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Rheinbacher Freiwilligenzentrum: Die Kontaktbörse "Blickwechsel" vermittelt Ehrenamtler

Rheinbacher Freiwilligenzentrum : Die Kontaktbörse "Blickwechsel" vermittelt Ehrenamtler

Menschen, die ein Ehrenamt suchen, finden in dem Freiwilligenzentrum „Blickwechsel“ die passende Anlaufstelle. Seit der Gründung vor fünf Jahren sind 100 Ehrenamtler vermittelt worden. Das Alter reicht von 20 bis 70 Jahre.

Vermittlungsagenturen gibt es reichlich. Da werden Fachkräfte und Singles, Praktika und Wohnungen an den Mann und die Frau gebracht. In Rheinbach aber hat sich vor rund fünf Jahren ein Team unter dem Namen „Freiwilligenzentrum Blickwechsel“ zum Ziel gesetzt, Menschen, die eine ehrenamtliche Tätigkeit ausüben möchten, in Kontakt mit einer passenden Organisation oder Einrichtung zu bringen.

Seitdem haben sich mehr als 100 sozial Engagierte für dieses Angebot interessiert. Knapp 40 Aktive im Alter von Anfang 20 bis 70 Jahren haben dabei ihre Berufung gefunden und sind langfristig in einer der rund 30 unterschiedlichen Einsatzmöglichkeiten tätig.

Ob im Kindergarten, in der Grundschule oder im Altersheim, in der Bücherei, beim Gnadenhof oder bei der Polizei – die Bandbreite der Möglichkeiten, um ehrenamtlich in Rheinbach tätig zu sein, ist groß. Man muss nur davon wissen. „Es hat uns damals gestört, dass Ehrenamtler selbst eine mühsame Suche starten mussten, um jemandem ihre freie Zeit zu schenken“, erläutert Doris Kübler, die die Initiative gemeinsam mit Angelika Skupnik und Elke Gaude ins Leben gerufen hat.

Team mit langjähriger Erfahrung

Heute besteht das Team aus sieben Frauen, die alle über langjährige Erfahrung im Ehrenamt verfügen. „Außerdem nehmen wir uns viel Zeit für die Beratung und halten auch nach der Vermittlung Kontakt zu den vermittelten Personen und den Einrichtungen“, erläutert Kübler, dass Interessen, mitgebrachte Stärken und geplantes Zeitkontingent bei der Vermittlung bedacht werden.

Das Angebot richtet sich an jeden, gleich welchen Alters, vor allem aber an Senioren, die aus dem Berufsleben in den Ruhestand wechseln. „Das ganze Leben besteht aus Übergängen, viele haben vor so einem neuen Abschnitt Angst, weil etwas Neues auf sie zukommt“, erklärt Elke Gaude, die auf die Idee kam, der Initiative den Namen „Blickwechsel“ zu geben.

Genau um die neue Perspektive gehe es in diesem Lebensabschnitt, erklärt die pensionierte Lehrerin und sieht den Mehrwert für Senioren gerade im Betätigungsfeld mit Kindern. „Das ist ein Gewinn für beide Generationen, denn die Ruheständler kommen in Kontakt mit der Jugend und erleben, was für Themen den Nachwuchs beschäftigen.“ 80 Prozent der Interessenten sind über 65 Jahre alt, 95 Prozent sind Frauen. Als älteste Ehrenamtliche ist Monika Bauers mit 85 Jahren von Anfang an dabei. Sie begeistert in den Rheinbacher Altersheimen mehrfach in der Woche mit ihrem Klavierspiel. „Die einzige Bedingung, die sie stellt, ist, dass ein echtes Klavier für sie bereitsteht“, erklärt Kübler lachend. Doch mit ihrem hohen Alter ist Bauers eher die Ausnahme unter den Engagierten.

Auch Studentinnen der Fachhochschule haben für ein gesundes Frühstück mit frisch geschnittenem Obst im Kindergarten Rasselbande gesorgt. „Es kam auch ein Syrer, der durch die Übernahme eines Ehrenamtes seine Deutschkenntnisse aufbessern wollte und auch eine junge Frau aus Eritrea, die zweimal pro Woche Senioren betreut hat“, beschreibt Skupnik die unterschiedlichen Hintergründe für den Einsatz der ehrenamtlich Tätigen.

Als einhundertste Interessentin ist Rosmarie Jarosch an das Freiwilligenzentrum herangetreten. Für sie wurde der Kontakt zur Caritas-Kleiderstube hergestellt, nachdem sie sich im Sommer 2018 von ihrer Stelle als Leiterin des Kindergartens in Oberdrees in den Ruhestand verabschiedet hat.

„Ich habe schon immer Freude am Umgang mit Menschen, wollte nun aber bewusst in einem anderen Bereich tätig werden,“ so die frischgebackene Rentnerin. Deren Ehemann ist übrigens bereits 2016 durch den „Blickwechsel“ an seine ehrenamtliche Tätigkeit in der Bücherei St. Martin gelangt.