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LVR-Amt sagt: Das 50 Jahre alte Gotteshaus ist ein Denkmal: Denkmalschutz soll Rheinbacher Pallottikirche vor drohendem Abriss retten

LVR-Amt sagt: Das 50 Jahre alte Gotteshaus ist ein Denkmal : Denkmalschutz soll Rheinbacher Pallottikirche vor drohendem Abriss retten

Das Denkmalschutz-Verfahren könnte den Abriss des 50 Jahre alten Rheinbacher Gotteshauses verhindern. Das endgültige Gutachten soll Mitte Februar fertig sein.

Die Idee gleich mehrerer Initiativen, den möglichen Abriss der Rheinbacher Pallottikirche durch die Unterschutzstellung als Denkmal zu verhindern, hat eine wichtige Hürde genommen: Das Amt für Denkmalpflege des Landschaftsverbands Rheinland (LVR) stuft das vor 50 Jahren geweihte Gotteshaus als denkmalwürdig ein. Dies teilte das LVR-Amt am Mittwoch dem Verein „VPK – Viel Platz für Kultur“ mit. Der Verein hatte im August vergangenen Jahres bei der Unteren Denkmalschutzbehörde der Stadt Rheinbach und beim LVR-Amt angeregt, zu prüfen, ob die Pallottikirche ein Denkmal ist.

„Wir sehen uns in unserer Einschätzung bestätigt, dass die Pallottikirche auf jeden Fall ein Denkmal ist“, sagte VPK-Vorsitzender Ralf Eschweiler. „Mit dem Prüfergebnis durch das LVR-Amt ist die erste Hürde zum Erhalt der Pallottikirche genommen“, erklärte VPK-Vorstandsmitglied Richard Hedrich-Winter: „Nun ist die Stadt Rheinbach am Zug, damit die Pallottikirche auch offiziell ein Denkmal wird“, so Hedrich-Winter. 

Für Mitte Februar rechnet Sabine Cornelius, Pressesprecherin des LVR-Amtes für Denkmalpflege im Rheinland, mit der Fertigstellung des Gutachtens. Das Exposé der Behörde beinhalte eine „fundierte Denkmalwertprüfung“, sagte Cornelius auf GA-Anfrage. Außerdem habe das LVR-Amt der Stadt bereits in einer sogenannten fachlichen Ersteinschätzung mitgeteilt, dass sie „den Denkmalwert positiv beurteilt“. Neben dem Verein habe eine Rheinbacherin einen weiteren Antrag auf Unterschutzstellung gestellt, sagte Cornelius und bestätigte damit Informationen des General-Anzeigers. Die Eröffnung des Denkmalschutzverfahrens schützt die Pallottikirche noch nicht vor einem Abriss. Die Pallottiner beabsichtigen, die noch bestehenden Gebäude wie das Hermannianum und die Pallottikirche zu verkaufen. Vier Interessenten sind derzeit noch im Rennen, teilten die Pallottiner am Dienstag mit. „Die Kirche ist momentan nicht geschützt. Die Kommune kann aber auf der Grundlage unserer Einschätzung die Kirche gemäß Paragraf 4 Denkmalschutzgesetz (DSchG) NRW mit sofortiger Vollziehung unter Schutz stellen“, erklärte Cornelius. „Wenn sie das tut, stehen alle beabsichtigen Maßnahmen unter dem Erlaubnisvorbehalt.“

Wie viele Gotteshäuser, die in den 60er- und 70er-Jahren ersonnen sind, wirkt die Reduziertheit der Pallottikirche einladend – für eine katholische Kirche aber geradezu karg. Bewusst strebt ihr Kirchturm nicht danach, den Himmel zu berühren und alles um ihn herum zu überragen. Die äußere Form des „Zeltes Gottes“, zurückgehend auf die alttestamentarische Begrifflichkeit „Wohnung Gottes unter den Menschen“, strahlt in ihrem Inneren aus, was viele suchen, die ein Kirchengebäude betreten: Ruhe, Gottesnähe, Spiritualität und Sakralität.

Norbert Sauren, Pressesprecher der Stadt Rheinbach, bestätigte dem GA, dass ein Ortstermin mit den Eigentümern der Kirche, dem LVR-Amt und der Stadt stattgefunden hat. Das derzeit entstehende Gutachten diene der „Inventarisation, der Erfassung und Bewertung denkmalwerter Bauten und Anlagen“. Sollte der Denkmalwert bestätigt werden, nimmt die Stadt das Gotteshaus in die Denkmalliste auf, „soweit sie keine Gründe vorbringen kann, die gegen eine Eintragung sprechen“, so Sauren. „Im Rahmen des Eintragungsverfahrens besteht jedoch die Anhörungspflicht gegenüber dem Eigentümer.“ Die Pallottiner wollten sich zur Frage, ob sie die Unterschutzstellung als Hemmnis für einen Verkauf sehen, auf GA-Anfrage nicht äußern: „Zur Denkmalwürdigkeit gibt es einen fachlichen Austausch zwischen dem LVR-Amt für Denkmalpflege und der Unteren Denkmalschutzbehörde der Stadt, der unseres Wissens noch nicht abgeschlossen ist“, sagte Alexander Schweda, Pressesprecher der Pallottiner.