuss sein, die Region vom linksrheinischen Rhein-Sieg-Kreis bis nach Ahrweiler in Sachen Ökostrom weiterzubringen.

Lokale Lösung für grüne Energie

Das Motto der Genossenschaft „Öko-Energie aus der Region für die Menschen in der Region“ beschreibt die Motivation der Initiatoren prägnant: Durch von der Genossenschaft betriebene Anlagen soll grüne Energie erzeugt werden, die den Menschen in Voreifel und Vorgebirge zugute kommt. Die Idee dazu kam einem vierköpfigen Gründerteam bereits vor zwei Jahren - aus aktuellen Anlässen. „Die Flutkatastrophe hat mich zutiefst erschüttert und mir gezeigt, wie verheerend die Folgen des Klimawandels sein können“, sagt Stefanie-Maria Sültenfuß aus Bad Neuenahr-Ahrweiler. Da mit dem Ukrainekrieg auch die Strom- und Gaspreise angestiegen sind, wollte sich die Steuerberaterin und Betriebswirtin aktiv für erneuerbare Energien einsetzen. Durch den Kontakt mit drei weiteren dem Thema zugewandten Männern entstand so ein vierköpfiges Expertenteam, das als lokale Lösung der Probleme eine Energiegenossenschaft gründen wollte.

Sie organisieren die Bürgerenergie-Genossenschaft Voreifel: Aufsichtsrat: (hintere Reihe von links) Hermann Schlagheck (Aufsichtsratsvorsitzender), Axel Nagel, Nils Lenke, (mittlere Reihe) Walter Klemmer, Ulrike Schmitz; Vorstand (vorne von links): Georg Schneider, Stefanie-Maria Sültenfuß und Robert Hucho (Sprecher).

Sie organisieren die Bürgerenergie-Genossenschaft Voreifel: Aufsichtsrat: (hintere Reihe von links) Hermann Schlagheck (Aufsichtsratsvorsitzender), Axel Nagel, Nils Lenke, (mittlere Reihe) Walter Klemmer, Ulrike Schmitz; Vorstand (vorne von links): Georg Schneider, Stefanie-Maria Sültenfuß und Robert Hucho (Sprecher).

Foto: Chantal Dötsch

Mit dem Thema erneuerbare Energien bestens vertraut ist der Swisttaler Unternehmer Georg Schneider, dessen Firma nicht nur mit Photovoltaikanlagen arbeitet , sondern auch Wärmepumpen sowie mobile Wärmespeicher herstellt. Er bringt das nötige technische Fachwissen in die Runde und plädiert dafür, offen für verschiedene grüne Energien zu sein. Robert Hucho nahm sich als Rheinbacher Unternehmer mit juristischen Kompetenzen letztlich der Formalia an und konnte ein Konzept für die Gründung der Genossenschaft erarbeiten. Die nötige Finanzierung und Beratung erhält die Bürgerenergie-Genossenschaft von der Volksbank Köln Bonn, deren Regionaldirektor Walter Klemmer als vierter im Bunde der Experte in den Bereichen Genossenschaft und Finanzen ist.

32 neue Mitglieder

Nachdem die vier ihre Visionen verbunden hatten, warben sie aktiv um weitere Genossen. Mit Erfolg: 32 neue Genossenschaftsmitglieder traten mit einer Einlage von 1000 Euro in das Projekt ein. Weitere 120 Personen zeigen sich laut Gründerteam interessiert. Mit den Beiträgen sowie durch Kredite und Fördergelder sollen Öko-Strom-Projekte umgesetzt werden, von denen die Region insgesamt profitiert. Als konkrete Beispiele stellten das Gründerteam PV-Anlagen auf städtischen Gebäuden sowie nachhaltige Bildungsprojekte mit Schulen in Aussicht.

Doch warum soll eine Genossenschaft den Ausbau erneuerbarer Energien lösen? „Was einer nicht kann, das schaffen wir zusammen“, begründet Hucho. Ihm sei der enge Kontakt innerhalb der Genossenschaft wichtig. Genauso wie dass der Strom hier erzeugt und verbraucht werde. Er betont jedoch, dass das Ziel ebenfalls sei, Gewinne zu erzielen. Sültenfuß ergänzt, dass die Genossenschaft im Gegenzug zu einer GbR die sicherere und gemeinschaftlichere Organisationsform sei. So könne niemand etwas allein entscheiden, was maximale Transparenz und Sicherheit bedeute.

Vorstand und Aufsichtsrat gewählt

Die Genossen zeigten sich jedenfalls vom Konzept sehr angetan und stimmten der Satzung zu. Somit bedarf der offiziellen Gründung der Bürger-Energiegenossenschaft nur noch das formale Prüfverfahren. Gleichzeitig wurden auf der Gründungsversammlung auch ein Vorstand sowie ein Aufsichtsrat gewählt. Hierbei vertrauten die Genossen der bewährten Kompetenz der vier Initiatoren. Sültenfuß, Schneider und Hucho wurden einstimmig als gleichberechtigter Vorstand gewählt, wobei Hucho als Sprecher agiert. Walter Klemmer bildet mit den Energie-Genossen Ulrike Schmitz, Hermann Schlagheck, Axel Nagel und Nils Lenke den Aufsichtsrat.

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