1. Region
  2. Voreifel & Vorgebirge
  3. Rheinbach

Glosse zu karnevalistischem Ernst: Da hört der Spaß auf

Glosse zu karnevalistischem Ernst : Da hört der Spaß auf

Die Große Rheinbacher Karnevalsgesellschaft Narrenzunft Prinzengarde 1895 muss ihren jecken Auftakt inklusive Proklamation aus rechtlichen Gründen von "Lachende Stadthalle" in "Jecke Stadthalle" umtaufen. Gar nicht lustig, findet GA-Redakteur Mario Quadt.

Beängstigend unlustig geht es mitunter im Karneval zu: Ausgerechnet die Macher der großen Schunkel- und Mitsingsause „Lachende Kölnarena“ scheinen besonders humorlos zu sein, wenn es um ein Detail der seit 1965 bestehenden Veranstaltung in der fünften Jahreszeit geht: den Namen.

So entschloss sich jetzt die Große Rheinbacher Karnevalsgesellschaft Narrenzunft Prinzengarde 1895 für Freitag, 10. November, nicht mehr in die „Lachende Stadthalle“ nach Rheinbach, sondern in die „Jecke Stadthalle“ zum Sessionsauftakt inklusive Proklamation einzuladen. „Aus rechtlichen Gründen dürfen wir zukünftig den Begriff 'Lachende Stadthalle' nicht verwenden“, sagt Reiner Faßbender von der Rheinbacher Prinzengarde dem GA.

Dass beim Adjektiv „lachend“ der Spaß aufhört, mussten etwa die Schützenbrüder aus Werl erfahren. Denen flatterte ein Brief aus Köln ins Haus, als sie zu„Lachendes Werl“ einluden. 6000 Euro plus Anwaltskosten sollte die Bruderschaft blechen, wenn sie weiter die Bezeichnung „Lachende...“ verwendet. Denn: Beim Deutschen Patent- und Markenamt ist die Marke „Lachende...“ (Nummer 306.30.509) amtlich eingetragen – seit 2006. Die Werler Schützen wollen aber nicht die Flinte ins Korn werfen: Sie lachen schon seit 1961 – allerdings ohne Markenschutz. Von „prioritätsälteren Rechten“ sprechen da die Juristen der treffsicheren Brauchtumspfleger.

Sei's drum: Nicht nur in Rheinbach ist Schluss mit lustig: In Bonn ist der „Lachenden Beethovenhalle“ – nicht nur wegen der aufwendigen Sanierung – nicht mehr zum Lachen zumute, dafür heißt es jetzt „Bonn steht Kopp“.

Übrigens: Zwar mag die Rheinbacher Prinzengarde unter einem neuen Namen zum Start in die Session einladen, beim Programm bleibt aber glücklicherweise alles,wie es ist. Am Tag vor dem Elften im Elften sind ab 19 Uhr etwa die „Räuber“, Schäng“, die Cheerleader des 1. FC Köln und alle Tanzgruppen der Prinzengarde zu Gast. Als Nächstes sollten die Macher der Oktoberfeste in der Region rasch ihre Veranstaltung in „Schmankerlfest“, „Trachtentreff“ oder „Starkbiersause“ umbenennen. Bevor ein Anwaltsbrief aus München droht.