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Nahversorgung in Rheinbach: Discounter hat Interesse an Oberdrees

Nahversorgung in Rheinbach : Discounter hat Interesse an Oberdrees

Am Ortseingang von Oberdrees könnte zwischen B266 und K65 ein Supermarkt entstehen. Die Stadt wartet auf eine Rückmeldung des Projektentwicklers.

Die viertgrößte Ortschaft der Stadt Rheinbach Mitte der 1990er Jahre: An der Bundestraße direkt am Ortseingang gab es ein spanisches Restaurant (ehemaliger Hof Mierbach), in dem der Chef gerne zur Gitarre griff. Es gab die drei Gaststätten Gasthof Bauerfeind am anderen Ende von Oberdrees an der Bundesstraße, Onkel Tom an der Mieler Straße, den Dorfkrug von Familie Dienstknecht an der Frankenstraße und an der Oberdreeser Straße die Bäckerei Schlüter mit einem kleinen Sortiment an Artikeln des täglichen Bedarfs.

Oberdrees im Jahr 2021: Die Gaststätten Onkel Tom und das Gebäude des spanischen Restaurants sind zu Mietwohnungen umgebaut worden, der Gasthof Bauerfeind steht seit Jahren leer, ist verkauft und wartet auf ein realistisches Zukunftskonzept mit einem zu erstellenden Bebauungsplan. Geblieben ist die Gaststätte Dorfkrug. Die Bäckerei Schlüter hatte mehrere Nachfolger, die aber alle aufgegeben haben. Heute befindet sich in einem Teil ein Pizza-Lieferdienst.

Letztlich geht es den Oberdreesern wie vielen Einwohnern kleinerer Ortschaften: Sie müssen für frische Brötchen und Brot ebenso wie für alle anderen Lebensmittel in größere Nachbarorte fahren, in diesem Fall nach Odendorf oder nach Rheinbach, oder den rollenden Lebensmittelmarkt nutzen.

Discounter Norma hat Interesse bekundet

Nach dem weit größeren Wormersdorf zeichnet sich aber auch für die mit Niederdrees und Oberdrees zusammen rund 1800 Einwohner eine neue Perspektive ab: Norma hat Interesse an der Ansiedlung eines Discountmarktes. Ortsvorsteher Kurt Brozio sieht die Pläne auf gutem Weg: „Es geht schrittweise weiter. Der Entwickler von Norma arbeitet kompetent und zielgerichtet.“

Beim CDU-Bürgerforum im Juni 2019 hatten der damalige Bürgermeister Stefan Raetz und Ortsvorsteher Brozio berichtet, dass es zwei Bewerber gebe für die Ansiedlung eines Discounters mit 1200 Quadratmeter Größe. Vorgesehen ist das Grundstück gleich am Ortseingang im Winkel zwischen Bundesstraße 266 und dem Abzweig der Kreisstraße 65 nach Peppenhoven, das verkehrsgünstig auch an stark frequentierten Pendlerrouten liegt.

„Der Projektentwickler und die Stadtverwaltung haben sich über eine mögliche Ansiedlung ausgetauscht“, erläutert der Pressesprecher der Stadt Rheinbach, Norbert Sauren. Das Unternehmen habe sich zu den daraus gezogenen Erkenntnissen bis dato noch nicht geäußert. „Sobald dies erfolgt, wird die Stadtverwaltung, auch vor dem Hintergrund des im Verfahren befindlichen Einzelhandels- und Zentrenkonzepts, weitere Schritte prüfen“, so Sauren.

„Die Stadtverwaltung kann den Aufstellungsbeschluss für einen – in diesem Falle vorhabenbezogenen Bebauungsplan – erst vorbereiten, wenn sich genügend belastbare Angaben ableiten lassen.“ In diesem Zusammenhang wären der Ausschuss für Stadtentwicklung und Bauen und der Rat als zuständige Gremien zu beteiligen.