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Nach der Einbruchserie in Rheinbach: Der Ruf nach mehr Polizei wird lauter

Nach der Einbruchserie in Rheinbach : Der Ruf nach mehr Polizei wird lauter

Zum dritten Mal hat am Montagabend die Gesprächsrunde stattgefunden, die seit den Einbruchserien in Rheinbach tagt. Die Besonderheit: Sie setzt sich zusammen aus Stadtverwaltung, betroffenen Bürgern, Polizei, Justiz und Gewerbe.

Diesmal hatten die Einladenden, allen voran Bürgermeister Stefan Raetz und Einbruchsopfer Heinz Samulewitz, die Landtagsabgeordneten der Region dazugebeten. Erschienen war jedoch nur Ilka von Boeselager (CDU); Achim Tüttenberg (SPD) ließ sich von der Rheinbacher Ratsfrau Martina Koch vertreten, die anderen waren verhindert.

"Wir haben die Landtagsabgeordneten eingeladen, da wir befürchten, dass wir im ländlichen Raum zu kurz kommen mit der Polizei", sagte Stefan Raetz. Der Landtag solle dafür sorgen, dass die Polizei ausreichend finanziert werde. Dem widersprach von Boeselager: "Nicht die Finanzierung, sondern die Struktur der Polizei muss verändert werden."

Bei den vielen Verwaltungsaufgaben und Einsätzen an Fußballstadien oder bei Schwertransporten bleibe für die Sicherheit der Bürger zu wenig Zeit. "Ich werde demnächst mit dem Innenminister sprechen, vielleicht kommen die Bürgermeister aus dem Linksrheinischen einfach mit dazu", schlug von Boeselager vor, die vor zwei Jahren selbst Opfer von Einbrechern wurde.

Dann sprach sie ein Thema an, das auch die anwesenden Bürger sehr beschäftigte. "Ich finde, die Polizei muss sagen dürfen, wer die Täter sind", so die Landtagsabgeordnete. Ob es sich also um Gruppen aus "gewissen Ländern" handele oder um Leute, die vor Ort wohnten.

Und Raetz sprach aus, was einige ihren Sitznachbarn zumurmelten: "Die Abschiebepraxis ist durch die Vorgaben des Landes zu lasch." Eine Bürgerin pflichtete ihm bei und meinte, es könne nicht sein, dass sie einen jungen Intensivtäter immer wieder in der Innenstadt sehe. Rheinbachs Amtsrichter Ulrich Schulte-Bunert entgegnete, dass es nicht so einfach sei, das richtige Maß zu finden.

"Und wir müssen auch die Situation des Täters berücksichtigen, nicht nur die des Opfers", so der Amtsrichter. Ein Bürger meinte, es sei die hohe Kaufkraft, die Einbrecher anziehe. Und er forderte neben mehr Polizeipräsenz eine Mobilisierung der Nachbarn untereinander.

"Aber manchmal, wenn ich erzähle, dass ich in Urlaub fahre, habe ich das Gefühlt, das juckt die Nachbarn gar nicht", so der Mann. Bei "null bis zwei Einbrüchen pro Woche" liegt laut Kriminalhauptkommissar Jörg Wilhelm von der Bonner Polizei derzeit die Quote in Rheinbach. Bedarf also, die offene Gesprächsrunde im Rathaus wieder zusammenzuführen.