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Prozess in Bonn: Drogenkurier mit sechs Kilo Kokain im Auto erwischt

Prozess in Bonn : Drogenkurier mit sechs Kilo Kokain im Auto erwischt

Ein Drogenkurier steht seit Freitag in Bonn vor Gericht. Der 22-Jährige war Zivilfahndern vom Zoll am 5. April bei einer Routinekontrolle auf der Raststätte Peppenhoven ins Netz gegangen - mit einer Menge Drogen in der Konsole.

Ein 22-Jähriger steht seit Freitag wegen des Verdachts der „Einfuhr von Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge“ sowie wegen Beihilfe zum Drogenhandel vor der 3. großen Strafkammer am Bonner Landgericht. Der in Frankfurt lebende Kroate war den Zivilfahndern des Zolls am 5. April bei einer Routinekontrolle auf der Raststätte Peppenhoven ins Netz gegangen. 6643 Gramm Kokain fanden die Beamten in der speziell präparierten Mittelkonsole seines VW Golf.

Er habe Schulden gehabt, sagte der geständige Angeklagte. Ein in Split begonnenes Nautikstudium habe er abgebrochen, und als frisch gebackener Familienvater sei es sein Wunsch gewesen, seiner Partnerin und der gemeinsamen zweijährigen Tochter in der neuen Heimat am Main ein schickes Zuhause einzurichten. In „Balkan-Cafés“ habe er dann eine Gruppe von Montenegrinern kennengelernt, die ihm einen Vorschuss von 20 000 Euro gewährten. Das Geld habe er dann mit Kurierfahrten „abarbeiten“ sollen. Er habe schon Schwarzgeld innerhalb Deutschlands transportiert. Mit dem  angeklagten Drogentransport wären seine Schulden um 3000 Euro gesunken.

Dazu habe er seinen Golf zunächst von seinen Auftraggebern in einer Hinterhofwerkstatt umbauen lassen müssen. Mit dem präparierten Wagen habe er sich dann auf den Weg nach Amsterdam gemacht. Seine Anweisungen habe er über ein geliehenes Handy erhalten. Mit den Drogen habe er sich auf den Weg zurück nach Frankfurt gemacht. Zu der Identität der Hintermänner wollte sich der Angeklagte mit Blick auf seine junge Familie, die er sonst bedroht sähe, nicht weiter einlassen. Das Urteil soll kommende Woche fallen.